Ulrich Kirchhoff
| Ulrich Kirchhoff Medaillenspiegel | ||
|---|---|---|
| Ulrich Kirchhoff mit Prince de la Mare bei den Olympischen Sommerspielen 2016 Ulrich Kirchhoff mit Prince de la Mare bei den Olympischen Sommerspielen 2016 | ||
| Datei:Flag of Germany.svg Deutschland (bis April 2013); Datei:Flag of Ukraine.svg Ukraine | ||
| Olympische Sommerspiele | ||
| Gold | 1996 | Einzel (mit Jus de Pommes) |
| Gold | 1996 | Mannschaft (mit Jus de Pommes) |
| Deutsche Meisterschaft | ||
| Gold | 1996 | Einzel (mit Jus de Pommes) |
Ulrich „Uli“ Kirchhoff (* 9. August 1967 in Lohne; vollständiger Name: Ulrich Günter Hermann Kirchhoff) ist ein Springreiter.
Seine größten Erfolge feierte er für Deutschland bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, als er mit Jus de Pommes sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft Olympiasieger wurde.
Werdegang
Kirchhoff saß mit drei Jahren das erste Mal auf einem Pferd und erhielt mit fünf Jahren seine erste Reitstunde. Ein Jahr später ritt er sein erstes Turnier auf seinem ersten eigenen Pony. 1983 gewann er die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften der Ponyreiter. Unmittelbar nach seinem Schulabschluss begann er (mit 16 Jahren) eine Ausbildung zum Pferdewirt – Schwerpunkt Reiten – bei Alwin Schockemöhle. Im Alter von 19 Jahren wechselte er in den Stall Damhus, wo er für 12 Springpferde verantwortlich war. Bei den Deutschen Meisterschaften der Jungen Reiter gewann er 1986 Bronze und 1988 Gold,<ref name="pizzahut"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Porträt von Ulrich Kirchhoff auf pizzahut.de ( vom 1. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> im Jahr 1986 gewann er zudem die Einzel-Silbermedaille bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter.<ref name="Erfolgsdatenbank">Ulrich Kirchhoff in der Erfolgsdatenbank der FEI</ref> Ebenfalls in den 1980er Jahren war Kirchhoff zeitweilig bei Franke Sloothaak als Pferdepfleger tätig.<ref>Artikel „Cool wie Ludger, kämpferisch wie Hugo“ vom 23. November 1996, abgerufen am 5. November 2009</ref><ref>Artikel „Sloothaaks Pferdepfleger ist jetzt Konkurrent“ vom 21. November 1995, abgerufen am 5. November 2009</ref>
1994 bekam er die Möglichkeit, das damals achtjährige Pferd Jus de Pommes zu reiten. Ein Jahr später wurden beide als Ersatzreiter für die deutsche Mannschaft bei den Europameisterschaften in St. Gallen nominiert. Im Jahr 1996 wurden Kirchhoff und Jus de Pommes durch den damaligen Bundestrainer der Springreiter, Herbert Meyer, für die Olympischen Spiele im selben Jahr nominiert. Hier gewann Kirchhoff sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft die olympische Goldmedaille.<ref name="pizzahut"/> Zuvor wurde Kirchhoff auch 13. im Weltcupfinale und gewann die Deutsche Meisterschaft der Springreiter, beides mit Jus de Pommes.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ulrich Kirchhoff, Deutschland ( vom 21. September 2009 im Internet Archive)</ref>
Bereits zwei Wochen nach dem Olympiasieg verstarb Jus de Pommes zehnjährig an einem akuten Schockgeschehen mit gleichzeitigem Versagen mehrerer lebensnotwendiger Organsysteme (Kirchhoff: „Es war so schlimm. Ich dachte, ein Teil von mir stirbt mit“).<ref name="pizzahut"/>
Wie bereits im Frühjahr 1996 mit Jus de Pommes, so konnte Kirchhoff auch im Frühjahr 1998 mit You Can Do It am Weltcupfinale an den Start gehen. Bei beiden Teilnahmen konnte er jedoch keine vordere Platzierung erreichen.<ref name="Erfolgsdatenbank"/>
Im Jahr 2003 zog Kirchhoff nach Boostedt bei Neumünster auf die Anlage des ehemaligen Veranstalters des internationalen Reitturniers Neumünster, August-Christian Horn.<ref>Artikel „Olympiasieger Ulrich Kirchhoff ist jetzt ein Holsteiner“ vom 18. November 2003, abgerufen am 5. November 2009</ref> Anschließend betrieb er mit seiner Familie bis 2007 einen Turnier- und Ausbildungsstall in Rosendahl im Münsterland. Im Jahr 2007 verließ er die Anlage in Rosendahl und übernahm eine Tätigkeit als Trainer auf der Anlage seiner Schüler, des italienischen Springreiterehepaars Jonella Ligresti und Omar Bonomelli, in Norditalien.<ref>Artikel „Reitsport: Beerbaum, Ahlmann, Ehning – die Stars kommen“ vom 16. März 2008, abgerufen am 5. November 2009</ref><ref>Das neue Leben des Ulrich Kirchhoff, Dieter Ludwig, 20. August 2010</ref>
Nach Auslaufen seines Vertrages in Italien vereinbarte Kirchhoff mit Oleksandr Onischtschenko, dass er zukünftig für die Ukraine an den Start gehen werde. Im Gegenzug stellt Onischtschenko ihm Pferde zur Verfügung. Der Nationalitätswechsel erfolgte Ende April 2013.<ref name=Ukraine1>Olympiasieger Kirchhoff reitet nun für die Ukraine, St. Georg, 13. April 2013</ref><ref>Ex-Olympiasieger Kirchhoff: Neuanfang in der Ukraine, nordbayern.de / Deutsche Presse-Agentur, 15. April 2013</ref> Kirchhoffs Pferde sind nun im niedersächsischen Aselage stationiert.<ref>Neuer Nationaltrainer: René Tebbel trainiert die Ukraine, Neue Osnabrücker Zeitung, 20. September 2013</ref> Ende Mai 2013 bestritt er seinen ersten Nationenpreis für die Ukraine beim CSIO Rom.
Auch in den folgenden Jahren war Ulrich Kirchhoff mehrfach Teil ukrainischer Nationenpreismannschaften. Zwanzig Jahre nach seiner ersten Olympiateilnahme war er mit Prince de la Mare bei den Olympischen Sommerspielen 2016 am Start, zu einer vorderen Platzierung reichte es jedoch nicht.
Erfolge
Championate
- Olympische Sommerspiele:<ref>Wichtige Erfolge von Ulrich Kirchhoff auf der Internetseite der FEI</ref>
- 1996, Atlanta: mit Jus de Pomme 1. Platz mit der Mannschaft und 1. Platz in der Einzelwertung
- 2016, Rio de Janeiro: mit Prince de la Mare 13. Platz mit der Mannschaft und 43. Platz in der Einzelwertung
- Europameisterschaften:
- 1986, Reims (Junge Reiter): mit Piquet 6. Platz mit der Mannschaft und 2. Platz in der Einzelwertung
- 1987, Donaueschingen (Junge Reiter): mit Piquet 3. Platz mit der Mannschaft<ref name="Erfolgsdatenbank"/>
Weitere Erfolge ab 2004
<ref>10000527 - Ulrich KIRCHHOFF (UKR). Abgerufen am 22. November 2018.</ref>
- 2004: 3. Platz im Großen Preis von Kopenhagen (CSIO 4*), 3. Platz im Großen Preis von München-Riem (CSI 3*), 7. Platz im Großen Preis von Aachen (CSIO 5*), 2. Platz im Großen Preis von Affalterbach (CSI 3*), 1. Platz im Großen Preis von Stuttgart (CSI 4*) sowie mit der deutschen Mannschaft 1. Platz im Nationenpreis von Barcelona (Samsung-Super-League-Finale 2004) – alle mit Carino
- 2005: 3. Platz im Großen Preis von Dublin (CSIO 5*), sowie mit der deutschen Mannschaft 1. Platz in den Nationenpreisen (Super League) von Hickstead und Dublin – alle mit Carino
- 2006: 5. Platz im Großen Preis von Leipzig (Weltcup-Wertungsprüfung, CSI 4*-W), 3. Platz im Großen Preis von Rom (CSIO 5*) sowie mit der deutschen Mannschaft 1. Platz im Nationenpreis von Dublin – beides mit Carino
- 2007: 4. Platz im Großen Preis von Leipzig (Weltcup-Wertungsprüfung, CSI 4*-W) mit Carino, 4. Platz in der Weltcup-Wertungsprüfung von Bordeaux mit Carino, 2. Platz im Großen Preis von Rastede mit O'Celine
- 2008: 3. Platz im Großen Preis von Monte Carlo (CSI 5*, GCT-Wertungsprüfung), 7. Platz im Großen Preis von Estoril (CSI 5*, GCT-Wertungsprüfung) – beides mit Carino
- 2009: 4. Platz im Finale der Global Champions Tour in Doha (CSI 5*) mit Carino
- 2010: 1. Platz im Großen Preis von Augusta (CSI 3*) mit Caruso
- 2013: 1. Platz mit der ukrainischen Mannschaft im Nationenpreis von Rom (CSIO 5*) mit Verdi, 3. Platz im King Georges V Gold Cup in Hickstead (CSIO 5*) mit Carlina, 2. Platz im Großen Preis von Dublin (CSIO 5*) mit Carlina
- 2014: 1. Platz im Nationenpreis von Al-Ain (CSIO 5*) mit Chaccland, 2. Platz im Großen Preis von Chengdu (CSI 2*) mit einem Leihpferd
- 2015: 2. Platz in einem Großen Preis von San Giovanni in Marignano (CSI 3*) mit Gabbiano, 2. Platz im Großen Preis von Guangzhou (CSI 3*) mit einem Leihpferd
- 2016: 1. Platz im Nationenpreis von Celje (CSIO 3*) mit Gabbiano, 1. Platz im Nationenpreis von Odense (CSIO 3*) mit Gabbiano, 1. Platz im Nationenpreis von Sopot (CSIO 5*) mit Prince de la Mare
Pferde
Das für Kirchhoffs Karriere bedeutsamste Pferd war Jus de Pommes (* 1986; † 1996), ein fuchsfarbener belgischer Warmblut-Hengst. Dessen Vater war Primo des Bruyeres, die Mutter stammte von Opaline des Pins ab.<ref>Stammbaum von Jus de Pommes auf paardenfokken.nl</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel über Jus de Pommes inklusive Stammbaum (englisch) ( vom 25. September 2009 im Internet Archive) </ref>
Lange Zeit war Carino (* 1995), ein brauner Holsteiner Wallach (Vater: Cassini I, Muttervater: Caretino), sein Pferd für Große Preise. Diesen setzte er zuletzt 2012 im internationalen Sport ein.<ref>FEI-Pferdedatenbank: Carino 188</ref>
Pferde seit 2013:
- Carlina (* 2001), braune Holsteiner Stute, Vater: Carvallo, Muttervater: Landgraf I; bis Anfang 2013 von Pius Schwizer und Trevor Coyle geritten; seit Jahresbeginn 2014 von Oleksandr Onischtschenko geritten<ref>FEI-Pferdedatenbank: Carlina</ref><ref name=Ukraine1/>
- Chaccland (* 2005), Schimmelwallach der Rasse Oldenburger Springpferd, Vater: Chacco-Blue, Muttervater: Carthago; bis Ende 2013 von Harm Wiebusch geritten, ab Sommer 2014 von Oleksandr Onischtschenko und Ferenc Szentirmai geritten<ref>FEI-Pferdedatenbank: Chaccland</ref>
- Gabbiano 11 (* 2005), Fuchswallach der Rasse Oldenburger Springpferd, Vater: Grandino, Muttervater: Cento; bis zum Jahr 2014 von Florian Meyer zu Hartum, Oleksandr Onischtschenko und Cassio Rivetti geritten<ref>FEI-Pferdedatenbank: Gabbiano 11</ref>
- Prince de la Mare (* 2003), brauner Selle-Français-Wallach, Vater: Beguin de Moens, Muttervater: Socrate de Chivre; bis Ende 2015 von Carlos Enrique Lopez Lizarazo geritten<ref>FEI-Pferdedatenbank: Gabbiano 11</ref>
- Sterrehof's Opium (* 1996; † 2024), Westfale, Fuchshengst, Vater: Polydor, Muttervater: Bormio
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetseite von Ulrich Kirchhoff ( vom 5. Februar 2007 im Internet Archive)
- Starportrait (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) auf der Internetseite der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
Einzelnachweise
<references/>
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
1900: Datei:Flag of Belgium (civil).svg Aimé Haegeman | 1912: Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Jean Cariou | 1920: Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Tommaso Lequio di Assaba | 1924: Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Alphonse Gemuseus | 1928: Datei:Flag of the Czech Republic.svg František Ventura | 1932: Japan Takeichi Nishi | 1936: Datei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Kurt Hasse | 1948: Datei:Flag of Mexico (1934-1968).svg Humberto Mariles Cortés | 1952: Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Pierre Jonquères d’Oriola | 1956: Datei:Flag of Germany.svg Hans Günter Winkler | 1960: Vorlage:ITA-1946 Raimondo D’Inzeo | 1964: Frankreich Pierre Jonquères d’Oriola | 1968: Vereinigte Staaten William Steinkraus | 1972: Vorlage:ITA-1946 Graziano Mancinelli | 1976: Datei:Flag of Germany.svg Alwin Schockemöhle | 1980: Datei:Flag of Poland.svg Jan Kowalczyk | 1984: Vereinigte Staaten Joe Fargis | 1988: Frankreich Pierre Durand | 1992: Deutschland Ludger Beerbaum | 1996: Deutschland Ulrich Kirchhoff | 2000: Niederlande Jeroen Dubbeldam | 2004: Datei:Flag of Brazil.svg Rodrigo Pessoa | 2008: Datei:Flag of Canada (Pantone).svg Eric Lamaze | 2012: Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Steve Guerdat | 2016: Vereinigtes Königreich Nick Skelton | 2020: Vereinigtes Königreich Ben Maher | 2024: Deutschland Christian Kukuk
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Olympiasieger im Springreiten (Mannschaft)Vorlage:Klappleiste/Anfang 1952–1955: Hans Günter Winkler | 1959: Hans Günter Winkler | 1960: Hermann Schridde | 1961: Alwin Schockemöhle | 1962: Hermann Schridde | 1963: Alwin Schockemöhle | 1965: Peter Schmitz | 1966: Gerd Wiltfang | 1967: Alwin Schockemöhle | 1969–1970: Hartwig Steenken | 1971: Gerd Wiltfang | 1973: Hartwig Steenken | 1974: Paul Schockemöhle | 1975: Alwin Schockemöhle | 1977: Hendrik Snoek | 1978: Sönke Sönksen | 1979: Gerd Wiltfang | 1980: Paul Schockemöhle | 1981: Franke Sloothaak | 1982–1983: Paul Schockemöhle | 1984: Karsten Huck | 1985: Michael Rüping | 1986–1987: Paul Schockemöhle | 1988: Ludger Beerbaum | 1989: Franke Sloothaak | 1990: Otto Becker | 1991: Franke Sloothaak | 1992–1993: Ludger Beerbaum | 1994: Otto Becker | 1995: Lars Nieberg | 1996: Ulrich Kirchhoff | 1997–1998: Ludger Beerbaum | 1999: Carsten-Otto Nagel | 2000–2001: Ludger Beerbaum | 2002: Marcus Ehning | 2003: Marco Kutscher | 2004: Ludger Beerbaum | 2005–2007: René Tebbel | 2008: Meredith Michaels-Beerbaum | 2009: Philipp Weishaupt | 2010: Meredith Michaels-Beerbaum | 2011: Ludger Beerbaum | 2012: Marc Bettinger | 2013–2014: Daniel Deußer | 2015: Denis Nielsen | 2016: Andreas Kreuzer | 2017: Simone Blum | 2018: Mario Stevens | 2019: Felix Haßmann | 2020: Philipp Weishaupt | 2021: Tobias Meyer | 2022: Mario Stevens Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kirchhoff, Ulrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Kirchhoff, Uli (Spitzname); Kirchhoff, Ulrich Günter Hermann (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-ukrainischer Springreiter |
| GEBURTSDATUM | 9. August 1967 |
| GEBURTSORT | Lohne |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Weblink offline
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1996
- Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2016
- Olympiasieger (Springreiten)
- Olympiateilnehmer (Deutschland)
- Olympiateilnehmer (Ukraine)
- Deutscher Meister (Springreiten)
- Reiter (Deutschland)
- Reiter (Ukraine)
- Deutscher
- Ukrainer
- Geboren 1967
- Mann