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Wolfgang Petersen

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Wolfgang Petersen (2006)

Wolfgang Petersen (* 14. März 1941 in Emden; † 12. August 2022 in Los Angeles, Kalifornien) war ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent.

Der Durchbruch gelang ihm mit den Filmen Das Boot (1981, Kriegsfilm) und Die unendliche Geschichte (1984, Fantasiefilm), die heute als Klassiker des deutschen Filmes gelten. Der Erfolg dieser beiden Filme bereitete ihm Möglichkeit, in Hollywood Filme wie In the Line of Fire – Die zweite Chance (1993), Air Force One (1997) und Troja (2004) zu drehen.

Leben

Kindheit, Jugend und erste Arbeiten im Regiefach

Petersen, Sohn eines Marineoffiziers, wurde 1941 in einem Wohnhaus im Emder Behördenviertel geboren, wuchs aber während des Zweiten Weltkriegs in Mecklenburg auf. Danach zogen seine Eltern wieder nach Emden, wo sie zunächst in einer Barackensiedlung im Stadtteil Port Arthur/Transvaal nahe dem Hafen lebten. Sie zogen 1950 nach Hamburg-Bramfeld; Petersen schaute sich dort in Kinos zahlreiche Kinofilme an.<ref>Gudrun Wohlrab, Björn Marnau: Bramfelder Streifzüge, Stadtteilarchiv Bramfeld, Hamburg 2021, S. 112–118</ref> Bereits während seiner Schulzeit auf der Gelehrtenschule des Johanneums drehte er mit einer 8-mm-Kamera erste Filme.

Erste Regiearbeit lieferte Petersen am Jungen Theater in Hamburg in verschiedenen Kinderaufführungen. Daneben arbeitete er als Regieassistent und Schauspieler und besuchte eine Schauspielschule.

Er begann 1965 ein Studium der Theaterwissenschaft in Hamburg und wechselte 1966 zur Deutschen Film- und Fernsehakademie. Er drehte als Studienarbeiten einige Kurzfilme (darunter Der Eine – der Andere<ref>Vorlage:IMDb/1</ref> und Ich nicht) und als Abschlussarbeit den Film Ich werde dich töten, Wolf (1969). Daneben inszenierte er einige Theaterstücke in Hamburg.

Karriere in Deutschland

Datei:Stanley O'Toole, Dennis Quaid, Wolfgang Petersen.jpg
V. l. n. r.: Stanley O’Toole, Dennis Quaid, Petersen (1984)

Petersen arbeitete ab 1971 für das Fernsehen. Er drehte u. a. sechs Tatort-Folgen für den NDR, einen Fernsehfilm für den WDR (Van der Valk und die Reichen) und weitere Fernsehproduktionen. Die Tatort-Folge Reifezeugnis mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg ist nach Tatort: Rot – rot – tot bis heute der zweiterfolgreichste Tatort überhaupt.<ref>„Rot – rot – tot“: Der Rekord-„Tatort“ beim SWR. In: digitalfernsehen.de. 27. Dezember 2011, abgerufen am 16. August 2022.</ref>

Petersen produzierte 1973/1974 seinen ersten Kinofilm: Einer von uns beiden, nach dem gleichnamigen Kriminalroman von -ky. Bei der Besetzung griff er auf einen relativ festen Stamm von Mitarbeitern zurück, darunter auf den Kameramann Charly Steinberger, die Schauspieler Jürgen Prochnow und Klaus Schwarzkopf und den Komponist Klaus Doldinger.

Der Film Die Konsequenz löste 1977 einen Skandal aus, als sich der BR aus der Übertragung der Erstausstrahlung im Fernsehen ausschaltete. Der BR schrieb, das Thema des Films (Homosexualität) sei nicht für sein Publikum geeignet. Als der Film kurz darauf im Kino anlief, war er auch in Bayern zu sehen.

1980 übertrug die Produktionsfirma Bavaria Film Petersen die Regie zu der Großproduktion Das Boot. Dieser Kriegsfilm wurde vor allem in den USA zu einem Kassenschlager und zum in den USA bis dato erfolgreichsten fremdsprachigen Film. In Deutschland war der Film bei der Erstaufführung mit 2,3 Millionen Zuschauern zunächst mittelmäßig erfolgreich; er wurde durch Wiederaufführungen und Fernsehausstrahlungen auch dort zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Filme.

Nach diesem ersten großen Erfolg drehte Petersen mit einem Budget von über 50 Millionen DM (rund 25,6 Mio. Euro) die bis dato teuerste deutsche Nachkriegsproduktion: Die unendliche Geschichte.

Karriere in Hollywood

Der Science-Fiction-Film Enemy Mine – Geliebter Feind entstand 1984 in deutsch/US-amerikanischer Koproduktion. Gedreht wurde er fast vollständig in den Münchner Bavaria-Studios. 1986 zog Petersen nach Los Angeles. Gemeinsam mit der Produzentin Gail Katz internationalisierte er sein Produktionsunternehmen Radiant Film als Radiant Productions.<ref>Christine Haase: When Heimat Meets Hollywood: German Filmmakers and America, 1985–2005. Studies in German Literature, 2007, ISBN 978-1-57113-279-6, Seite 83.</ref> Katz fungierte als CEO des Unternehmens. Petersen drehte in Hollywood weitere Filme für den internationalen Markt und konzipierte Blockbuster wie zum Beispiel Tod im Spiegel, In the Line of Fire – Die zweite Chance, Outbreak – Lautlose Killer, Air Force One, Der Sturm, Poseidon und Troja. Sechs Filme, für die Wolfgang Petersen verantwortlich zeichnete, erzielten dabei Einspielergebnisse von (inflationsbereinigt) jeweils über 100 Millionen US-Dollar, mit Das Boot sogar sieben. Alle seine Filme brachten es zusammen auf fünfzehn Oscarnominierungen, darunter allein sechs Nominierungen für Das Boot (Regie, Drehbuchadaption, Kamera, Schnitt, Ton und Tonschnitt).

Datei:Wolfgang Petersen.jpg
Wolfgang Petersen (2006)

Petersens letzte Hollywood-Produktion war Poseidon, die im Jahr 2006 erschien und eine Neuverfilmung von Die Höllenfahrt der Poseidon (1972) darstellt. Danach drehte er in Deutschland noch Vier gegen die Bank (2016), wiederum eine Neuverfilmung, basierend auf seinem eigenen Fernsehfilm.

Persönliches

Von 1970 bis 1978 war Petersen in seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Ursula Sieg (* 1937) verheiratet. 1978 heiratete er in zweiter Ehe die Regieassistentin Maria Borgel.<ref>Maria-Antoinette Borgel in der Svensk Filmdatabas des Svenska Filminstitutet, abgerufen am 2. Oktober 2024 (englisch/schwedisch)</ref> Seine Ehefrau nahm den Namen Maria Borgel-Petersen an.

Wolfgang Petersen starb im August 2022 in seinem Haus in Brentwood, einem Stadtteil von Los Angeles, im Alter von 81 Jahren an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs.<ref>Mike Fleming: Director Wolfgang Petersen Dies At 81; Hollywood Star Rose After ‘Das Boot’ To Include Blockbusters ‘The Perfect Storm,’ ‘Air Force One’ & ‘In The Line Of Fire’. In: deadline.com. 16. August 2022, abgerufen am 16. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sein Grab befindet sich auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles.

Sonstiges

Petersen war 2003 eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie.

Im Juni 2024 wurde ihm zu Ehren die ehemalige „Theaterstraße“ in seiner Geburtsstadt Emden in „Wolfgang-Petersen Straße“ umbenannt.<ref>Emden ehrt Hollywood-Legende Wolfgang Petersen: Straße vor dem Festspielhaus wird pünktlich zum Filmfest umbenannt. In: NWZ online. 4. Juni 2024, abgerufen am 8. Juni 2024.</ref>

Filmografie

Regie und Regieassistenz

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Produzent

Auszeichnungen

Datei:Wolfgang Petersen - Boulevard der Stars.jpg
Stern von Wolfgang Petersen auf dem Boulevard der Stars in Berlin
Filme in den Top 250 der IMDb<ref>Die Top 250 der IMDb (Stand: 25. April 2020)</ref>
Platz Film
77 Das Boot

Literatur

  • Tim Heptner (Hrsg.) Deutsches Filminstitut/Deutsches Filmmuseum: Das Boot. Auf der Suche nach der Crew der U96. Henschel Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-89487-550-X.
  • Stefanie Weinsheimer: Wolfgang Petersen * 1941. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-010662-4, S. 585–588.
  • Helmut Sorge: Ab nach Amerika! – Ausgewanderte erzählen. Collection Rolf Heyne, München 2009, ISBN 978-3-89910-438-7.
  • Hans-Michael Bock (Hrsg.): CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. (Loseblattsammlung), B1-B6, F1-F22, E1-E22. edition text + kritik, München 2012, ISBN 978-3-86916-158-7.
  • Andreas Stuhlmann: Petersen, Wolfgang. In: Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.): Hamburgische Biografie. Band 8. Wallstein, Göttingen 2023, ISBN 978-3-8353-5443-2, S. Vorlage:VonBis.

Weblinks

Commons: Wolfgang Petersen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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