Projekt 22350
Die Admiral Gorschkow im Juli 2018.
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Das Projekt 22350 (nach dem Typschiff auch als Admiral-Gorschkow-Klasse bezeichnet) ist eine Klasse von Fregatten der russischen Marine, die seit 2018 in Dienst steht.
Die Klasse besitzt Stealth-Eigenschaften, ist für Schiffs-, U-Boot- und Flugabwehr bestimmt und soll unter anderem im Rahmen von Anti-Terror-Einsätzen eingesetzt werden. Die Schiffe sollen die bisherigen Fregatten der Kriwak-Klasse und die Zerstörer der Sowremenny-Klasse ersetzen.
Das gesamte Programm wird laut Admiral Massorin „mindestens 20 Einheiten, fünf pro Flotte“ umfassen. Es sind die größten Überwasser-Schiffe, die nach dem Ende der Sowjetunion für die russische Marine gebaut wurden.
Geschichte
Entwurf
Der grundlegende Entwurf des Projektes 22350 wurde 2005 von der russischen Marine genehmigt. Ursprünglich handelte es sich um eine 5.800 ts verdrängende Mehrzweckfregatte, die mit Senkrechtstartanlagen für Schiff-Schiff- und Flugabwehr-Lenkflugkörper, einem 130-mm-Geschütz, drei Nahbereichsverteidigungssystemen, Bordhubschraubern sowie Sonar und Schleppsonar ausgerüstet war.
Um die Radarsignatur der Schiffe zu verringern, werden Kompositmaterialien eingesetzt. Die Schiffslinien mit Spiegelheck und scharfem Vorsteven verbessern in Verbindung mit nicht einziehbaren Stabilisatoren die Seeeigenschaften des Schiffes.
Bau
Die Kiellegung des ersten Schiffes des Projekt 22350 erfolgte am 1. Februar 2006 unter dem Namen Admiral Sergei Georgijewitsch Gorschkow (in Nachfolge des 1996 außer Dienst gestellten Flugzeugträgers Admiral Flota Sowjetskowo Sojusa Gorschkow) auf der Sewernaja-Werft in Sankt Petersburg. Die Fregatte lief im Oktober 2010 vom Stapel und sollte bereits im Jahr 2011 der Schwarzmeerflotte übergeben werden.<ref>ВМФ получит головной фрегат “Адмирал Горшков” проекта 22350 в 2011 году.</ref><ref name="RIAN010212" /> Erhebliche Bauverzögerungen führten allerdings erst im Jahr 2018 zur Indienststellung des Schiffes.
Einsätze
Kurz nach seiner Indienststellung besuchte das Mehrzweck-Kampfschiff Kuba und wurde von drei weiteren Schiffen der russischen Marine begleitet. Der amerikanische Zerstörer Jason Dunham folgte dem Schiffsverband dabei zeitweise in nur wenigen Kilometern Abstand durch die Karibik.<ref>amerika21: Russische Streitkräfte statten Kuba und Venezuela Besuch ab. 27. Juni 2019, abgerufen am 10. April 2020.</ref>
Am 25. Dezember 2017 wurde die Admiral Gorschkow nördlich von Schottland eingesetzt. Dabei eskortierte die britische Fregatte HMS St Albans das Schiff nahe der britischen Hoheitsgewässer in der Nähe des Moray Firth.<ref>telegraph.co.uk</ref> Während dieses Einsatzes fiel der Antrieb der Admiral Gorschkow aus.<ref>flotprom.ru</ref>
Das Schiff gehört zu Russlands Nordmeerflotte und soll 2023 auf eine lange Reise in den Atlantischen und Indischen Ozean geschickt werden, um Russlands Seemacht zu demonstrieren.<ref name="Meldung von 15:17 Uhr"/>
Einheiten
| Name | Bauwerft | Kiellegung | Stapellauf | Indienststellung | Bemerkungen (Flotte) |
|---|---|---|---|---|---|
| Admiral Flota Sowjetskowo Sojusa Gorschkow (Адмирал флота Советского Союза Горшков) |
Sewernaja-Werft, Sankt Petersburg |
1. Februar 2006 | 29. Oktober 2010 | 28. Juli 2018<ref>Фрегат «Адмирал Горшков» вошёл в состав ВМФ</ref> | aktiv (Nordflotte) |
| Admiral Flota Kassatonow (Адмирал флота Касатонов) |
26. November 2009<ref>RIA Novosti: Werft Sewernaja baut neue Fregatte für russische Marine</ref> | 12. Dezember 2014<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Фрегат в родной стихии. ( vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive) Flotprom.ru, 19. Dezember 2014 (russisch, „Die Fregatte in ihrem Element“) abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref> | 21. Juli 2020<ref>tass.com</ref> | ||
| Admiral Golowko (Адмирал Головко) |
1. Februar 2012<ref name="RIAN010212"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zwei Kampfschiffe in Petersburg auf Kiel gelegt ( vom 3. Februar 2012 im Internet Archive) rian.ru; Februar 2012; abgerufen am 1. Februar 2012.</ref> | 22. Mai 2020<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />aoosk.ru ( vom 17. April 2021 im Internet Archive)</ref> | 25. Dezember 2023<ref>Atle Staalesen: Russia's brand new warship heads to Arctic base. In: thebarentsobserver.com. Abgerufen am 2. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | ||
| Admiral Flota Sowjetskowo Sojusa Issakow (Адмирал флота Советского Союза Исаков) |
14. November 2013<ref>“Северная верфь” заложила фрегат и разведывательный корабль для ВМФ. FlotProm.ru, 14. November 2013 (russisch, „Die Werft Sewernaja legte eine Fregatte und ein Mittleres Aufklärungsschiff für die WMF auf Kiel.“) abgerufen am 16. November 2013.</ref> | 27. September 2024<ref>Tomasz Grotnik: Russia Launches First Project 22350 Frigate for Pacific Fleet. In: navalnews.com. 2024, abgerufen am 12. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | im Bau | ||
| Admiral Amelko (Адмирал Амелько) |
23. April 2019<ref name="tass.ru">tass.ru</ref> | 14. August 2025<ref>Tomasz Grotnik: Russia launches new Gorshkov-class frigate. In: navalnews.com. 21. August 2025, abgerufen am 22. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | |||
| Admiral Tschitschagow (Адмирал Чичагов) |
23. April 2019<ref name="tass.ru"/> | ||||
| Admiral Jumaschew (Адмирал Юмашев) |
20. Juli 2020 | ||||
| Admiral Spiridonow (Адмирал Спиридонов) |
20. Juli 2020 | ||||
| Admiral Kapitanez (Адмирал Капитанец) |
2026 (geplant) | ||||
| Admiral Wyssozki (Адмирал Высоцкий) |
2026 (geplant) | <ref>Главком ВМФ открыл в Москве памятник адмиралу Высоцкому. RIA Nowosti, 18. August 2022, abgerufen am 2. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
Technische Beschreibung
Antriebsanlage
Projekt 22350 verfügt über einen kombinierten Diesel- und Gasturbinenantrieb M55R (CODAG). Die beiden Antriebsdieselmotoren für die Marschfahrt vom Typ 10D49 befinden sich im hinteren Maschinenraum. Die beiden zuschaltbaren Gasturbinen sind im Vorschiff verbaut. Durch die Kombination von Dieselmotoren und Gasturbinen sind Geschwindigkeiten von 15 kn (Marschgeschwindigkeit) und 30 kn (Höchstgeschwindigkeit) möglich.
Ursprünglich sollten die Schiffe mit in der Ukraine von Sorja-Maschprojekt hergestellten M90FR-Gasturbinen ausgerüstet werden. Wegen des Krieges in der Ukraine verhängte die Ukraine ein Waffenembargo gegen Russland, weshalb nur die ersten beiden Schiffe die M90FR-Gasturbinen erhielten.<ref>Jane’s Information Group: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Russian Gorshkov frigate build may slow without Ukrainian gas turbines ( vom 31. Januar 2015 im Internet Archive) (englisch), abgerufen am 30. Januar 2015</ref> Ab dem dritten Schiff werden russische AL-WMF-Gasturbinen von NPO Saturn verbaut.
Bewaffnung
Auf dem Vorschiff befinden sich zwei UKSK-Senkrechtstartanlagen. Bei den ab 2020 auf Kiel gelegten Schiffen sollten drei oder vier dieser Startanlagen eingebaut werden.<ref>Project 22350 Admiral Sergei Gorshkov. In: globalsecurity.org. Abgerufen am 12. November 2024.</ref><ref name="www1.ru">Frigate "Admiral Amelko" received twice as many "Tsirkons" and "Kalibrs" auf www1.ru, abgerufen am 27. April 2026.</ref> Das erste Schiff in dieser verbesserten Konfiguration war jedoch bereits die 2019 auf Kiel gelegte Admiral Amelko.<ref name="armyrecognition.com">Russia’s Pacific Fleet expands hypersonic strike capabilities with new Project 22350 frigate Admiral Amelko: Russia’s Pacific Fleet expands hypersonic strike capabilities with new Project 22350 frigate Admiral Amelko, abgerufen am 26. August 2025.</ref> Einige Quellen bezeichnen diese Version als Projekt 22351.<ref name="deagel.com">Deagel: Project 22350, abgerufen am 19. November 2025.</ref> Die UKSK-Senkrechtstartanlagen bestehen jeweils aus acht Zellen und können wahlweise mit BrahMos-, P-800 Oniks- und Kalibr-Lenkwaffen sowie SS-N-33 Zirkon Hyperschall-Seezielflugkörper<ref>tagesschau.de: Liveblog: ++ Putin lässt Schiff mit Hyperschallraketen ausrüsten ++. Abgerufen am 4. Januar 2023.</ref> bestückt werden. Zur Fliegerabwehr sind vor den UKSK-Containern in vier Blöcken weitere 32 Zellen für 9M96- oder (je vier in einer Zelle) 9M100-Lenkwaffen untergebracht.<ref name="mt2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Militaryrussia.ru ( vom 25. Mai 2013 im Internet Archive) abgerufen am 26. März 2013 (russisch)</ref><ref name="armyrecognition.com" />
Die Artillerie besteht aus einem 130-mm-Geschütz A-192M und wird durch das 5P-10-Puma-Feuerleitsystem gesteuert. Die maximale Reichweite des Geschützes beträgt 23 km, die Kadenz 30 Schuss/Minute. Je nach verwendeter Munition können Land-, See- oder Luftziele bekämpft werden.
Zur Nahbereichsverteidigung dienen zwei Palasch-CIWS auf dem Hangardach.
Zur U-Boot- und Torpedo-Abwehr befinden sich beidseitig im Rumpf Paket-NK-Starter, die jeweils vier Torpedos umfassen. Die Ortung von U-Booten erfolgt durch ein Sarija-Sonar und ein Niederfrequenz-Winjetka-Schleppsonar. Das Sonar soll Ziele auf bis zu 60 km orten können.
Am Heck des Schiffes befinden sich ein Hubschrauberlandeplatz und ein Hubschrauber-Hangar. Zum Einsatz kommen Hubschrauber vom Typ Kamow Ka-27.
Am 4. Januar 2023 übertrug das russische Fernsehen eine Videoschalte, bei der Staatspräsident Putin Zirkon-Flugkörper auf der Schiffsklasse 'in Dienst stellte'. Es sei die erste Fregatte, die mit den neuen Raketen ausgestattet wird.<ref name="Meldung von 15:17 Uhr">faz.net: Meldung von 15:17 Uhr (4. Januar 2033)</ref> Im Dezember 2023 wurden die Raketen auf der Admiral Kassatonow für einsatzbereit erklärt.<ref name="navyrecognition.com">Navyrecognition: Russian Navy Project 22350 Admiral Kasatanov frigate upgraded with Zircon hypersonic missiles, abgerufen am 16. Dezember 2023</ref>
Weblinks
- Beschreibung. warfare.ru (englisch)
- Beschreibung. globalsecurity.org (englisch)
Einzelnachweise
<references responsive> </references>
U-Jagd-Boote: 122bis Kronstadt-Klasse | 205P Stenka-Klasse | 133 Muravey-Klasse | 11451 Mukha-Klasse
P-/T-Boote: 1400 Zhuk-Klasse | 1204 | 183 P-6-Klasse | 206 Shershen-Klasse | 206M Turya-Klasse | 10410 Swjetljak-Klasse | 22460 Rubin-Klasse | 21980 | 03160
Flugkörperschnellboote: 183R Komar-Klasse | 205 Osa-Klasse | 206MR Matka-Klasse | 1240 Sarancha-Klasse
Korvetten: 204 Poti-Klasse | 133.1M Parchim-Klasse | 1124 Grischa-Klasse | 1234 Nanuchka-Klasse | 1239 Bora-Klasse | 1241.1 Tarantul-Klasse | 1241.2 Pauk-Klasse | 20380 Stereguschtschi-Klasse | 20385 Gremjaschtschi-Klasse | 21630 Bujan-Klasse | 22160 Wassili-Bykow-Klasse | 22800 Karakurt-Klasse
Fregatten: 42 Kola-Klasse | 50 Riga-Klasse | 159 Petya-Klasse | 35 Mirka-Klasse | 1159 Koni-Klasse | 1135 Kriwak-Klasse | 1154 Neustraschimy-Klasse | 11356 Admiral Grigorowitsch-Klasse | 11661 Gepard-Klasse | 22350 Admiral Gorschkow-Klasse
Zerstörer: 30bis Skoryy-Klasse | 41 Neustraschimy-Klasse | 56 Kotlin-Klasse | 56-M Kildin-Klasse | 57A Kanin-Klasse | 61 Kaschin-Klasse | 61MP Kaschin-Mod-Klasse | 956 Sowremenny-Klasse | 1155 Udaloy-Klasse
Kreuzer: 68 Tschapajew-Klasse | 68bis Swerdlow-Klasse | 58 Kynda-Klasse | 1134 Kresta-I-Klasse | 1134A Kresta-II-Klasse | 1134B Kara-Klasse | 1164 Slawa-Klasse | 1144 Kirow-Klasse
Flugzeug- und Hubschrauberträger: 1123 Moskwa-Klasse | 1143 Kiew-Klasse | 1143.5 Admiral Kusnezow-Klasse | 1143.7 Uljanowsk-Klasse