Zum Inhalt springen

Iod-Azid-Reaktion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. März 2022 um 03:26 Uhr durch 2001:a61:2a42:f201:ac8d:232d:c33d:7fd (Diskussion).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Die Iod-Azid-Reaktion dient dem Nachweis von Sulfid durch Reaktion mit Iod/Azid in der qualitativen anorganischen Analyse. Reine Lösungen von Natriumazid (NaN3) und Iod (I2) sind längere Zeit nebeneinander beständig. Sie werden aber durch Einwirkung von S2− (auch schwerlösliche Schwermetallsulfide) katalytisch zersetzt. Thiocyanate (SCN) und Thiosulfate reagieren analog.

<math>\mathrm{S^{2-} + I_2 \longrightarrow S + 2 \ I^-}</math>
Sulfidanionen und Iod reagieren zu Schwefel und Iodid. (Entfärbung)
<math>\mathrm{S + 2 \ N_3^- \longrightarrow S^{2-} + 3 \ N_2 \uparrow}</math>
Schwefel und Azidionen reagieren zu Sulfid und molekularem Stickstoff. (Gasentwicklung)

Größere Mengen an I stören die Reaktion. In diesem Fall bewirkt die Zugabe von einigen Tropfen Hg(NO3)2-Lösung die Bildung von HgI42−. Letzteres hat keinen Einfluss auf die beschriebene katalytische Zersetzung von Iod/Azid.

Literatur

  • Gerdes: Qualitative Anorganische Analyse, Springerverlag, 2. Auflage, ISBN 978-3540670186

Weblinks