Zum Inhalt springen

Grammatischer Reim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. April 2020 um 18:27 Uhr durch imported>Aka (Literatur: Punkt hinter Abkürzung gesetzt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Ein grammatischer Reim ist ein unreiner Reim zweier Worte gleichen Wortstamms, welche unterschiedlich gebeugt oder gebildet wurden. Im Minnesang häufig verwendet, finden sich auch in der Neuzeit noch Beispiele:

<poem style="margin-left: 2em;"> Verse, wie sie Bassus schreibt, Werden unvergänglich bleiben:– Weil dergleichen Zeug zu schreiben Stets ein Stümper übrig bleibt. – Gotthold Ephraim Lessing: Sinngedichte

Er saß zu Pferde: ihm entging keine Gebärde rings. Auf Silber sprach jetzt Ring zu Ring, und Stimme war in jedem Ding, und wie in vielen Glocken hing die Seele jedes Dings. – Rainer Maria Rilke: Karl der Zwölfte von Schweden reitet in der Ukraine aus Das Buch der Bilder </poem>

Die entsprechende rhetorische Figur ist das Polyptoton.

Literatur

  • Helmut Glück (Hrsg.), Metzler Lexikon Sprache. Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01519-X, S. 258.
  • Otto Knörrich: Lexikon lyrischer Formen (= Kröners Taschenausgabe. Band 479). 2., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-47902-8, S. 85.