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Grammatischer Reim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ein grammatischer Reim ist ein unreiner Reim zweier Worte gleichen Wortstamms, welche unterschiedlich gebeugt oder gebildet wurden. Im Minnesang häufig verwendet, finden sich auch in der Neuzeit noch Beispiele:

<poem style="margin-left: 2em;"> Verse, wie sie Bassus schreibt, Werden unvergänglich bleiben:– Weil dergleichen Zeug zu schreiben Stets ein Stümper übrig bleibt. – Gotthold Ephraim Lessing: Sinngedichte

Er saß zu Pferde: ihm entging keine Gebärde rings. Auf Silber sprach jetzt Ring zu Ring, und Stimme war in jedem Ding, und wie in vielen Glocken hing die Seele jedes Dings. – Rainer Maria Rilke: Karl der Zwölfte von Schweden reitet in der Ukraine aus Das Buch der Bilder </poem>

Die entsprechende rhetorische Figur ist das Polyptoton.

Literatur

  • Helmut Glück (Hrsg.), Metzler Lexikon Sprache. Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01519-X, S. 258.
  • Otto Knörrich: Lexikon lyrischer Formen (= Kröners Taschenausgabe. Band 479). 2., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-47902-8, S. 85.