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Penicillamin

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Strukturformel
Strukturformel  Strukturformel
L-Penicillamin (links) bzw. D-Penicillamin (rechts)
Allgemeines
Freiname Penicillamin
Andere Namen
  • 2-Amino-3-mercapto-3-methyl-buttersäure
  • 3-Mercapto-D-valin (D-Penicillamin)
  • (S)-3,3-Dimethyl-cystein
  • (S)-Penicillamin
Summenformel C5H11NO2S
Kurzbeschreibung

weißes bis fast weißes, kristallines Pulver<ref name="Ph. Eur." />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-148-8
ECHA-InfoCard 100.000.136
PubChem 5852
ChemSpider 5643
DrugBank DB00859
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

M01CC01

Wirkstoffklasse

Antidot

Eigenschaften
Molare Masse 149,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

202–206 °C<ref name="MerckIndex">The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 1223, ISBN 978-0-911910-00-1.</ref>

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser, schwer löslich in Ethanol 96 %<ref name="Ph. Eur.">Eintrag Vorlage:Linktext-Check beim Europäisches Direktorat für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-silhouete.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 361d
P: 201​‐​202​‐​280​‐​308+313​‐​405​‐​501<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

6170 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Ph. Eur." />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Penicillamin ist eine nicht-proteinogene α-Aminosäure. Es existieren von Penicillamin zwei Enantiomere: D-Penicillamin und L-Penicillamin. Das D-Enantiomer (D-Aminosäure nach D,L-Nomenklatur, oftmals kurz DPA genannt) bzw. (S)-Enantiomer (nach CIP-Nomenklatur) wird als Medikament beim Morbus Wilson eingesetzt. Außerdem kann D-Penicillamin als Chelatbildner bei Schwermetallvergiftungen mit Blei, Cadmium oder Quecksilber angewendet werden oder bei Rheuma. Die L-Variante ist dagegen giftig, da der Körper diese Variante des Penicillamins nicht von anderen proteinogenen Aminosäuren unterscheiden kann.

Vorkommen

D-Penicillamin ist eine Vorstufe des Penicillins. In Schimmelpilzarten, die Penicillin auf natürlichem Wege herstellen können, ist es daher ein Zwischenprodukt des natürlichen Stoffwechsels.

Gewinnung und Darstellung

Der Ausgangsstoff für aus Penicillin synthetisch hergestelltes D-Penicillamin ist die Aminosäure Valin. Alternativ wird D-Penicillamin in einer dreizehnstufigen Synthesekette aus Isobutyraldehyd, Ammoniak und Schwefel hergestellt, mit der Asinger-Reaktion als Startreaktion.<ref name="Weigert">Wolfgang M. Weigert, Heribert Offermanns und Paul Scherberich: D-Penicillamine – Production and Properties. In: Angewandte Chemie International Edition in English. 14, 1975, S. 330–336, doi:10.1002/anie.197503301. PMID 808979.</ref>

Analytik

Die Bestimmung der Enantiomerenreinheit kann durch Messung des Drehwertes oder durch chirale Dünnschichtchromatographie erfolgen.<ref name="Busker">E. Busker, K. Günther, J. Martens: Application of Chromatographic Chiral Stationary Phases to Pharmaceutical Analysis: Enantiomeric Purity of D-Penicillamine, J. Chromatogr. 1985, 350, 179–185. doi:10.1016/S0021-9673(01)93517-49.</ref>

Medizinische Bedeutung

D-Penicillamin kann als Arzneistoff eingesetzt werden bei

Unerwünschte Wirkungen von Penicillamin (Auswahl, gelegentlich bis häufig):

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Anwendung von Goldpräparaten in der Therapie der rheumatoiden Arthritis wird das Gold im Komplex gebunden und somit unwirksam, eine Kombination ist auch mit Azathioprin nicht geeignet, das dies zu einer erhöhten Knochenmarkstoxizität führt. Auch eine gemeinsame Anwendung mit Chloroquin ist kontraindiziert.<ref name="karow" />

Toxizität

Der LD50-Wert für die orale Gabe des Racemates aus D- und L-Penicillamin liegt im Modellorganismus Ratte bei 365 mg/kg. Für das reine D-Penicillamin sind auch bei einer Dosis von 1200 mg/kg dagegen keinerlei Anzeichen einer Toxizität gegeben.<ref name="PMID14236210">I. A. Jaffe, K. Altman, P. Merryman: The antipyridoxine effect of penicillamine in man. In: The Journal of clinical investigation. Band 43, Oktober 1964, S. 1869–1873, doi:10.1172/JCI105060. PMID 14236210. PMC 289631 (freier Volltext).</ref>

Handelsnamen

Monopräparate

Artamin (A), Metalcaptase (D), Trolovol

Weblinks

Einzelnachweise

<references />