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Gimmeldinger Meerspinne

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Datei:Gimmeldingen-weinberg-im-herbst-mit-weinbiet.jpg
Blick von den Weinbergen der Gimmeldinger Meerspinne zum Weinbiet

Die Weinlage Gimmeldinger Meerspinne ist seit 1971<ref name="vinocentral" /> eine 846 Hektar umfassende Großlage im rheinland-pfälzischen Weinanbaugebiet Pfalz; hier gehört sie zum Bereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße.<ref name="WOL">Weinlagen in Rheinland-Pfalz - Stand Herbst 2020. Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. August 2021; abgerufen am 6. August 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwk-rlp.de (PDF, 0,7 MB)</ref>

Vor ihrer Umstufung zur Großlage war die Gimmeldinger Meerspinne eine mit rund 7 Hektar<ref name="pressetext" /> wesentlich kleinere Einzellage in Gimmeldingen, einem alten pfälzischen Winzerort im Hügelland der Weinstraße, der seit 1969 zu Neustadt an der Weinstraße gehört. Seit einigen Jahren laufen Bestrebungen, den Zuschnitt der Lage wieder von der Großlage auf die anfängliche Einzellage zurückzuführen.<ref name="vinocentral" />

Lage, Klima und Böden

Datei:2008-Mussbach-Weinbiet-116.jpg
Weinbiet

Die ursprüngliche Einzellage, die für den Ruf der Meerspinne verantwortlich ist,<ref name="vinocentral" /> erstreckt sich im Norden der Gimmeldinger Gemarkung. 2 km westlich schirmt das 554 m hohe Weinbiet die in seinem Lee gelegenen Rebflächen gegen übermäßige Niederschläge ab. Die Einzellage heißt heute Mandelgarten.

Die Gewanne besitzt trockene, überwiegend sandige Böden, bei denen eine rasche Erwärmung gewährleistet ist. Sie steigen mäßig von Südost nach Nordwest an und weisen somit auch einen günstigen Winkel zur Morgensonne auf. Dieser Umstand verlängert die Zeit, in der die Trauben tagsüber der Sonne ausgesetzt sind und Zucker bilden können. Die Hangneigung bewirkt zudem, dass in frostigen Frühjahrsnächten kalte Luftmassen zur Rheinebene hin abfließen können und Erfrierungen an den Rebstöcken meist ausbleiben.

Name

Datei:Weingut und Meerspinnkeller - panoramio.jpg
Meerspinnkeller in der Meerspinnstraße

Von Marketingleuten wurde zwar eine Kreuzspinne als Symbol eingeführt, doch der Name hat nichts mit dem Gliedertier zu tun.

  • Nach der einen Erklärung könnte er „Mehrspänne“ bedeuten, was durch die mundartliche Aussprache vor Ort belegt würde: „Mährspänn“. Die Bezeichnung würde sich dann von „mehrspännig“ ableiten; denn die Neigung der Hänge des ursprünglichen Geländes machte es einstmals notwendig, bei beladenem Wagen ein zweites Zugtier vorzuspannen.<ref name="vinocentral" /> Diese dialektologische Überlegung wird teilweise bestritten.
  • Eine andere Bedeutung ließe sich nach den Recherchen des 2018 im Alter von 97 Jahren verstorbenen Gimmeldinger Heimatforschers Alfred Sitzmann aus dem Zinsbuch von 1476 der Loblocher Nikolauskirche herleiten, das im Bayerischen Staatsarchiv in Bamberg aufbewahrt wird. Hier ist von Flurstücken „in der merspin“ die Rede. Sitzmann postuliert eine Namensherkunft aus „mers“ (mittelhochdeutsch für feuchtes Gelände) und „binn“ (Flurstück in Ortsnähe).<ref name="rheinpfalz_2019-09-28" /> Gegen diese Deutung spricht allerdings, dass der Hang der ursprünglichen Meerspinn-Lage trocken und nicht feucht ist.

Nach dem derzeitigen Stand der Forschungen lässt sich nicht entscheiden, ob die eine oder die andere oder eine neue, noch unbekannte Hypothese zutrifft.

Nach der Weinlage benannt sind die Gimmeldinger Meerspinnstraße und in dieser die Gastwirtschaft Meerspinnkeller.

Einzellagen

Zur heutigen Großlage Gimmeldinger Meerspinne gehören 19 Einzellagen:

Königsbach
Gimmeldingen
Mußbach
Haardt
Neustadt

Siehe auch

Einzelnachweise

<references>

<ref name="vinocentral">

Janne Böckenhauer: Wein nach Masterplan. vinocentral.de, 5. Juli 2021, abgerufen am 16. Mai 2022.</ref>

<ref name="pressetext">

Rätsel, Mythen und Legenden über die Meerspinne von Gimmeldingen. pressetext.com, 20. August 2019, abgerufen am 13. Mai 2022.</ref>

<ref name="rheinpfalz_2019-09-28">

Redaktion: Das Rätsel um den Namen Gimmeldinger Meerspinne: gelöst. In: Die Rheinpfalz, Ludwigshafen. 28. September 2019.</ref> </references>