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Königsbach an der Weinstraße

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Königsbach an der Weinstraße
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1200)&title=K%C3%B6nigsbach+an+der+Weinstra%C3%9Fe 49° 23′ N, 8° 10′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1200) 49° 23′ 7″ N, 8° 9′ 33″ O
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Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 3,21 km²
Einwohner: 1200 (2019)<ref>Stadt Neustadt an der Weinstraße – Wohnraumbedarfsanalyse Neustadt an der Weinstraße. (PDF; 2,8 MB) S. 59, abgerufen am 21. April 2022.</ref>
Bevölkerungsdichte: 374 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67435
Vorwahl: 06321
Datei:Neustadt Weinstr Koenigsbach.png
Karte
Königsbach (rot) im Norden des Stadtgebiets von Neustadt
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Königsbach an der Weinstraße ist ein pfälzisches Winzerdorf. Es wurde am 7. Juni 1969 als Ortsteil in die 5 km südlich gelegene kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) eingemeindet, innerhalb derer sie seither den am weitesten nördlich liegenden Ortsbezirk bildet.<ref name="GV2016p173">Vorlage:GemeindeverzeichnisRP/lang</ref>

Geographie

Datei:Königsbach vom Wald.jpg
Blick über Königsbach und die Rheinebene
Datei:Stabenberg2.jpg
Stabenberg

Königsbach, das den nördlichen Abschluss von Neustadt an der Weinstraße bildet, liegt in der Vorderpfalz auf einer Höhe von 150 m am Ostrand des Pfälzerwalds, der Haardt. Östlich schließt die Rheinebene an. Mitten durch den Ort fließt der Zeiselbach, ein linker Zufluss des Riedgrabens. Baulich ist der Ort inzwischen mit dem benachbarten Gimmeldingen zusammengewachsen, sodass eine räumliche Trennung nicht mehr möglich ist. Die Grenze zwischen den beiden Orten bildete früher der Riedgraben.

Bedingt durch die Lage im Lee des 554 m hohen Weinbiets und des 496 m hohen Stabenbergs beträgt der durchschnittliche Jahresniederschlag nur etwa 500 mm. Über 1800 Sonnenstunden im Jahr bewirken ein mildes Klima.

Geschichte

Bis zur frühen Neuzeit gehörte Königsbach den Herren von Hirschhorn. Nach deren Aussterben wechselte der Ort 1632 zum Hochstift Speyer, bei dem er bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verblieb, und unterstand dort dem Amt Deidesheim. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Königsbach in den Kanton Neustadt (Donnersberg) eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen und wechselte bereits ein Jahr später wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1817 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Neustadt an; aus diesem ging das Bezirksamt Neustadt hervor.

Ab 1939 war Königsbach Bestandteil des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Königsbach am 7. Juni 1969 in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingemeindet.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

1815 hatte Königsbach insgesamt 625 Einwohner. Der Ort verzeichnete in den letzten 40 Jahren eine nahezu stetige Zunahme seiner Bevölkerung. Zur Zeit der Eingemeindung (1969) hatte es etwa 1000 Einwohner, doch durch Ausweitung der Wohnbebauung vor allem in die westlichen Hanglagen stieg die Zahl bis 2009 auf 1231. Im Januar 2012 hatte Königsbach 1144<ref>Website der Stadt Neustadt.</ref> Einwohner.

Religion

Datei:St Johannes Koenigsbach 05.jpg
Ehemalige Pfarrkirche St. Johannes<ref>Michael Janson: Kirche St. Johannes Königsbach. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Januar 2021; abgerufen am 12. Januar 2021.</ref>

Die Katholiken gehören zum Dekanat Bad Dürkheim im Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Bis Ende 2015 bildete der katholische Teil des Ortes eine eigene Pfarrei, die zur Pfarrgemeinschaft Neustadt gehörte. Seit 2016 ist Königsbach Bestandteil der in Neustadt ansässigen Pfarrei Hl. Theresia von Avila. Bis 1958 gab es in Königsbach ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen. Auf der Waldgemarkung von Ruppertsberg steht westlich von Königsberg im Wald die Klausenkapelle, alternativ Katholische Wallfahrtskapelle Hl. Vierzehn Nothelfer genannt. Zu ihr führt von der ehemaligen Pfarrkirche St. Johannes aus ein Wallfahrtsweg mit Kreuzwegstationen.<ref>Klausenkapelle, 360°-Innenansicht.</ref>

Am südöstlichen Rand, allerdings auf Gimmeldinger Gemarkung gelegen, steht das Kloster Hildenbrandseck, von 1959 bis 2004 das Mutterhaus der katholischen Hildegardis-Schwestern.

Eine Sehenswürdigkeit in der katholischen Kirche St. Johannes ist das Altarbild Kalvarienberg aus dem 15. Jahrhundert.<ref>Pfarrkirche, 360°-Innenansicht.</ref>

Politik

Ortsbeirat

Für den Stadtteil Königsbach wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören neun Mitglieder an, den Vorsitz führt die direkt gewählte Ortsvorsteherin.<ref>Stadt Neustadt an der Weinstraße: Hauptsatzung. (PDF; 134 kB) § 3 bis 5. 30. August 2019, abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref> Zur Zusammensetzung des Ortsbeirats siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Neustadt an der Weinstraße.

Ortsvorsteher

Ortsvorsteherin ist Alexandra Schaupp (CDU). Sie ist seit 1. Januar 2018 im Amt und Nachfolgerin von Dieter Eckel (CDU), der zuvor 29 Jahre lang Ortsvorsteher von Königsbach war.<ref>Metropol News: Neustadt: Dienstältester Ortsvorsteher Dieter Eckel verabschiedet. 19. Dezember 2017, abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref> Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 88,95 %<ref>Stadt Neustadt an der Weinstraße: Ortsvorsteher/in Königsbach 2019. Abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref> und bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 als einzige Bewerberin mit 87,8 % jeweils für fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt.<ref>Wahlergebnis Ortsvorsteher Königsbach 2024. Stadt Neustadt an der Weinstraße, abgerufen am 28. Juli 2024.</ref>

Wappen

Wappen von Königsbach an der Weinstraße
Wappen von Königsbach an der Weinstraße
Blasonierung: „Gespalten, rechts in Gold eine rote Hirschstange, links durch einen silbernen Schrägwellenbalken von Rot und Schwarz geteilt, oben links eine, unten rechts zwei nacheinander gesetzte silberne Lilien, je mit goldenem Wirtel.“

Kultur

Kulturdenkmäler

In Königsbach gibt es 35 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die katholische Kirche und der Aussichtsturm auf dem Stabenberg, die Stabenbergwarte.

Natur

Der Westen der Gemarkung liegt im Naturpark Pfälzerwald, der zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord gehört. Oberhalb von Königsbach erstreckt sich das Naturschutzgebiet Haardtrand - Am Klausental.

Regelmäßige Veranstaltungen

Am Sonntag drei Wochen vor Ostern, dem Sonntag Laetare („Freuet Euch“), wird jährlich der Sommertagsumzug veranstaltet. Im Juni findet die Königsbacher Weinkerwe statt und im Juli zum Dank für den glimpflichen Ausgang einer Hungersnot im 18. Jahrhundert die Wallfahrt zur im Wald gelegenen Klausenkapelle.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Königsbach ist Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Die günstigen klimatischen Verhältnisse ermöglichen den Anbau von Wein – bekannte Lagen sind Ölberg<ref name="Weinlagen-Info3">Königsbacher Ölberg - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 21. Februar 2024.</ref>, Reiterpfad<ref name="Weinlagen-Info4">Königsbacher Reiterpfad - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 21. Februar 2024.</ref>, Jesuitengarten<ref name="Weinlagen-Info2">Königsbacher Jesuitengarten - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 21. Februar 2024.</ref> und Idig<ref name="Weinlagen-Info1">Königsbacher Idig - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 21. Februar 2024.</ref>, die zur Großlage Gimmeldinger Meerspinne gehören – und lassen Mandeln, Esskastanien, Feigen und Zitrusfrüchte reifen.

In der Königsbacher Waldgemarkung liegt ein Steinbruch, der inzwischen nicht mehr genutzt wird. Der dort gewonnene Sandstein wurde unter anderem beim Bau des Speyerer Doms und der Villa Böhm in der Neustadter Kernstadt verwendet.

Verkehr

Durch den Osten der Gemarkung verläuft die Landesstraße 516; von der Ortsmitte aus führen die Kreisstraßen 11 und 12 zu ihr.

Die überregionale Verkehrsanbindung Königsbachs erfolgt (durch das südöstlich gelegene Mußbach an der Weinstraße hindurch) über die Bundesautobahn 65 (Anschlussstelle 12 Neustadt-Nord in die Richtungen Ludwigshafen am Rhein und Karlsruhe). Über Gimmeldingen führt die Verbindungsstraße nach Neustadt, über die nordöstlich gelegene Kleinstadt Deidesheim erreicht man die Bundesstraße 271 nach Bad Dürkheim.

Der an der eingleisigen Pfälzischen Nordbahn gelegene gleichnamige Bahnhof Königsbach wurde wegen seiner ortsfernen Lage (1 km vom Ortskern) bereits in den 1960er Jahren stillgelegt. Der öffentliche Nahverkehr wird seither durch die von Busverkehr Imfeld betriebene Buslinie 512 gewährleistet, die am Neustadter Hauptbahnhof und am Deidesheimer Bahnhof einen Übergang zum Schienennetz bietet und in nördliche Richtung bis nach Forst an der Weinstraße verläuft.

Tourismus

Innerhalb der Königsbacher Waldgemarkung befindet sich die Stabenbergwarte. Zur Zeit ihrer Errichtung 1904 war sie das erste Gebäude, das vom Pfälzerwald-Verein geschaffen wurde. Seither wird sie von dessen Hauptverein betrieben.

Königsbach liegt an der Deutschen Weinstraße. Durch den Ort führen der Prädikatswanderweg Pfälzer Weinsteig, der Pfälzer Mandelpfad und der Radweg Deutsche Weinstraße. Hinzu kommt ein Wanderweg, der mit einem roten Balken gekennzeichnet ist und von Neuleiningen bis nach Siebeldingen führt. Durch die Waldgemarkung verlaufen ein Wanderweg, der mit einem weiß-roten Balken markiert ist und vom Forsthaus Rotsteig bis nach Gimmeldingen führt, sowie einer, der mit einem weiß-blauen Balken markiert ist und von Battenberg bis nach Wörth am Rhein führt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Personen, die mit Königsbach verbunden sind

Datei:Königsbach-Kirche-09.jpg
Gedenktafel für Pfarrer Jakob Martin an der Außenwand der Kirche
  • Franz Vogel (1850–1926), katholischer Priester, war beim örtlichen Klausenfest als Seelsorger tätig.
  • Ludwig Boslet (1860–1951), Organist und spätromantischer Komponist, arbeitete zeitweise in Königsbach.
  • Jakob Martin (1880–1938), katholischer Ortspfarrer, wurde 1933 von den Nationalsozialisten durch Schläge und Fußtritte lebensgefährlich verletzt. 2019 wurde der Platz an der Kirche nach ihm benannt.<ref>Von Nationalsozialisten schwer misshandelt. In: Der Pilger. 4. September 2019, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. August 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.pilger-speyer.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
  • Otto Fickeisen (1879–1963), Rudersportler, starb in Königsbach.
  • Johannes Wolf (1885–1961), Politiker (BVP, CDU), starb in Königsbach.
  • Ludwig Fellner (1917–2006), Maler, starb in Königsbach.
  • Erika Köth (1925–1989) war Sopranistin und Kammersängerin. Seit Anfang der 1960er Jahre besaß sie einen Weinberg in Königsbach und wohnte seit 1965 im Kastanienweg, der noch zu ihren Lebzeiten in Erika-Köth-Straße umbenannt wurde.<ref>SWR „Hierzuland“. Abgerufen am 15. April 2026.</ref><ref>Erika Köth, Spiegel vom 13. April 1965. Abgerufen am 15. April 2026.</ref>
  • Norbert Buschlinger (* 1957) war von 2002 bis 2007 Fußballtrainer des TSV Königsbach.

Weblinks

Commons: Königsbach an der Weinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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