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Graben-Veilchen

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Graben-Veilchen
Datei:Viola stagnina2 eF.jpg

Graben-Veilchen (Viola stagnina)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
Gattung: Veilchen (Viola)
Art: Graben-Veilchen
Wissenschaftlicher Name
Viola stagnina
Kit.

Das Graben-Veilchen (Viola stagnina, Syn.: Viola persicifolia), auch Moor-Veilchen, Weiher-Veilchen, Milchweißes Veilchen oder Pfirsichblättriges Veilchen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Veilchen (Viola) innerhalb der Familie der Veilchengewächse (Violaceae).

Beschreibung

Datei:Viola stagnina1 eF.jpg
Habitus, Laubblätter und Blüte

Habitus und Blätter

Das Graben-Veilchen ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 25 Zentimetern erreicht. Der aufrecht wachsende Stängel ist meist verzweigt und kahl, seltener auch spärlich behaart.

Alle Laubblätter sind wechselständig am Stängel angeordnet und in Blattstiel sowie -spreite gegliedert. Die Blattstiele sind etwa 1 bis 3 cm lang und deutlich geflügelt. Die Blattspreite ist schmal-eiförmig bis lanzettlich geformt, 2 bis 4 cm lang und etwa 1 bis 1,5 cm breit. Sie sind etwa zwei- bis viermal so lang wie breit, am Grunde gestutzt oder seicht herzförmig, vorne abgerundet oder spitz und besitzen eine ringsherum fein gekerbte Spreite. Die schmal-lanzettlichen Nebenblätter sind bis zu 2 cm lang und etwa 3 mm breit; sie sind 0,5 bis 0,75-mal so lang wie die Blattstiele.

Blüte, Frucht und Samen

Die Blütezeit reicht vorwiegend von Mai bis Anfang Juli.<ref name="Hegi1966" /> Die Blütenstiele sind 3 bis 7 cm lang und tragen die zwei Vorblätter oberhalb der Mitte.

Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind 1 bis 1,8 cm groß und ohne Duft. Die lanzettlichen, spitzen Kelchblätter tragen große, quadratische Anhängsel. Die eiförmigen, milchweißen Kronblätter sind von lilafarbigen Adern durchzogen. Das unterste Kronblatt besitzt mit dem Sporn eine Länge von 10 bis 16 mm. Der Sporn ist 2 bis 3 mm lang und von grünlich-gelber Farbe. Der Griffel besitzt einen kurzen Schnabel und an der Spitze einzelne kurze Haare.

Die länglich-eiförmige Kapselfrucht ist länger als der Kelch. Die Samen sind 1,5 bis 1,7 mm lang.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen und Gefährdung

Das Graben-Veilchen kommt in den gemäßigten Gebieten Europas mit einem Hauptareal im südlichen Mitteleuropa bis Westsibirien vor. Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Rumänien, das Vereinigte Königreich, Irland, Dänemark, Norwegen, Finnland, Belgien, in den Niederlanden, Tschechien, in der Slowakei, Polen, Österreich, in der Schweiz, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Belarus, in der Ukraine, Moldau, den Kaukasusraum und in Russland bis Sibirien.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /> Häufig ist diese Art nur in isolierten Einzelvorkommen vertreten. Sie kommt in Mitteleuropa sehr selten vor.

Es wächst auf Moorwiesen und an Grabenrändern und bevorzugt feucht-nasse, nährstoffreiche, kalkarme und humose Böden. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Cnidio-Violetum aus dem Cnidion-Verband, kommt selten aber auch in Gesellschaften des Verbands Molinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es steigt in Mitteleuropa kaum über 500 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Hegi1966" /> Im Norden kommt die Art bis 62° nördlicher Breite vor.<ref name="Quinger1993" />

Das Graben-Veilchen ist in Deutschland sehr selten, insbesondere in den Stromtälern der Elbe, Oder, Weser, Main und Donau zu finden. Deshalb ist diese Art für Deutschland in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft.<ref name="FloraWeb" /> In Baden-Württemberg kam das Graben-Veilchen früher in Oberschwaben bei einer Höhenlage von 570 Metern vor.<ref name="Quinger1993" /> Sie kommt in Baden-Württemberg nur noch im Oberrheingebiet an wenigen Fundorten vor.<ref name="MuseumStuttgart" />

In Österreich und der Schweiz ist das Graben-Veilchen sehr selten und „vom Aussterben bedroht“.

Das Graben-Veilchen ist besonders bedroht durch Entwässerung seiner Standorte und die Umwandlung in Äcker oder Feuchtwiesen.<ref name="Hegi1966" /><ref name="Quinger1993" /> Diese Bedrohung setzte schon im 19. Jahrhundert ein, denn Hegi berichtete, dass schon 1910 viele Fundstellen verschwunden waren.<ref name="Hegi1966" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Hybride

An Standorten, an denen auch das Niedrige Veilchen (Viola pumila) vorkommt, ist auch die Hybride Viola pumila × Viola stagnina (= Viola ×gotlandica) beobachtet worden. So ist dieser Bastard, der in allen Eigenschaften zwischen den Elternteilen steht, unter anderem aus Unterfranken (Bayern) bekannt.

Taxonomie

Diese Art wurde durch 1771 Johann Christian von Schreber als Viola persicifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Schreb. nom. rej. in Spicilegium florae Lipsicae, S. 163 erstbeschrieben. Der korrekte Name ist aber Viola stagnina Schult., der 1814 durch Joseph August Schultes in Österreichs Flora, 2. Auflage, Band 1, S. 426 veröffentlicht wurde.<ref name="Euro+Med" />

Krankheiten

Der Rostpilz Puccinia fergussonii wächst auf den Blättern.<ref>Friedemann Klenke, Markus Scholler: Pflanzenparasitische Kleinpilze: Bestimmungsbuch für Brand-, Rost-, Mehltau-, Flagellatenpilze und Wucherlingsverwandte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Springer-Verlag, 2015, ISBN 978-3-662-46162-4, S. 845 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Viola stagnina Kit. ex Schult., Graben-Veilchen. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Viola persicifolia auct. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hegi1966"> </ref> <ref name="Quinger1993"> Burkhard Quinger: Violaceae. S. 100–101. In: Oskar Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 2. Auflage, Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3323-7. </ref> <ref name="MuseumStuttgart"> flora.naturkundemuseum-bw.de Die floristische Kartierung Baden-Württembergs. Verbreitungskarten. Abgerufen am 11. November 2022. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube, T. Henning (2018+): Violaceae. Datenblatt Viola stagnina In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Graben-Veilchen (Viola stagnina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien