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Achacachi

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Achacachi
Straßenmarkt in Achacachi
Straßenmarkt in Achacachi
Basisdaten
Einwohner (Stand) 9402 Einw. (Volkszählung 2024)
Rang Rang 58
Höhe 3854 m
Postleitzahl 02-0201-0100-1001
Telefonvorwahl (+591)
Koordinaten 16° 3′ S, 68° 41′ WKoordinaten: 16° 3′ S, 68° 41′ W
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Achacachi (Bolivien)
Achacachi (Bolivien)
Politik
Departamento La Paz
Provinz Provinz Omasuyos
Klima
Datei:Achacachi Klimadiagramm.png
Klimadiagramm Achacachi

Achacachi ist eine Kleinstadt auf dem Altiplano des südamerikanischen Anden-Hochgebirges in Bolivien.

Lage im Nahraum

Achacachi (Aymara: Jach'ak'achi) liegt auf einer Höhe von 3854 m auf der Achacachi-Halbinsel am Ostufer des Titicacasees, 96 Kilometer nördlich der Departamento-Hauptstadt La Paz. Die Stadt ist Hauptstadt der Provinz Omasuyos und Ausgangspunkt für Trekking-Fahrten zum Titicacasee, in das Illampú-Bergmassiv oder entlang des Río Keka. Nach der spanischen Eroberung trug die Gemeinde den Namen Villa Lealtad de Cáceres, benannt nach dem ersten ansässigen spanischen Gutsbesitzer.

Geographie

Das Klima im Raum Achacachi leitet sich ab aus der Höhenlage auf dem Altiplano und der Nähe zur großen Wasserfläche des Titicacasees, der die Temperaturschwankungen abmildert.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 11 °C (siehe Klimadiagramm Achacachi), wobei der Monatsdurchschnitt im kältesten Monat (Juli) mit 8 °C nur wenig von den wärmsten Monaten (November bis März) mit 12 °C abweicht. Das Klima ist arid von Juni bis August mit nur sporadischen Niederschlägen und humid in den Sommermonaten, vor allem von Dezember bis März, mit Monatsniederschlägen von teilweise mehr als 100 mm. Der Jahresniederschlag liegt bei etwa 600 mm.

Geschichte

Achacachi war vor der Zeit der Inka Hauptstadt des Umasuyus-Volkes am Ostufer des Titicacasees, das sich erfolgreich gegen die Unterwerfung durch die Inkas zur Wehr setzte. Infolgedessen spricht die indigene Bevölkerung der Region weiterhin Aymara und nicht Quechua.

Bei Ankunft der spanischen Eroberer existierte dort bereits eine Stadt mit Namen „Jach'a Kach'i“ (in der Sprache der Aymará „jach'a“ = groß und „k'achi“ = Felsspitze), woraus die Spanier den Namen Achacachi machten. Am 24. Januar 1826 wurde die Stadt Verwaltungssitz der Provinz.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl der Ortschaft ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten auf fast das Doppelte angestiegen:

Jahr Einwohner Quelle
1992 5602 Volkszählung<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 1992 (Memento vom 23. April 2014 im Internet Archive)</ref>
2001 7540 Volkszählung<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2001 (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive)</ref>
2012 8857 Volkszählung<ref>INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia: Censo Nacional de Población y Vivienda 2012. Abgerufen am 24. Oktober 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
2024 9 402 Volkszählung<ref>INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia: Poblacional Censo Población y Vivienda 2024. Abgerufen am 20. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ethnisch ist die Mehrzahl der Einwohner Aymara. Prominenter Sohn der Gemeinde ist Juan Vargas Aruquipa, der am 8. März 1947 in Achacachi geboren wurde und zwischen 1997 und 2022 Bischof im bolivianischen Bistum Coroico war.

Wirtschaft

Die Stadt lebt vor allem von landwirtschaftlicher Produktion, die auf Grund der vorherrschenden Armut teilweise mit primitivsten Mitteln betrieben wird. Schwerpunkte sind die Schafzucht und der Anbau von Kartoffeln, Quinoa und Futtergetreide.

Politik

Auf Grund der ethnischen Zusammensetzung, der großen Armut in der Bevölkerung und der am Río Keka gelegenen Militärkaserne ist es vor allem seit dem Jahr 2000 immer wieder zu Zusammenstößen mit der Zentralregierung und der Armee gekommen, zu Straßenblockaden und zu gewalttätigen Übergriffen von beiden Seiten. Dabei sind sowohl im Jahr 2000 als auch 2003 und 2005 Bürger der Stadt wie auch Vertreter der Staatsmacht ums Leben gekommen. Auslöser der Unruhen waren jeweils die Privatisierungspläne der Regierung für Wasser und Erdgas.

Städtepartnerschaft

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks