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Ernst Piper

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Ernst Piper (2014)

Ernst Reinhard Piper (* 29. März 1952 in München) ist ein deutscher Verleger und Historiker.

Leben

Piper beschreibt sich als „Spät-68er“ und sein Elternhaus als liberal-konservativ. Mit 18 Jahren trat er der SPD bei,<ref name=":0">Georg Ismar: Verhältnis zu Russland: „Eine Schande für die deutsche Sozialdemokratie“. Wohin treibt nur die SPD? Sie einigt sich in Sachen Krieg und Frieden mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht in Brandenburg – und streitet über ein Lob für Gerhard Schröder, der wiederum Donald Trump lobt und sich mit Viktor Orbán trifft. Parteimitglieder warnen vor einer Rolle rückwärts. In: Süddeutsche Zeitung. 31. Oktober 2024, abgerufen am 31. Oktober 2024 (Titel im Tab: Die SPD hadert mit Schröder und dem BSW).</ref> aus der er Ende Oktober 2024 wegen der „Rehabilitierung“ des Alt-Kanzlers Gerhard Schröder durch SPD-Generalsekretär Matthias Miersch sowie wegen der Zugeständnisse der SPD Brandenburg an das BSW austrat.<ref name=":0" />

Nach dem Abitur 1972 studierte er Geschichte und Germanistik an der Universität München und ab 1974 an der Technischen Universität Berlin, wo er Philosophie hinzufügte und 1981 promoviert wurde. Ernst Piper lebt in Berlin.

1982 trat er in den Piper Verlag seines Vaters Klaus Piper ein, dessen geschäftsführender Gesellschafter mit 20 % der Anteile er von 1983 bis 1994 war. 1994 wurde der Verlag an die schwedische Bonnier-Gruppe verkauft, nachdem Ernst Piper bereits seinerseits mit anderen Interessenten Kontakt aufgenommen hatte.

Von 1997 bis 2000 war er Geschäftsführender Gesellschafter der Prospero Presse und von 1998 bis 2003 des Pendo Verlags. Von 2003 bis 2013 war Piper Gesellschafter der literarischen Agentur Piper & Poppenhusen. Seit 2014 betreibt er die Literaturagentur Ernst Piper.

In den 1990er Jahren veröffentlichte Piper einige Werke zum „Historikerstreit“. 1998 war er Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam, 2003 Leiter der Abteilung für Holocaust-Studien. 2005 beendete er seine 1993 begonnene Habilitationsschrift über Alfred Rosenberg, Mitte 2006 schloss er das Habilitationsverfahren mit dem Vortrag „Ludwig Thoma und seine Verleger“ ab und ist heute außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam.

Piper ist Mitglied im Vorstand der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie.

2022 trat er dem PEN Berlin bei, den er 2023 aus Protest gegen die Position führender Personen gegenüber Israel vor dem Hintergrund der Terrorangriffe der Hamas auf Israel 2023, wieder verließ<ref>Ernst Piper verlässt PEN Berlin. In: Börsenblatt. Abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref><ref>Paul Jandl: Der PEN Berlin hält die Meinungsfreiheit so hoch, dass auch der Antisemitismus darunterpasst. Eva Menasse ist eine der Sprecherinnen des Autorenverbands. Sie glaubt, in Deutschland herrsche ein Klima kultureller Hysterie. Man brülle einfach immer nur «pro Israel». In: Neue Zürcher Zeitung. 6. Dezember 2023 (nzz.ch [abgerufen am 8. Juli 2024] Artikelanfang frei abrufbar. – PEN Berlin verrennt sich in seiner Rhetorik gegenüber Israel).</ref><ref>Eva Menasse: PEN Berlin Vorwürfe: Meinungsfreiheit. Ist der PEN Berlin in einer Krise? Nein. Die Vorwürfe, die ihm entgegengebracht werden, sind verzerrt. Aus der ZEIT. Nr. 53/2023, aktualisiert am 13. Dezember 2023, abgerufen am 9. Juli 2024 (Artikelanfang frei abrufbar. In der redaktionellen Überschrift wird Piper zitiert: „Die ‚selbstherrliche Verachtung‘, mit der Menasse über Israel spreche, sei ‚schwer zu ertragen‘.“).
<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beitrag von Eva Menasse: »Würden Sie Hannah Arendt als Vereinskollegin akzeptieren?« (Memento vom 9. Juli 2024 im Internet Archive) In: penberlin.de, abgerufen am 9. Juli 2024 (Auszug aus ihrem ZEIT-Artikel).</ref>.

Schriften

  • Der Aufstand der Ciompi. Über den „Tumult“, den die Wollarbeiter im Florenz der Frührenaissance anzettelten. 1978 (zum Ciompi-Aufstand).
  • Savonarola. Umtriebe eines Politikers und Puritaners im Florenz der Medici. 1979.
  • Der Stadtplan als Grundriß der Gesellschaft. Topographie und Sozialstruktur in Augsburg und Florenz um 1500. Campus-Verlag, Frankfurt/Main / New York 1982, ISBN 3-593-33115-2 (Zugl.: Berlin, Techn. Univ., Diss., 1981).
  • Ernst Barlach und die nationalsozialistische Kunstpolitik. 1987.
  • Der neue alte Rechtsradikalismus. Konferenzschrift, hrsg. von U. Wank, weitere Autoren u. a. P. Longerich, O. Schily. 1993.
  • 90 Jahre Piper. 1994.
  • Kein Schlußstrich. Gegen das Vergessen. 1996.
  • (Hrsg. mit Hans-Jochen Vogel): Erinnerungsarbeit und demokratische Kultur. Saur, München 1997, ISBN 3-598-23760-X.
  • Der Aufstand der Ciompi. 2000.
  • Gibt es wirklich eine Holocaustindustrie? 2001.
  • Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe. Blessing, München 2005, ISBN 3-89667-148-0 (zugleich Habilitationsschrift).
  • Kurze Geschichte des Nationalsozialismus von 1919 bis heute. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-50024-0.
  • Kleine Geschichte Münchens. 2008.
  • Savonarola. Prophet der Diktatur Gottes. 2009.
  • Nationalsozialismus. Seine Geschichte von 1919 bis heute. 2012.
  • Nacht über Europa. Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs. 2013, ISBN 978-3-549-07373-5.
  • Das Zeitalter der Weltkriege. 2014.
  • 1945. Niederlage und Neubeginn. 2015.
  • Rosa Luxemburg. Ein Leben. Blessing Verlag, München 2018, ISBN 978-3-89667-540-8.<ref>Hartmut Henicke: Rezension. (PDF; 367 kB) In: fabgab.de, Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V., 11. September 2019, abgerufen am 9. Juli 2024.</ref>
  • Diese Vergangenheit nicht zu kennen, heißt, sich selbst nicht zu kennen. Deutsche Geschichte im Zeitalter der Extreme. Ch. Links Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-96289-150-3.<ref>Ernst Piper: „Diese Vergangenheit nicht zu kennen, heißt, sich selbst nicht zu kennen“ – Arbeit an der Geschichte. In: Deutschlandfunk Kultur. Abgerufen am 30. Mai 2022.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Ernst Piper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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