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RGD-Sequenz

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Datei:RGD-NH2 peptide.svg
H-Arg-Gly-Asp-NH2

Die RGD-Sequenz ist eine Aminosäuresequenz aus den drei L-Aminosäuren Arginin, Glycin und Asparaginsäure, kurz Arg-Gly-Asp, oder im Einbuchstabencode RGD.<ref>J. Murata, I. Saiki: [Inhibition of tumor metastasis by synthetic peptide analogues of cell-adhesive RGD sequence of fibronectin]. In: Nihon rinsho. Japanese journal of clinical medicine. Band 53, Nummer 7, Juli 1995, S. 1653–1659, ISSN 0047-1852. PMID 7630003.</ref>

Die RGD-Sequenz kommt besonders in Proteinen der Extrazellulären Matrix (Bindegewebe) vor, beispielsweise in Fibronektin und Vitronektin. Zellen können mit Hilfe von bestimmten Zelloberflächen-Rezeptoren, den Integrinen, an die RGD-Sequenz binden.

Die RGD-vermittelte Zelladhäsion dient zur mechanischen Verankerung von Zellen. Darüber hinaus werden verschiedene Zellantworten generiert, z. B. Ausbildung fokaler Adhäsionskomplexe, Polarisierung der Zelle, Überlebenssignale. Das Humane Cytomegalievirus besitzt eine RGD-Sequenz zur Zelladhäsion.<ref>L. C. Loh, D. Locke, R. Melnychuk, . La: The RGD sequence in the cytomegalovirus DNA polymerase accessory protein can mediate cell adhesion. In: Virology. Band 272, Nummer 2, Juli 2000, S. 302–314, ISSN 0042-6822. doi:10.1006/viro.2000.0366. PMID 10873773.</ref>

Implantate können zur besseren Integration in den Körper mit der RGD-Sequenz beschichtet werden. Nicht-immobilisierte RGD-Peptide und nichtpeptidische Analoga sollen die tumorinduzierte Neubildung von Blutgefäßen (Neoangiogenese) oder unerwünschte Blutgerinnung unterbinden.<ref>F. Danhier, A. Le Breton, V. Préat: RGD-based strategies to target alpha(v) beta(3) integrin in cancer therapy and diagnosis. In: Molecular pharmaceutics. Band 9, Nummer 11, November 2012, S. 2961–2973, ISSN 1543-8392. doi:10.1021/mp3002733. PMID 22967287.</ref>

Die RGD-Sequenz wird in den verschiedenen Matrixproteinen in unterschiedlicher Konformation präsentiert, welche zum Teil spezifisch von den Integrin-Subtypen erkannt wird. Auf diesem Prinzip basiert die Entwicklung von Integrin-Subtypen-spezifischen cyclischen RGD-Peptiden, wie beispielsweise Cilengitide. Neben der RGD-Sequenz sind andere Peptidsequenzen für die integrinvermittelte Zelladhäsion bekannt.<ref>M. Barczyk, S. Carracedo, D. Gullberg: Integrins. In: Cell and tissue research. Band 339, Nummer 1, Januar 2010, S. 269–280, ISSN 1432-0878. doi:10.1007/s00441-009-0834-6. PMID 19693543. PMC 2784866 (freier Volltext).</ref>

Einzelnachweise

<references />