Zum Inhalt springen

Fitou (Wein)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. Mai 2023 um 10:32 Uhr durch imported>Hahnenkleer.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Fitou
Datei:Vignobles midi neu-de.svg
Jahr der Gründung: 1948
Land: Frankreich
Anbauklima: mediterran
Bodenarten: Lehm, Schiefer, Kalk, Kies, Sandstein und Mergel
Bestockte Anbaufläche: 2300 ha.
Rebsorten: Carignan, Grenache, Mourvèdre, Syrah
Weinmenge: 75.000 hl / 10 Mio. Flaschen
Datei:130605-Fitou-02.jpg
Weinanbau in Fitou

Das Weinbaugebiet Fitou liegt in der Weinbauregion Languedoc im Süden Frankreichs. Fitou liegt als Enklave innerhalb des Bereiches Corbières. Die Appellation verfügt seit dem 28. April 1948 über den Status einer Appellation d’Origine Contrôlée (kurz AOC) und umfasst ca. 2.600 Hektar Rebfläche. Damit ist die AOC Fitou die älteste AOC des Languedoc. Die Weinberge liegen an der Mittelmeerküste und grenzen im Süden an die Appellation Côtes du Roussillon-Villages, die bereits zur Weinbau-Region Roussillon gehört.

Die Winzer haben das Recht, auch die Weine der Appellationen Rivesaltes sowie Muscat de Rivesaltes zu keltern. Jährlich werden von ca. 600 Winzern fast 100.000 Hektoliter Rotwein hergestellt. Der Großteil dieser Winzer ist einer der fünf Winzergenossenschaften angeschlossen, die fast 85 % des Gesamtmarktes vermarkten. Die restlichen 15 % werden durch 31 private Weingüter hergestellt und verkauft. Unter der Appellation Fitou werden ausschließlich Rotweine erzeugt, die mindestens neun Monate im großen Holzfass oder im kleinen Barrique verbringen müssen.

Nachdem die Appellation in den 1980er Jahren sehr erfolgreich war, litten die Verkäufe ab dem Beginn der 1990er Jahre unter zu hohen Preisen und nachlassender Qualität. Eine Rückbesinnung auf den Qualitätsgedanken bei gleichzeitig strikter Erntebeschränkung bescheren der Appellation seit den 2000er Jahren wieder ein gesichertes Auskommen.

Die Appellation ist geographisch geteilt, sie besteht aus zwei Zonen:

Sommerfest der Winzer

Zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls der Einwohner im Anbaugebiet und des Weinabsatzes an die Touristen findet seit 1993 Anfang August ein Sommerfest der Winzer statt („La fête vigneronne d’été“). Es wird im Wechsel von jeweils einer der Gemeinden des Anbaugebiets Fitou ausgerichtet und ist mit einem Tag der offenen Tür aller Winzer verbunden. Zum Fest werden neben einem Erzeugermarkt für Lebensmittel aus der Region und einem kleinen Jahrmarkt mit Fahrgeschäften abends getrennte Musikveranstaltungen für Jugendliche und Ältere organisiert. Die Bruderschaften der beteiligten Orte und benachbarter Weinanbaugebiete veranstalten zudem einen kleinen Umzug in prunkvollen Trachten und ehren danach in einer feierlichen Zeremonie verdiente Winzer.

Rebsorten

Datei:Vigne Cru Fitou.jpg
Selten angebaut, aber doch zu finden: helle Trauben aus dem Anbaugebiet Fitou

Generell gilt im Weinbaugebiet Fitou eine Ertragsobergrenze von 45 Hektoliter/Hektar. Das 10-jährige Mittel liegt jedoch bei 40 Hektoliter/Hektar.

Hauptrebsorten sind Carignan (Anteil mindestens 30 %), Grenache, Syrah und Mourvèdre. Daneben sind in geringerem Umfang Cinsault und Lledoner Pelut zugelassen.

Der gemeinsame Anteil von Carignan, Grenache und Lledoner Pelut beträgt mindestens 70 %. Der Anteil von Cinsault betrug früher mindestens 10 %. Seit der Ernte im Jahr 2008 ist er jedoch nicht mehr zugelassen.

Seit dem Jahr 2001 werden keine Neuanpflanzungen des Lledoner Pelut zugelassen, so dass sein Anteil in den Verschnitten in den nächsten Jahren auf natürliche Weise abnehmen wird.

Der Mindestalkoholgehalt des Rotweins beträgt 12,0 Vol.-%.

Literatur

  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3774209146 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  • Pierre Galet: Cépages et Vignobles de France. Verlag Lavoisier, Paris 2004, ISBN 2-7430-0585-8.
  • Benoît France: Grand Atlas des Vignobles de France. Verlag Éditions SOLAR, Paris 2002, ISBN 2-263-03242-8.

Weblinks

Commons: Fitou AOC – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

klassifizierte Weinanbaugebiete mit einer Herkunftsbezeichnung nach AOP oder AOC
AOC-zertifiziert vor 2002
Schaumweine

Blanquette de Limoux (1938) • Blanquette méthode ancestrale (1938) • Crémant de Limoux (1990)

Stillweine

Cabardès (AOC) (1999) • Clairette de Bellegarde (1949) • Clairette du Languedoc (1948) • Corbières (1985) • Coteaux du Languedoc (1985) • Faugères (1982) • Fitou (1948) • Languedoc-Cabrières (1985) • Languedoc-La Clape (1985) • Languedoc-Montpeyroux (1985) • Languedoc-Pénenas (1948) • Languedoc-Saint-Christobal (1985) • Minervois (1985) • Minervois-La-Livinière (1999) • Pic Saint-Loup (1994) • Saint-Chinian (1982)

Muscat-Weine

Muscat de Frontignan (1936) • Muscat de Lunel (1943) • Muscat de Mireval (1959) • Muscat de Saint-Jean-de-Minervois (1949)

AOC-zertifiziert nach 2002

Corbières-Boutenac (2005) • Languedoc-Grés de Montpellier (2003) • Languedoc-La Méjannelle (2011) • Languedoc-Quatourze (2011) • Languedoc-Saint-Christobal (2011) • Languedoc-Saint-Dézéry (2011) • Languedoc-Saint-Georges d’Orques (2011) • Languedoc-Saint-Saturnin (2011) • Languedoc-Sommières (2011) • Limoux (AOC) (2004) • Malepère (2006) • Picpoul de Pinet (2013) • Saint-Chinian-Berlou (2005) • Saint-Chinian-Roquebrun (2005) • Terrasses du Larzac (2014)

nicht nach AOC oder AOP
zertifizierte Regionen

Vin de Pays (Languedoc)

Die AOP (Appellation d’Origine Protégée) ist seit 1992 die Schutzbezeichnung, die die nationale Bezeichnung AOC (Appellation d’Origine Controlée) in Frankreich abgelöst hat. Vor 2002 als AOC klassifizierte Regionen dürfen aber ihre alte Bezeichnung weiter führen.
Die Reihenfolge der Regionen innerhalb der Gruppen erfolgt alphabetisch.

Vorlage:Klappleiste/Ende