Tunnel Altfranken
Der Tunnel Altfranken befindet sich im Verlauf der Bundesautobahn 17 in Höhe des Stadtteils Altfranken im Dresdner Westen, wo er als Landschaftstunnel den Altfrankener Park (auch Lucknerpark) unterführt.
Bei einer Länge von 345 Metern weist die 29 Meter breite Unterquerung mit einem 4,5-prozentigen West-Ost-Gefälle<ref name="SZ Holzbrücke" /> zwei Röhren auf, die zwei Fahrstreifen in östlicher sowie drei in westlicher Richtung enthalten.
Bereits in der Planungsphase der Autobahn gab es Widerstand seitens der Bevölkerung und des Ortschaftsrats gegen die ortsschneidende Führung des oberirdisch geplanten Trassenverlaufs. Zudem wollte man die Vernichtung eines Großteils des Lucknerparks nicht hinnehmen.<ref name="Altfranken" /> Daraufhin erfolgte in den Jahren 2000 bis 2002 der Bau des Landschaftstunnels in offener Bauweise.<ref name="Geologie" /> Die zwölf Meter tiefe Baugrube wurde von einer hölzernen Brücke für Fußgänger<ref name="SZ Holzbrücke" /> und im Verlauf der Otto-Harzer-Straße von einer einspurigen Behelfsbrücke aus einstigen NVA-Beständen überspannt.<ref name="SZ NVA" /> Nach der Verfüllung wurde die weit sichtbare Schneise des Parks wieder mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt.
Da Altfranken mangels größerer Bautätigkeit bis dahin archäologisch wenig erschlossen war, ergaben die archäologischen Fundstellen im Bereich der Tunnelbaustelle neue Erkenntnisse. Die rund 1000 Befunde datieren in die Spätbronze- und Früheisenzeit sowie in die römische Kaiserzeit (um 200 n. Chr.). Anhand dieser Fundplätze, die in einiger Entfernung des Gorbitzbachs jedoch noch in dessen Einzugsgebiet liegen, konnte nachgewiesen werden, dass einige im Dresdner Elbtal unterrepräsentierte Kulturen Bereiche in Höhen über 250 Metern (etwa 130 Meter über dem Elbverlauf) besiedelten.<ref name="Archäologie" />
Die Fertigstellung des Tunnels erfolgte 2004. Am 22. Dezember 2004 wurde das 8,85 Kilometer lange Teilstück zwischen den Anschlussstellen Dresden-Gorbitz (2) und Dresden-Südvorstadt (3) eröffnet,<ref name="Altfranken" /> in dem der Tunnel Altfranken, die durch die Weißeritztalbrücke verbundenen Dölzschener und Coschützer Tunnel sowie zwei weiteren Talbrücken liegen.<ref name="Bauabschnitt 1.2" />
Fußnoten
<references>
<ref name="Altfranken">Werner Fritzsche: 700 Jahre Altfranken. 1311–2011. Festschrift. Dresden 2011, S. 75.</ref>
<ref name="Archäologie">In der Erde, auf der Erde: Neue Archäologie an der neuen Autobahn. (PDF; 2,4 MB) Archäologische Ausgrabungen auf dem ersten Bauabschnitt der BAB 17 Dresden – Prag. Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte, abgerufen am 27. Oktober 2020.</ref>
<ref name="Bauabschnitt 1.2">Die Bauabschnitte. Bauabschnitt 1.2: Anschlussstelle Dresden-Gorbitz (B173) bis Anschlussstelle Dresden-Südvorstadt (B170). In: Autobahn17.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Oktober 2021; abgerufen am 21. Januar 2016.</ref>
<ref name="Geologie">Autobahn A 17 – Tunnel Altfranken (10/2000 – 10/2002). In: Professur für Angewandte Geologie, Institut für Geotechnik an der Technischen Universität Dresden (Hrsg.): Vorlesungsmaterial Felsbau/Strukturgeologie, Abschnitt 8. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />tu-dresden.de ( vom 14. Januar 2016 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="SZ Holzbrücke">Volkmar Fischer: Eine Grünbrücke, die wie ein Tunnel wirkt. In: Sächsische Zeitung, 3. Januar 2001.</ref>
<ref name="SZ NVA">Volkmar Fischer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nicht einfach in die Baugrube laufen. ( vom 31. Oktober 2020 im Internet Archive) In: Sächsische Zeitung, 9. Januar 2001.</ref>
</references>
Weblinks
- Fotos des Tunnels in structurae
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ingenieurbauwerke an der A17 ( vom 21. September 2021 im Internet Archive) auf Autobahn17.de
- Onboardvideo von einer Fahrt über die A 17 zwischen den Anschlussstellen 3 (Dresden-Südvorstadt) und 2 (Dresden-Gorbitz) mit Durchfahrt des Coschützer Tunnels, des Dölzschener Tunnels und (ab 6:20) des Tunnels Altfranken auf Youtube
Koordinaten: 51° 2′ 8,2″ N, 13° 38′ 49″ O
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