Zum Inhalt springen

Weiches Lungenkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. Februar 2026 um 08:59 Uhr durch imported>Seysi.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Weiches Lungenkraut
Datei:Pulmonaria mollis0 eF.jpg

Weiches Lungenkraut (Pulmonaria mollis subsp. mollis)

Systematik
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Boragineae
Gattung: Lungenkräuter (Pulmonaria)
Art: Weiches Lungenkraut
Wissenschaftlicher Name
Pulmonaria mollis
Wulfen ex Hornem.

Das Weiche Lungenkraut (Pulmonaria mollis) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Sie ist in Europa und in den Gemäßigten Zonen Asiens verbreitet.<ref name="GRIN" />

Beschreibung

Datei:Pulmonaria mollis 0.jpg
Habitus
Datei:Pulmonaria mollis 1.jpg
Blütenstand

Erscheinungsbild und Blatt

Das Weiche Lungenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 50 Zentimetern. Der Stängel wächst aufrecht.

Die Laubblätter sind in Blattstiel sowie Blattspreite gegliedert und auf der Oberseite mit glänzenden, zarten, kurzen Borsten besetzt. Sehr selten zeigen sich kleine, hellgrüne Flecken. Die grundständigen Laubblätter sind bei einer Länge von 20 bis 30 Zentimetern breit-elliptisch mit spitzem oberen Ende und in den Blattstiel verschmälert. Die obersten Stängelblätter sind bei einer Länge von 4 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern einfach, ihr Blattstiel ist im unteren Teil schmal, im oberen allmählich breiter geflügelt und etwas am Stängel herablaufend.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt vorwiegend im April und Mai. Die Blüten sitzen in ziemlich lockeren Blütenständen. Die Blütenstiele sind dicht drüsig behaart. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenkrone ist zuerst rot, dann violett und schließlich blauviolett gefärbt und 1,5 bis 2 Zentimeter lang. Die Kronröhre ist auch unter dem Haarring noch behaart. Die Staubbeutel sind meist schwarzviolett.

Die Nüsschen sind bei einer Länge von mehr oder weniger 4 bis 5 Millimeter eiförmig, anfangs kurz behaart, reif kahl und glänzend dunkelbraun bis schwarz gefärbt.

Die Chromosomenzahl beträgt für beide Unterarten 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" />

Vorkommen und Gefährdung

Datei:Pulmonaria mollis01 eF.jpg
Weiches Lungenkraut (Pulmonaria mollis subsp. mollis)

Pulmonaria mollis kommt selten bis zerstreut in Süd- und Westdeutschland, Belgien, Frankreich, Nordspanien, Österreich und der Schweiz vor.

Das Weiche Lungenkraut ist in Österreich zerstreut aufzufinden und potenziell gefährdet. In der Schweiz ist es selten und nur mit der montan bis subalpin verbreiteten Unterart Pulmonaria mollis subsp. alpigena vertreten, welche auch in Österreich selten vorkommt. In Deutschland ist die Art selten. Die Unterart Pulmonaria mollis subsp. alpigena wächst nur in den Alpen und im Alpenvorland, während Pulmonaria mollis subsp. mollis vor allem in Nord- und Mittelbayern sowie in Baden-Württemberg selten zu finden ist. Die Art ist nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) streng geschützt und wird in Anhang 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) aufgeführt.<ref name="WISIA" />

Das Weiche Lungenkraut wächst in Laubmisch-, Trocken- und Auenwäldern. Es gedeiht am besten auf frischen, kalkhaltigen Lehmböden. In Mitteleuropa wächst es in Gesellschaften der Ordnung Origanetalia, Prunetalia, Fagetalia oder Quercetalia pubescentis.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt es im Grenzgebiet des Tiroler Teils bei Kaisers im Eingang zum Kaisertal in der Unterart subsp. alpigena bis zu einer Höhenlage von 1530 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Pulmonaria mollis erfolgte 1815 durch Franz Xaver von Wulfen in Jens Wilken Hornemann: Flora Wirceburgensis… Suppl., S. 13. Synonyme für Pulmonaria mollis <templatestyles src="Person/styles.css" />Wulfen ex Hornem. sind: Pulmonaria montana var. pseudoangustifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Guşul., Pulmonaria montana subsp. mollis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hornem.) Gams, Pulmonaria media <templatestyles src="Person/styles.css" />Host, Pulmonaria mollissima <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern., Pulmonaria mollis subsp. mollissima <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern.) Nyman.

Von Pulmonaria mollis gibt es zwei Unterarten.<ref name="Euro+Med" /> Die beiden Unterarten unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Steifheit der Behaarung und die Färbung der Blütenkrone.:

  • Pulmonaria mollis <templatestyles src="Person/styles.css" />Wulfen ex Hornem. subsp. mollis : Sie kommt vor in Frankreich, in Mittel-, in Ost- und Südosteuropa.<ref name="Euro+Med" /> In Mitteleuropa kommt sie vor in Österreich im Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark; in Deutschland in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, im südlichen Thüringen und im südlichen Nordrhein-Westfalen. Ihre Nordgrenze ist Ostbelgien, Eifel, Spessart und Rhön. In der Schweiz fehlt die Unterart.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
  • Voralpen-Lungenkraut (Pulmonaria mollis subsp. alpigena <templatestyles src="Person/styles.css" />W.Sauer): Es kommt vor in Frankreich, in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich.<ref name="Euro+Med" /> Es gedeiht u. a. im Trifolio-Agrimonietum aus dem Verband Trifolion medii.<ref name="Oberdorfer2001" /> Nach Rohwer kommt die Unterart in Nadelwäldern und Mischwäldern vor bis in die subalpinen Matten der Krummholzstufe.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> In Mitteleuropa kommt die Unterart vor in Bayern, Tirol und Salzburg, in den Vogesen und in der nördlichen und westlichen Schweiz.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Die Gattung Pulmonaria ist ausgesprochen komplex und schwierig. Zwischen den einzelnen Arten existieren zahlreiche Übergänge sowie hybride Formen. Teilweise sind die spezifischen Sippen nur durch Chromosomenanalyse bestimmbar. Die Verbreitungsangaben in der Literatur sind dadurch häufig nicht vollständig bzw. falsch.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 373.</ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, 2011: Boraginaceae.: Datenblatt Pulmonaria mollis In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="IPCN">Pulmonaria mollis bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="WISIA"> Pulmonaria mollis in WISIA-Online. Abgerufen am 3. November 2022.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Jens G. Rohwer: Boraginaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 649.</ref> <ref name="InfoFlora">Pulmonaria mollis subsp. alpigena W.Sauer In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Weiches Lungenkraut (Pulmonaria mollis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien