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Freund Hein

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Freund Hein (oder Hain, Gevatter Hein, Bruder Hein) ist eine euphemistische und allegorische Bezeichnung (Personifikation) im Deutschen für den Tod und wird häufiger als Sensenmann dargestellt.

Auftreten

Datei:Sensenmann (Freund Hain) Wandsbecker Bothe 1775.gif
Kupferstich im Wandsbecker Bothen

Die Redensart begegnet erstmals 1650 in einem Flugblatt, wo es heißt <poem style="margin-left:3em;">„Freund Hain läßt sich abwenden nit mit Gewalt, mit Güt, mit Treu und Bitt.“</poem> Matthias Claudius widmet 1775 im Wandsbecker Boten seine „Erklärung der Kupfer und Zeichen“ dem Freund Hain:

„Ihm dedizier ich mein Buch, und Er soll als Schutzheiliger und Hausgott vorn an der Haustüre des Buchs stehen.“

Gotthold Ephraim Lessing schreibt 1778 an Claudius:

„Bei Gott, lieber Claudius, Freund Hein fängt auch unter meinen Freunden an, die Oberstelle zu gewinnen.“

Heinrich Heine verwendete den Begriff 1827 in seinem „Buch der Lieder“ beim in Burschensprache geschilderten, aus Liebeskummer begangenen Selbstmord eines Studenten: <poem style="margin-left:3em;">„Da flucht ich den Weibern und reichen Halunken, Und mischte mir Teufelskraut in den Wein, Und hab mit dem Tode Smollis getrunken, Der sprach: Fiduzit, ich heiße Freund Hein!“</poem>

Titel literarischer Werke

Auch in den Titeln literarischer Werke hat sich die Redensart niedergeschlagen:

Siehe auch

Literatur