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Monika Helfer

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Monika Helfer 2023

Monika Helfer (* 18. Oktober 1947 in Au, Vorarlberg), vormals Monika Helfer-Friedrich,<ref>GND 119559110. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, abgerufen am 8. November 2021.</ref> ist eine österreichische Schriftstellerin.

Leben und Werk

Monika Helfer wuchs in Vorarlberg auf. Ihr Vater, der Verwalter in einem Erholungsheim für Kriegsversehrte war, arbeitete in der Pension als Bibliothekar.<ref>Wolfgang Paterno: Monika Helfer: Gift der Welt. In: Profil.at, 30. Mai 2017, abgerufen am 8. November 2021.</ref> Die Mutter starb an einer Krebserkrankung, als Monika Helfer noch ein Kind war.<ref>Christel Wester: Monika Helfer: „Vati“ Er kehrte heim und kam nie an. In: Deutschlandfunk. Deutschlandfunk, 8. Februar 2021, abgerufen am 6. August 2025 (deutsch).</ref>

Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legt. „Die Figuren in Monika Helfers Büchern haben Mut, Überlebenswillen und den gesunden Trotz eines Kindes, nämlich den Trotz, sich von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Kategorisierungen nicht beirren zu lassen“, so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.<ref>Dorothea Zanon: Monika Helfer und Michael Köhlmeier: Schleusen in die Welt der Fantasie öffnen. In: Der Standard. 28. März 2016, abgerufen am 8. November 2021.</ref>

Frühe Texte veröffentlichte die Autorin unter dem Namen Monika Helfer-Friedrich.<ref>Z. B.: Monika Helfer-Friedrich: Einfach Anna. In: Franz-Michael-Felder-Verein (Hrsg.): Neue Texte aus Vorarlberg. 1. Prosa. Fink’s Verlag, Bregenz 1977, S. 41 ff.; Monika Helfer-Friedrich: Unsere Mutter. In: Franz-Michael-Felder-Verein (Hrsg.): Neue Texte aus Vorarlberg. 3. Hörspiele. Fink’s Verlag, Bregenz 1983, S. 143 ff.</ref>

Monika Helfer hat vier Kinder, zwei davon in ihrer 1981 geschlossenen Ehe mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier: Sohn Lorenz Helfer ist Bildender Künstler,<ref>Webpräsenz Lorenz Helfer. In: lorenzhelfer.at. Abgerufen am 4. Oktober 2021.</ref><ref>Monika Helfer: „Alkoholikerbild“ von Monika Helfer. Eine nicht komponierte Tragödie [Text über ein Bild von Lorenz Helfer]. Ö1 Kunstgeschichten, 2019, abgerufen am 4. Oktober 2021. –
Monika Helfer über eine dunkle und eine helle Figur. „Alkoholikerbild – Eine nicht komponierte Tragödie“. Von Monika Helfer. Es liest Sabine Lorenz. Gestaltung: Ingrid Bertel. In: Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte. 30. Juni 2019, abgerufen am 8. November 2021.</ref> die Tochter Paula Köhlmeier starb 2003 bei einem Unfall. Helfers Roman Bevor ich schlafen kann von 2010 ist ihrem Andenken gewidmet.<ref>Katja Lückert: Schluchzer wie Schluckauf. Monika Helfer: „Bevor ich schlafen kann“, Deuticke Verlag, Wien 2010. In: Deutschlandfunk. 3. Dezember 2010, abgerufen am 8. November 2021 (Rezension).</ref><ref>Rezension zu Bevor ich schlafen kann: Michaela Schmitz: Ein bisschen hoffnungslos. Im Online-Rezensionsportal vom Literaturhaus Wien am 5. August 2010.</ref> Helfer und Köhlmeier leben in Hohenems und in Wien.<ref>Cathrin Kahlweit: Monika Helfers neuer Roman „Vati“: Nichts wird, wie es war. Abgerufen am 24. April 2022.</ref>

2018 wurde ihr Roman Oskar und Lilli (1994) von Arash T. Riahi unter dem Titel Ein bisschen bleiben wir noch verfilmt.<ref name="sn36997282">„Es wird kein Opferfilm“: Riahi dreht „Oskar & Lilli“. In: Salzburger Nachrichten. 27. Juli 2018, abgerufen am 14. Dezember 2019 (Quelle: APA).</ref>

In ihrem Roman Die Bagage (2020) erzählt sie die Geschichte ihrer Großeltern und deren Kinder, besonders ihrer Mutter Grete. Nach ihrem Bestseller Die Bagage folgte Helfers autofiktionaler Familienroman Vati (2021), in dem ihr Vater als Büchermensch im Mittelpunkt steht. Darin schreibt sie auch über ihre Kindheit und beleuchtet ihre Beziehungen zu ihren beiden Schwestern Gretel und Renate sowie zu ihrem Bruder Richard, der getrennt von ihnen bei ihrer Tante Irma aufwuchs.<ref>Monika Helfer: Vati. 1. Auflage. Carl Hanser, München 2021, ISBN 978-3-423-14843-6, S. 105–146.</ref> In Löwenherz (2022), dem dritten Teil der Familientrilogie, verarbeitet sie das Leben und den verfrühten Tod ihres Bruders Richard. 2023 erschien mit Die Jungfrau ein Roman, der ebenso in Helfers persönlicher Vergangenheit angesiedelt ist, sich aber auf die Freundschaft zwischen Monika und ihrer Schulfreundin Gloria fokussiert.

Ihr Kurzgeschichtenband Bettgeschichten und andere (2022) wurde auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2022 nominiert.

Auszeichnungen

Werke

Prosa

  • Eigentlich bin ich im Schnee geboren. Illustrationen von Richard Helfer. Edition Roetzer, Eisenstadt 1977, ISBN 3-85374-025-1.
  • Die wilden Kinder. Roman. Piper, München 1984, ISBN 3-492-02886-1.
  • Mulo. Eine Sage. Piper, München 1986, ISBN 3-492-03006-8.
  • Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr. Roman. Piper, München/Zürich 1989, ISBN 3-492-11343-5.
  • Der Neffe. Erzählung. Piper, München 1991, ISBN 3-492-03465-9.
  • mit Michael Köhlmeier: Der Mensch ist verschieden. Variationen zu Theophrast. Holzschnitte von Peter Guth. Blei-Verlag Karl Kretschmer, Mosbach 1994.
  • Oskar und Lilli. Roman. Piper, München 1994, ISBN 3-492-03686-4.
  • Kleine Fürstin. Haymon, Innsbruck 1995, ISBN 978-3-7099-7024-9.
  • Wenn der Bräutigam kommt. Roman. Piper, München 1998, ISBN 3-492-03964-2.
  • Mein Mörder. Roman. Piper, München 1999, ISBN 3-492-04184-1.
  • Bestien im Frühling. Stück. Deuticke, Wien 1999, ISBN 3-216-30495-7.
  • Rosie in New York. Illustrationen von Birgitta Heiskel. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 2002, ISBN 3-85326-250-3.
  • Rosie in Wien. Illustrationen von Birgitta Heiskel. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 2004, ISBN 3-85326-283-X.
  • Tiere allein. Kinderbuch. Illustrationen von Sofie Loeprecht. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2009, ISBN 978-3-85252-998-1.
  • Bevor ich schlafen kann. Roman. Deuticke, Wien 2010, ISBN 978-3-552-06142-2.
  • mit Michael Köhlmeier: Rosie und der Urgroßvater. Carl Hanser, München 2010, ISBN 978-3-446-23587-8.
  • Die Bar im Freien. Aus der Unwahrscheinlichkeit der Welt. Deuticke, Wien 2012, ISBN 978-3-552-06190-3.
  • mit Ingrid Puganigg: Zwei Frauen warten auf eine Gelegenheit. Roman. Zsolnay-Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-552-06240-5.
  • Diesmal geht es gut aus. Geschichten. Mit Zeichnungen von Lorenz Helfer. Haymon, Innsbruck 2014, ISBN 978-3-7099-7802-3.
  • Die Welt der Unordnung. Roman. Jung und Jung, Salzburg 2015, ISBN 978-3-99027-073-8.
  • Schau mich an, wenn ich mit dir rede! Jung und Jung, Salzburg/Wien 2017, ISBN 978-3-99027-094-3.<ref>Monika Helfer: „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ Quelle: Monika Helfer, Schau mich an, wenn ich mit dir rede!, Jung und Jung Verlag 2017. In: Literarisches Österreich – Vorarlberg. Ö1, 3. November 2017, abgerufen am 8. November 2021 (Es liest: Silvia Meisterle; mit MP3-Link, s. u.). –
    MP3. (9,3 MB) [Monika Helfer: „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“]. In: apa.at. Abgerufen am 8. November 2021 (19:39 min).</ref>
    • Neuauflage: Schau mich an, wenn ich mit dir rede! Kampa, Zürich 2022, ISBN 978-3-311-15048-0.
  • Mit Michael Köhlmeier: Der Mensch ist verschieden. Dreiunddreißig Charaktere. Haymon, Innsbruck 2017, ISBN 978-3-7099-7269-4.
  • Die Bagage. Roman. Carl Hanser, München 2020, ISBN 978-3-446-26562-2.
  • Vati. Roman. Carl Hanser, München 2021, ISBN 978-3-446-26917-0.
  • Dickerle. Mit Illustrationen von Christoph Abbrederis. Leykam, Graz 2021, ISBN 978-3-7011-8201-5.
  • Löwenherz. Roman. Carl Hanser, 2022, ISBN 978-3-446-27269-9.
  • Bettgeschichten und andere. Kurzgeschichten. Bahoe Books, Wien 2022, ISBN 978-3-903290-71-6.
  • Die Jungfrau. Roman. Carl Hanser, München 2023, ISBN 978-3-446-27789-2.
  • mit Michael Köhlmeier: Mein schwarzer Hund. Bahoe Books, Wien 2024, ISBN 978-3-903478-26-8.
  • Der Stoff. Illustrationen Hanna Zeckau. Residenz Verlag, Salzburg 2024, ISBN 978-3-7017-3607-2
  • Wie die Welt weiterging. Geschichten für jeden Tag. Carl Hanser, München 2024, ISBN 978-3-446-27750-2.
  • Der Bücherfreund. Erzählung. Illustriert von Kat Menschik. Carl Hanser, München 2025, ISBN 978-3-446-28273-5.

Theaterstücke

Hörspiele

  • Der Zorn des Meisters. (mit Gerold Amann und Michael Köhlmeier), 1979.
  • Tondbandprotokoll. (mit Michael Köhlmeier), 1979.
  • Indische Tempeltänzerin. 1981.
  • Oskar und Lilli. 1994.

Filme

  • Die wilden Kinder. TV-Film. (Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Monika Helfer) mit Christian Berger, Regie: Christian Berger, 1986/86.

Weblinks

Commons: Monika Helfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und über Monika Helfer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Vorlage:IMDb/1
  • Kurzbiographie und Foto beim Hanser Literaturverlage
  • Schriftstellerin Monika Helfer im Gespräch. In ihrem Roman „Die Bagage“ porträtiert Monika Helfer ihre Großmutter und erzählt vom Überleben ihrer Familie und davon, wie sich eine Kinderbagage nach dem frühen Tod ihrer Eltern durchschlägt. In: WDR 3 Gespräch am Samstag. 21. März 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2020; (Kurzbeschreibung mit MP3-Link; s. u.).
    • MP3. (PDF; 27,3 MB) [Schriftstellerin Monika Helfer im Gespräch]. In: akamaihd.net. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2020; (28:37 min).
  • Monika Helfer über „Vati“. Welche Rolle spielt der Vater im Leben? Monika Helfer begibt sich mit ihrem Roman „Vati“ auf die Suche nach der eigenen Herkunft. Die Reise in die Kindheit ist auch ein Porträt der versehrten Nachkriegsgeneration. In: WDR 3 Gespräch am Samstag. 20. März 2021; (Kurzbeschreibung mit MP3-Link; s. u.).
    • MP3. (PDF; 11,7 MB) [Monika Helfer über „Vati“]. In: akamaihd.net. (12:16 min).

Einzelnachweise

<references />

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