Casekirchen
Casekirchen Gemeinde Molauer Land
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(251)&title=Casekirchen 51° 4′ N, 11° 50′ O
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| Höhe: | 210 m | |||||
| Fläche: | 8,83 km² | |||||
| Einwohner: | 251 (2013)<ref>Integriertes Gemeindliches Entwicklungskonzept (IGEK) für das Gebiet der Verbandsgemeinde Wethautal. (PDF; 1,14 MB) In: vgem-wethautal.de. Verbandsgemeinde Wethautal, S. 5, abgerufen im September 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 28 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2010 | |||||
| Postleitzahl: | 06618 | |||||
| Vorwahl: | 036694 | |||||
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Bild:Casekirchen in Molauer Land.svg|rahmenlos|268x335px|zentriert|Karte poly 106 143 76 142 68 136 65 126 37 133 35 145 14 139 10 137 8 119 7 109 6 98 12 93 27 91 26 74 35 69 44 62 44 50 75 52 97 44 102 64 105 76 106 94 106 102 114 108 122 117 122 122 119 129 109 139 104 142 Abtlöbnitz poly 369 246 366 240 363 232 382 227 372 209 363 192 358 184 353 170 346 147 357 141 349 132 353 127 359 125 362 120 372 116 368 105 376 100 375 92 373 81 373 75 384 71 392 67 401 60 415 55 430 45 440 47 451 61 468 85 470 94 458 101 450 112 454 127 456 131 460 134 472 133 477 137 473 155 462 163 461 167 462 176 481 178 484 187 476 196 464 204 460 213 467 219 476 217 473 225 465 223 450 228 433 224 421 225 398 232 Casekirchen poly 123 168 117 157 107 143 107 136 115 129 128 119 130 110 114 109 108 104 107 93 108 74 104 63 99 45 99 41 108 39 111 37 112 27 118 26 121 11 129 11 136 24 148 17 155 14 150 4 164 5 178 37 184 66 199 72 210 66 219 74 222 85 243 79 253 86 259 97 297 84 299 101 293 102 297 124 278 122 264 118 244 117 218 116 202 121 194 131 175 141 151 150 133 163 125 167 Leislau poly 187 273 188 259 192 246 176 241 166 241 163 225 149 224 149 210 156 214 172 193 140 176 124 172 132 160 151 147 180 133 202 128 205 121 225 118 241 118 261 117 272 120 277 123 286 124 295 116 296 105 300 94 299 82 310 82 315 95 342 78 349 81 346 96 356 117 357 126 348 135 353 139 344 145 352 171 365 191 373 212 374 228 362 231 365 245 343 255 324 254 323 239 315 244 304 236 291 234 277 233 274 221 235 221 224 237 227 255 228 263 210 270 189 269 Molau desc bottom-right </imagemap>Lage von Casekirchen in Molauer Land
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Casekirchen ist ein Ortsteil der Gemeinde Molauer Land im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Geografie und Geologie
Casekirchen liegt ca. 9 km südöstlich von Naumburg (Saale) und westlich der Molauer Platte.
Nordwestlich des Ortes treten Wellenkalkvorkommen auf.<ref>Dr. O. O. Dillmann: Osterfeld auf der geologischen Karte Nr. 4937 von Thüringen. In Osterfelder Kultur- und Heimatblatt Nr. 18. (Hrsg.: Heimatverein Osterfeld e. V.), Osterfeld 1997, S. 294.</ref>
Geschichte
Casekirchen wurde 977 erstmals als „Cesice“ urkundlich erwähnt, 1235 und 1250 als „Kaskirgen“ bzw. „Kaiskirgen“<ref>Jürgen K. Fischer: Mittelalter Mitteldeutschland. Ereignisse und Ortsnamen, JKF Selbstverlag Elsteraue, Elsteraue 2016, S. 258</ref>, 1253 als „Kaskerkene“ und bereits 1346 als „Kaskirchen“<ref name="Naumburger Heimat">Gertrud Schlichting: Casekirchen. Aus der Geschichte eines Naumburger Dompropsteidorfes In: Naumburger Heimat. Zwanglos erscheinende Beilage für Ortsgeschichte und Heimatpflege zum „Naumburger Tageblatt“ und zur „Bad Kösener Allg. Zeitung“ Nr. 40, 2. Oktober 1935</ref>. Die in sehr alter Zeit gegründete Kirche wurde dem heiligen Nicasius geweiht und gab dem Ort den Namen Nicasiuskirchen, woraus der jetzige Ortsname zusammengezogen wurde. Der nach Südosten hin freiliegende Kirchberg soll schon eine altheidnische Kultstätte gewesen sein, auf dem ein bedeutender Götzenaltar stand. Vermutlich deshalb wurde eine frühe Missionskirche St. Casiuskirche auf die weithin sichtbare künstlich geformte Bergkuppe gestellt, die aber wieder aufgegeben und abgetragen wurde.<ref>Wolfram Voigt: Auf der Spur des frühen Christentums im Gebiet zwischen Saale und Elster. Osiris Druck, Leipzig 2017, ISBN 978-3-941394-64-3, S. 9.</ref> In seiner Umgebung wurden eine Reihe von Hünengräbern und steinernen Waffen gefunden.
1237 wurde mit Henricus de Casekirchen erstmals ein Rittergutsbesitzer erwähnt. Nachdem das Gut während des 16. Jahrhunderts u. a. den Familien von Harstall und von Brand gehörte, ging es 1600 in den Besitz der Familie von Meusebach über. Im April 1628 wurde der damalige Eigentümer Otto Wilhelm von Meusebach auf dem Altenburger Markt wegen Straßenraubes hingerichtet. Sein Sohn Christoph Friedrich tauschte das Gut 1662 gegen Philipp Heinrich von Tümplings Anwesen in Leislau, um seine Schulden beim Großgestewitzer Gutsbesitzer Christoph von Landwüst bezahlen zu können. Aufgrund der hohen Schulden von Carl Friedrich von Tümpling wurde das Gut 1733 aufgeteilt und an mehrere Bauern aus Casekirchen und der näheren Umgebung verkauft, was dem Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung verschaffte.
Infolge der Reformation wurde der lutherische Glaube eingeführt, der erste evangelische Pfarrer war der 1524 eingesetzte Peter Büttner alias Petrus Pithonius.<ref name="Naumburger Heimat"></ref> Die ältesten erhaltenen Kasualienaufzeichnungen datieren aus dem Jahr 1602.<ref>Kirchenbuch Casekirchen 1602–1645.</ref>
Casekirchen, Köckenitzsch und Seidewitz gehörten zum wettinischen Kreisamt Eisenberg,<ref>Die Ämter des Eisenbergischen Kreises vor 1815 im Buch „Geographie für alle Stände“, ab S. 224</ref> das aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit verschiedener Ernestinischer Herzogtümer stand. 1826 kamen die Orte mit dem Nordteil des Kreisamts Eisenberg vom Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg zum Herzogtum Sachsen-Meiningen und wurden Teil der Exklave Camburg.<ref>Kreis Saalfeld. Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Dezember 2024; abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> In einem 1850 herausgegebenen Buch zur Landeskunde des Herzogtums Sachsen-Meiningen wird über Casekirchen berichtet: „Der Ort hat vier öffentliche Gebäude, 19 Wohn- und zwei Werkhäuser. Im Ort leben 24 Familien mit 163 Einwohnern.“ Die Einwohnerzahl sank auf 135 im Jahr 1900, 128 in 1919 und 120 in 1937, stieg aber bis 1950 wieder auf 216 an.<ref>Gemeinde Casekirchen (Hrsg.): Casekirchen. Chronologischer Auszug aus der Geschichte der Gemeinde, Casekirchen 2003, S. 22 ff.</ref>
Von 1922 bis 1939 gehörten Casekirchen, Köckenitzsch und Seidewitz zur Kreisabteilung Camburg,<ref>Geschichte der Kreisabteilung Camburg im Archivportal Thüringen</ref> anschließend bis 1948 zum thüringischen Landkreis Stadtroda, danach kurzzeitig zum Landkreis Jena. Bei der Gebietsreform von 1952 in der DDR kamen die drei Orte an den Kreis Naumburg im Bezirk Halle, wodurch ihre Zugehörigkeit zu Thüringen endete.
Im Jahr 1953 bestand in Casekirchen eine LPG Typ I und ab 1. Oktober 1960 eine LPG Typ III.<ref>Gemeinde Casekirchen (Hrsg.): Casekirchen. Chronologischer Auszug aus der Geschichte der Gemeinde, Casekirchen 2003, S. 55 ff.</ref>
Am 1. Januar 1957 wurde Köckenitzsch und am 17. September 1961 Seidewitz an Casekirchen angegliedert, die neu entstandene Gemeinde trug die Gemeindenummer 081205. Bis zum Jahr 1972 war die Einwohnerzahl auf 361 Personen angewachsen,<ref>Heinz Adomeit (Hrsg.): Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik, Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1974, S. 72</ref> sank aber bis Ende 2008 wieder auf 246 Einwohner. Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Casekirchen, Abtlöbnitz, Leislau und Molau zur neuen Gemeinde Molauer Land zusammen.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010</ref>
Kultur und Bauwerke
In den Jahren 1721/1722 wurde die gegenwärtige Kirche gebaut. Der Kirchturm und das Kirchenschiff wurde in den Jahren 2009 und 2010 saniert.<ref>Casekirchen auf der Homepage der VGEM Wethautal</ref> Die Kirchenorgel ist 1830 gesetzt worden<ref name="Naumburger Heimat"></ref> und erfuhr in den Jahren 2017 und 2018 durch die Firma Hoffmann und Schindler eine Restaurierung.<ref>Gerhard-Orgel. foerderverein-casekirchen.de, abgerufen am 3. April 2022.</ref>
Das gegenwärtige Pfarrhaus des Ortes besteht seit dem Jahr 1903.<ref>Gemeinde Casekirchen (Hrsg.): Casekirchen. Chronologischer Auszug aus der Geschichte der Gemeinde, Casekirchen 2003, S. 27</ref>
Der Ort ist Sitz eines Vereins.<ref>Casekirchen. In: Vereinsregister. Abgerufen am 9. Juni 2023.</ref>
Wappen
Laut dem Landeshauptarchiv Magdeburg besitzt die Gemeinde kein rechtskräftig verliehenes Wappen. Das ehemalige Dienstsiegel der Gemeinde zeigt die Kirche in vereinfachter Darstellung, die spätere Fassung vereinte die Siegel der drei Ortsteile und eine abgewandelte Form des Thüringer Landeswappens in sich.<ref name="Naumburger Heimat"></ref><ref>Gemeinde Casekirchen (Hrsg.): Casekirchen. Chronologischer Auszug aus der Geschichte der Gemeinde, Casekirchen 2003, S. 13</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Zur Bundesstraße 88, die westlich von Casekirchen von Naumburg (Saale) nach Jena verläuft, sind es ca. 9 km.
Schul- und Erziehungswesen
Der Schulbetrieb in Casekirchen ist seit dem frühen 17. Jahrhundert nachgewiesen. Das letzte Schulgebäude wurde 1880 errichtet, bis zur Einstellung des Unterrichts in Casekirchen im Jahr 1975 als solches genutzt und stand nach vollständiger Renovierung für Verwaltungs- und Veranstaltungszwecke zur Verfügung.<ref>Gemeinde Casekirchen (Hrsg.): Casekirchen. Chronologischer Auszug aus der Geschichte der Gemeinde, Casekirchen 2003, S. 21 ff.</ref> Als solches findet es bis in die Gegenwart Verwendung.<ref>Dorfreport: Casekirchen: "Schulung" statt Kneipe. Auf MZ.de vom 9. Juli 2019, abgerufen am 20. Juni 2024.</ref>
Von 1960 bis 1982 bestand in Casekirchen ein „Dauerheim für Säuglinge und Kleinkinder“, dessen Kapazität im Jahr 1977 bei 20 Plätzen lag.<ref>Von Steinbeilen und dem Palästchen. In: Liberal-Demokratische Zeitung, 29. Juni 1977, S. 6.</ref> Das Gebäude wurde ab 1992 als Kindergarten genutzt, der aber mittlerweile geschlossen ist.<ref>Gemeinde Casekirchen (Hrsg.): Casekirchen. Chronologischer Auszug aus der Geschichte der Gemeinde, Casekirchen 2003, S. 56 ff.</ref>
Söhne und Töchter
- Adam Gschwend (1665–1722) (mit dem Pseudonym „Georgius Phaedrus“), war ein deutscher Pädagoge und Buchautor.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Casekirchen auf der Website der Verwaltungsgemeinschaft Wethautal
- Internetseite des Casekirchn’er Dorflcub e. V.
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