Zum Inhalt springen

Flughafen Atarot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. März 2026 um 17:49 Uhr durch imported>Nicthurne (erw.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Flughafen Jerusalem Atarot
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Datei:Jerusalem-airport.jpg
Atarot (Israel)
Atarot (Israel)
Kenndaten
ICAO-Code OJJR / LLJR
IATA-Code JRS
Koordinaten 31° 51′ 53″ N, 35° 13′ 9″ OKoordinaten: 31° 51′ 53″ N, 35° 13′ 9″ O
 {{#coordinates:31,864722222222|35,219166666667|primary
dim=10000 globe= name= region=IL type=airport
  }}
Höhe über MSL 757 m  (2.484 ft)
Start- und Landebahn
12/30 1965 m × 45 m Asphalt

Der Flughafen Atarot (auch Flughafen Qalandia, Kalandia Airport oder Jerusalem Airport genannt) bediente von 1920 bis 2001 die Stadt Jerusalem. Er liegt nördlich der Stadt auf dem Weg nach Ramallah beim Dorf Qalandia und ist ein Teil des 1967 von Israel annektierten Ostens der Stadt.

Geschichte

Der Flughafen wurde nach einer benachbarten früheren jüdischen Siedlung benannt, die 1914 errichtet wurde<ref>Carta’s Official Guide to Israel and Complete Gazetteer to all Sites in the Holy Land. 3. Auflage. Jerusalem 1993, ISBN 965-220-186-3, S. 85 f.</ref> und die ihrerseits nach dem in der Gegend gelegenen gleichnamigen biblischen Ort benannt worden war (Vorlage:Bibel/Link). Die Siedlung Atarot wurde auf Land errichtet, das Einwohnern Qalandias abgekauft wurde. 1931 enteignete die britische Mandatsregierung 200 Dunam Land von Atarot, um einen kleinen Flugplatz zu errichten.<ref>Ruth Kark, Michal Oren-Nordheim: Jerusalem and its environs: quarters, neighborhoods, villages, 1800-1948 (= Israel studies in historical geography). Hebrew University Magnes Press / Wayne State University Press, Jerusalem / Detroit (Mich.) 2001, ISBN 978-0-8143-2909-2.</ref> 1936 ging der Flugplatz als einer der ersten in Palästina in Betrieb.<ref name=":0">Marian Houk: Atarot and the Fate of the Jerusalem Airport. In: Jerusalem Quarterly. Nr. 35, 2008 (archive.org).</ref>

1948 wurde Atarot im Palästinakrieg durch seine 200 jüdischen Bewohner verlassen, nachdem die Hagana eine Evakuierung angeordnet hatte.<ref name=":0" /> Der Flugplatz und die Geisterstadt wurden von der Arabischen Legion erobert. Unter jordanischer Verwaltung war er von 1948 bis 1967 der internationale Flughafen für Ostjerusalem, mit der Übernahme durch die Israelis wurde er zu deren reinem Inlandsflughafen. Der Flughafen bediente bis zur zweiten Intifada Inlandsflüge nach Eilat und Haifa. Bei Streiks am Flughafen Tel Aviv wurden auch andere Flugzeuge hierher umgeleitet. Mit Beginn der zweiten Intifada Anfang des 21. Jahrhunderts wurde er geschlossen werden, da er von palästinensischem Siedlungsgebieten umgeben ist. Es bestand laut israelischen Angaben die Gefahr, dass israelische Zivilflugzeuge von diesen Dörfern aus beschossen werden könnten. Zudem ist die Landebahn in Reichweite von Steinwürfen.

Bis heute ist der Flughafen verwaist und dessen Zukunft ungewiss. Die Palästinenser beanspruchen den Flughafen als das zukünftige Tor zur Welt für das von ihnen beanspruchte Ostjerusalem. Der Flughafen wird mit zwei unterschiedlichen ICAO-Codes identifiziert, wobei LL für einen Flughafen in Israel und OJ für einen Flughafen in Jordanien steht.

Gleich südlich des Flughafens erstreckt sich das große Industriegebiet Atarot, das nach 1967 erbaut wurde. Im Norden riegelt der israelische Sicherheitszaun das Gelände gen Ramallah ab. Im Osten, auf Höhe der Landebahn, befindet sich der Übergang Qalandia, daneben liegen das große palästinensische Flüchtlingslager Kalandia, das Dorf Kafr Aqab und die Stadt Al-Ram. Auf dem östlichen Teil der Landebahn wurden inzwischen Bus-Haltestellen und -parkplätze eingerichtet.

Seit 2021 gibt es offizielle Pläne, anstelle des Flughafens eine neue israelische Siedlung mit 9.000 Wohneinheiten zu errichten, eine ganze Stadt ohne Verbindung zu einer bestehenden Siedlung, komplett umgeben von palästinensischen Wohngebieten. Damit würde das Gebiet um Ramallah komplett von Ost-Jerusalem abgetrennt.<ref>Who Will Stop Israel's Craziest Settlement Plan Ever?, Ha-Aretz am 5. Dezember 2021</ref> Details bei der Vorstellung des Projekts am 6. Dezember 2021 lassen darauf schließen, dass hier ultraorthodoxe Juden angesiedelt werden sollen. Vorerst wurde die Entscheidung über diesen politisch brisanten Plan vertagt, offiziell um eine Umweltverträglichkeitsprüfung abzuwarten.<ref>Freezing Settlement Plan Epitomizes United Jerusalem's Failures, Ha-Aretz am 7. Dezember 2021 mit aktuellem Foto</ref>

Zwischenfälle

Galerie

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Flughafen (Jordanien)