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Seraph

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Datei:Seraph medieval.jpg
Darstellung eines Seraphen in einem mittelalterlichen Manuskript. Die Flügel sind mit zahlreichen Augen besetzt.

Die Seraphim (Singular: der Seraph) sind Engel, die in den Lehren der abrahamitischen Religionen von Gott erschaffen wurden und ihm untergeordnet sind. In der Berufungsvision des Jesaja (Vorlage:Bibel/Link) werden theriomorph-anthropoide Mischwesen, die zum Hofstaat JHWHs gehören, als Seraphim bezeichnet. Diese Vision mit der dreifachen Anrufung der Heiligkeit hatte großen Einfluss auf Theologie, Literatur und Kunst.

Seraphim werden darüber hinaus im Buch Henoch erwähnt. Die in der Offenbarung des Johannes (Vorlage:Bibel/Link) beschriebenen Wesen, die ebenfalls ein dreifaches Heilig proklamieren, weisen Züge der Seraphim und Cherubim auf und zeigen Elemente des Thronwagens aus der Vision des Ezechiel (Vorlage:Bibel/Link).<ref>Seraphim – Bibel-Lexikon :: bibelkommentare.de. In: Bibel-Lexikon. Verbreitung des christlichen Glaubens e. V. (VCG), abgerufen am 8. September 2022.</ref>

Die Tradition weist ihnen den fünften Rang in der Hierarchie der Engel des Judentums und gemeinsam mit den Cherubim und Thronen den ersten in der Ordnung der neun Chöre der Engel des Christentums zu. Im Islam werden Seraphim nur selten erwähnt, finden aber Referenz als Engel im „höchsten Rat“, die über die Erschaffung des Menschen diskutieren<ref>Jerrold Seigel: Between Cultures: Europe and Its Others in Five Exemplary Lives. University of Pennsylvania Press, 2015, ISBN 978-0-8122-9193-3</ref> und zu denen manche Berichte auch Gabriel<ref>Mir Valiuddin: The Quranic Sufism. Motilal Banarsidass Publ., 1987, ISBN 978-81-208-0320-6, S. 69.</ref>, Raphael und Iblis (Satan) zählen.<ref>Robert Southey The Poetical Works, Collected by Himself, Band 3 Longman 1838 digitized 4. Jan. 2012 page 68.</ref>

Bezeichnung

Seraph und Seraphim sind die deutschen Entsprechungen der hebräischen Bezeichnungen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Singular) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Plural). Der Name geht auf die Wurzel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) („brennen“, „verbrennen“, „entflammen“) zurück und wird mit „Brennender“ sowie „Glühender“ übersetzt.<ref name=":0">Wilhelm Gesenius: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. 18. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6, S. 1301 f.</ref>

Die Benennung bezieht sich ursprünglich vermutlich auf die Uräusschlange und die Gift verspritzende Afrikanische Speikobra.<ref name=":0" /> In der ägyptischen Glyptik wurden Uräusschlangen mit zwei Flügelpaaren dargestellt.<ref name=":2">Peter Riede: Serafim. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff.Vorlage:Abrufdatum</ref> Später wandelte sich die Vorstellung hin zu den Seraphim als Engelswesen mit drei Flügelpaaren.<ref name=":2" />

In der Septuaginta wird lediglich in Vorlage:Bibel/Link die Bezeichnung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) verwendet. An den anderen Bibelstellen nutzten die Übersetzer die altgriechischen Vokabeln für „Schlange“. In der altgriechischen Literatur sowie einigen Handschriften werden zudem die Bezeichnungen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) verwendet. Ebenso verhält es sich in der Vulgata, wo die Engel als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) bezeichnet werden. Daneben finden sich in antiker Literatur der alternative Plural {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) sowie die Singularform {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).

Im Deutschen werden die Engel im Plural für gewöhnlich als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ökumenisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) bezeichnet. Seltener kommen die Formen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) vor.<ref>Seraph. In: Duden. Cornelsen Verlag GmbH, abgerufen am 8. September 2022.</ref>

Datei:F10. St-André-de-Sorède.152.2.JPG
St-André-de-Sorède, Türsturz, Seraph (nach 1020)

Gestalt

Nach Vorlage:Bibel/Link besitzen die Seraphim drei Flügelpaare. Ein Flügelpaar nutzen sie zum Fliegen, mit den anderen bedecken sie jeweils das Gesicht und die Füße.<ref name=":02">Wilhelm Gesenius: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. 18. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6, S. 1302.</ref> Sie besitzen menschliche Hände und eine menschliche Stimme. Durch ihren Ausruf „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit“ erbebt der Tempel.

Diese Beschreibung setzt keine menschliche Gestalt voraus. Zahlreiche Darstellungen von vergleichbaren numinosen Schlangenwesen sind mit menschlichen Körperteilen kombiniert.<ref name=":2" />

Deutung

Die Deutung der Seraphim ist umstritten. Othmar Keel vertritt die Meinung, dass die Heiligkeit JHWHs durch die Seraphim ins Unermessliche gesteigert wird. Demgegenüber sieht Friedhelm Hartenstein in ihnen ein schon bereitgestelltes Gerichtswerkzeug Gottes und somit eine Visualisierung des göttlichen Gerichtszorns.<ref name=":2" />

Thomas von Aquin bezeichnet die Seraphim als Widerschein höchster Gottesliebe.

Der Überlieferung nach empfing Franz von Assisi die Stigmata durch einen Seraphen. Deshalb lautet der Beiname des Heiligen auch „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“. Der Orden der Klarissen, dessen Entstehung auf ihn zurückgeht, wird darum auch seraphischer Orden genannt.

Ausruf der Heiligkeit in der Liturgie

Die Keduscha, der dritte Segen des 18-Gebets oder Amidah in der Synagoge, besteht bis heute aus der dreifachen Proklamation der Heiligkeit Gottes in Vorlage:Bibel/Link und einem Lobspruch aus Vorlage:Bibel/Link. Schon früh erhielt dieser Ausruf auch Einzug in den christlichen Gottesdienst, erhielt jedoch eine neue Erweiterung.<ref name=":3">Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und im Auftrag des Rates von der Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche der Union (Hrsg.): Evangelisches Gottesdienstbuch. Agende für die Evangelische Kirche der Union und für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands. 6. Auflage. Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft und von Cansteinsche Bibelanstalt, Luther-Verlag, Lutherisches Verlagshaus, Berlin 2015, ISBN 978-3-7858-0513-8, S. 30.</ref> Als Trishagion ist die Proklamation fester Bestandteil der orthodoxen Liturgie.<ref>Trishagion. In: Liturgisches Lexikon. Liturgische Institute Trier, Salzburg und Fribourg, abgerufen am 8. September 2022.</ref> Bei katholischen und evangelischen Abendmahlsfeiern ist das Sanctus die Antwort der Gemeinde auf die Präfation. Dahinter steht die Vorstellung, dass Menschen- und Engelstimmen sich zu einem universalen Gotteslob vereinen.<ref>Benjamin Leven: Sanctus. In: Liturgisches Lexikon. Liturgische Institute Trier, Salzburg und Fribourg, abgerufen am 8. September 2022.</ref><ref name=":3" /> Die verbreitete evangelische Sanctus-Melodie, die zunächst im Dreiklang absteigt, um dann bis zur Oktave aufzusteigen (EG 185.1 und EG 185.3) geht auf die Melodieformeln des jüdischen Bekenntnisgesangs Alenu zurück und bringt so die jüdischen Wurzeln besonders deutlich zum Vorschein.<ref name=":3" />

Abgeleitete Vornamen

Bereits im Alten Testament kommt {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsch Saraf, als männlicher Vorname vor (Vorlage:Bibel/Link). Die LXX gibt den Namen als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) wieder, die Vulgata als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).

Bis heute sind verschiedene männliche und weibliche Namensvarianten im Umlauf.<ref>Serafim – related names. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 8. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Valery Rees: Von Gabriel bis Luzifer. Eine Kulturgeschichte der Engel. Aus dem Englischen von Andrea Graziano di Benedetto. Lambert Schneider Verlag, ISBN 978-3-650-40205-9, Kap. 6; S. 153–162.

Weblinks

Commons: Seraphim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Seraph – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1. Triade (Himmlische Berater)
Seraphim | Cherubim | Throne

2. Triade (Himmlische Verwalter)
Herrschaften | Kräfte oder Mächte | Gewalten

3. Triade (Himmlische Boten)
Fürstentümer | Erzengel | Schutzengel Vorlage:Klappleiste/Ende