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Hans-Joachim Rotzsch

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-N0608-0106, Erfurt, 15. Arbeiterfestspiele, Konzert (retuschiert).jpg
Hans-Joachim Rotzsch leitet den Thomanerchor in Erfurt (1974)

Hans-Joachim Rotzsch (* 25. April 1929 in Leipzig; † 25. September 2013 ebenda<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ex-Thomaskantor Hans-Joachim Rotzsch ist 84-jährig gestorben (Memento vom 27. September 2013 im Internet Archive). In: Leipziger Volkszeitung, abgerufen am 25. September 2013</ref>) war ein deutscher Sänger (Tenor), Chorleiter und Hochschullehrer. Von 1972 bis 1991 war er Thomaskantor.

Leben

Datei:GrabRotzsch.jpg
Grabstätte auf dem Leipziger Südfriedhof

Rotzsch besuchte von 1940 bis 1945 das Musische Gymnasium Frankfurt, dessen künstlerischer Leiter Kurt Thomas war. Nach einer Lehre begann er 1949 ein Studium der Kirchenmusik an der Leipziger Musikhochschule, einer seiner Orgellehrer war hier Günther Ramin. Privat nahm er Gesangsunterricht bei Fritz Polster.

Rotzsch wurde zunächst als Oratorientenor bekannt, wurde Mitglied der Leipziger Bachsolisten und sprang auf einer Konzerttournee des Leipziger Thomanerchores in Basel 1954 kurzfristig als Tenorsolist ein. Von nun an trat er regelmäßig mit dem Thomanerchor auf und übernahm bald dessen Stimmbildung. 1963 wurde er Leiter des Leipziger Universitätschores, den er bis 1973 führte. Im Jahr 1972 folgte er Erhard Mauersberger auf dem Posten des Thomaskantors nach. Wenige Wochen zuvor wurde ihm der Titel eines Professors verliehen. Von 1974 bis 1979 war Rotzsch Leipziger CDU-Stadtverordneter.

Vom Amt des Thomaskantors trat Rotzsch 1991 zurück, um seiner Entlassung durch die Stadt Leipzig wegen seiner IM-Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit seit 1973 zuvorzukommen.<ref>Günther Gießler: Wir Salzburger geben unseren Thomaskantor nicht wieder her. In Leipzig wegen Stasi-Tätigkeit vor sieben Jahren gefeuert – in Österreich am Mozarteum gefeiert. Interview mit Hans-Joachim Rotzsch. In: Leipziger Volkszeitung. 4. Juni 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. April 2010;.</ref> Sein Rücktritt war von zahlreichen Protesten Leipziger Bürger, aktiver und ehemaliger Thomaner sowie der Eltern von Thomanern begleitet, die sich vehement für ihn einsetzten. Sein Nachfolger wurde Georg Christoph Biller.

Rotzsch gründete 1990 die Kulturstiftung Leipzig. Im Oktober 1992 wurde Rotzsch als ordentlicher Gastprofessor für evangelische Kirchenmusik an das Mozarteum in Salzburg berufen, wo er bis 2000 wirkte.

Auszeichnungen

Diskografie (Auswahl)

Als Sänger

Als Dirigent

Bach-Kantaten

Literatur

  • Kurt Meyer: Der Fünfzehnte nach Bach. Thomaskantor Hans Joachim Rotzsch. Schkeuditzer Buchverlag, Schkeuditz 2002, ISBN 3-9806705-4-6.
  • Werner Gosch: Hans-Joachim Rotzsch. Für Sie porträtiert, Deutscher Verlag für Musik Leipzig 1989, ISBN 3-370-00296-5
  • Corinna Wörner: Zwischen Kulturpflege und Kulturpropaganda – Thomaner- und Kreuzchor als Kulturbotschafter der DDR, in: Ritter, Rüdiger (Hg.): Musik und ihre gesellschaftliche Bedeutung in den staats- und postsozialistischen Ländern Mittel- und Osteuropas seit 1945, (Ostmitteleuropa interdisziplinär, Bd. 3), Wiesbaden 2023, S. 217–235, ISBN 978-3-447-12113-2.

Weblinks

Commons: Hans-Joachim Rotzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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