Zum Inhalt springen

Wellingholzhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 31. März 2026 um 11:33 Uhr durch ~2026-19917-70 (Diskussion) (Öffentliche Einrichtungen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wellingholzhausen
Stadt Melle
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4778)&title=Wellingholzhausen 52° 10′ N, 8° 16′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4778) 52° 9′ 36″ N, 8° 15′ 48″ O
 {{#coordinates:52,16|8,2633333333333|primary
dim=10000 globe= name=Wellingholzhausen region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 107 m ü. NHN
Fläche: 41,12 km²
Einwohner: 4778 (31. Dez. 2023)<ref>Daten und Fakten der Stadt Melle. In: Webseite Stadt Melle. 31. Dezember 2023, abgerufen am 4. April 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 49326
Vorwahl: 05429
Datei:Wellingholzhausen in Melle.svg
Karte
Lage von Wellingholzhausen in Melle
Datei:Melle-Wellingholzhausen, die Sankt Bartholomäus Kirche IMG 6896 2020-07-31 15.53.jpg
Sankt Bartholomäus

Wellingholzhausen ist ein Stadtteil von Melle im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen. Der Stadtteil ist in neun Ortsteile gegliedert, darunter auch das Kirchdorf Wellingholzhausen.

Geographie

Geographische Lage

Der Meller Stadtteil Wellingholzhausen, der den Umfang der ehemaligen Samtgemeinde Wellingholzhausen hat, liegt am Nordhang des Teutoburger Waldes. Wellingholzhausen liegt zentral jeweils etwa 25 km entfernt zwischen den Universitätsstädten Osnabrück und Bielefeld. Der Flughafen Münster-Osnabrück ist etwa 50 km entfernt.

Wellingholzhausen grenzt im Meller Stadtgebiet an die Stadtteile Gesmold im Norden, Melle-Mitte im Nord-Osten und Neuenkirchen im Süd-Osten. Im Süden grenzt Wellingholzhausen an Borgholzhausen (Kreis Gütersloh / Nordrhein-Westfalen), Dissen (Süd-Westen) und im Nord-Westen an die Gemeinde Hilter mit ihrem Ortsteil Borgloh.

Im Gebiet Wellingholzhausens liegt der 220 Meter hohe Beutling, dessen Fläche von 42,8 Hektar seit 1937 unter Naturschutz steht. Auf dem Beutling stand bereits 1891 ein Aussichtsturm; der jüngste wurde im Jahr 2000 fertiggestellt und ist 30 Meter hoch.

Gliederung

Der Stadtteil besteht aus den neun ehemaligen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Wellingholzhausen; darunter die acht alten Bauerschaften Handarpe, Himmern, Kerßenbrock, Nüven, Oberschlochtern, Peingdorf, Uhlenberg und Vessendorf sowie das Kirchdorf Wellingholzhausen.

Geschichte

Im Umfeld von Wellingholzhausen, wie in der Nachbarstadt Borgholzhausen und dem nordwestlichen Nachbarort Borgloh wurden Trittsiegel von Dinosauriern gefunden. Sie stammen aus der Urzeit und lassen darauf schließen, dass ein subtropisches Klima herrschte.

Die früheste Anwesenheit des Menschen auf dem Gebiet von Wellingholzhausen ist für die Mittelsteinzeit belegt durch den Fund einer Geröllkeule aus 8. bis 4. Jahrtausend v. Chr. in der Nähe des Osterbaches, der heutigen Osterfeldsiedlung. In Handarpe wurde eine Axt aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. gefunden. Hinterlassenschaften aus der Jungsteinzeit (4000–1700 v. Chr.) sind Hügelgräber im Gemeindegebiet. In die Bronzezeit (1000 v. Chr.) datieren Urnenfunde, die in Wellingholzhausen und den umliegenden Bauerschaften gefunden wurden.

Mittelalter

Um das Jahr 700 siedelten sich die Sachsen an den Niederungen der Hase an. Im Jahr 800, während der Frankenzeit, wurde ein Meyerhof am Osterbach gegründet. Um das Jahr 1000 herum wurde vermutlich eine Kirche auf dem Gelände dieses Meyerhofes errichtet.<ref name="michael">Wellingholzhausen-Vessendorf. 2019, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref> Im Jahr 1090 ging die Eigenkirche des Grundherren des Meyerhofes zu Holthusen in den Besitz des Klosters Iburg über.<ref name="pw">Im Blickpunkt – die Kirche St. Bartholomäus. Pfarreiengemeinschaft Wellingholzhausen.Gesmold, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref> Der vollständige Name „Wellingholzhausen“ wurde erstmals im Jahr 1160 erwähnt.<ref name="reiter">Wellingholzhausen. Newsmatic, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref><ref name="hvwhh">Historie des Vereins und Dorfes. Heimat- und Verschönerungsverein Wellingholzhausen, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref> Im 13. Jahrhundert erfolgte der Bau einer neuen Kirche am heutigen Standort, und im 14. Jahrhundert dehnte sich das Dorf außerhalb der Kirchenburg aus.<ref name="michael" /> Nachdem die Kirche 1588 durch ein Feuer zerstört worden war, erfolgte ihr Wiederaufbau.<ref name="pw" />

Neuzeit

Wellingholzhausen war seit dem Mittelalter Sitz der Vogtei Wellingholzhausen, die bis zu den Napoleonischen Kriegen zum Amt Grönenberg des Hochstifts Osnabrück gehörte. Von 1807 bis 1810 gehörte Wellingholzhausen zum Kanton Melle im napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen. Von 1811 bis 1813 gehörte der Ort unmittelbar zu Frankreich und war Sitz der Mairie (Bürgermeisterei) Wellingholzhausen im Arrondissement Osnabrück des Departements der Oberen Ems. 1814 kam Wellingholzhausen zum Königreich Hannover und gehörte dort wieder zum Amt Grönenberg. Zwischen 1856 und 1861 wurde die heutige Kirche St. Bartholomäus neu erbaut.<ref name="pw" />

1867 fiel Wellingholzhausen mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und seit 1885 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Melle. Im Landkreis Melle war Wellingholzhausen Sitz der Samtgemeinde Wellingholzhausen, die mit ihren neun Mitgliedsgemeinden den gleichen Umfang wie alte Vogtei und der heutige Stadtteil hatte. Anfang des 20. Jahrhunderts expandierte das Dorf räumlich weiter. Nach 1945 entstanden weitere Siedlungen rund um den alten Ortskern sowie ein Gewerbegebiet.

Die Samtgemeinde Wellingholzhausen wurde in der ersten Phase der Gebietsreform in Niedersachsen am 1. Januar 1970 aufgelöst. Ihre neun Mitgliedsgemeinden wurden zur neuen Einheitsgemeinde Wellingholzhausen zusammengeschlossen. Der Versuch, am 1. Juli 1972 eine neue Samtgemeinde mit den Orten Borgloh (heute Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald) und Gesmold (heute Stadt Melle) zu bilden, scheiterte. Die Gemeinde Wellingholzhausen wurde am 1. Juli 1972 ein Stadtteil der Stadt Melle.<ref name="michael" /><ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 257.</ref>

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen der ehemaligen Gemeinde Wellingholzhausen, Landkreis Melle]] Blasonierung: „In Rot ein silberner (weißer) Wellenschrägbalken, begleitet von zwei schräg liegenden silbernen (weißen) Eicheln.“<ref name="Wappen">Wappen auf der Webseite des Heimatvereins</ref>
Wappenbegründung: Das von Ulf-Dietrich Korn entworfene Wappen wurde 1964 vom Regierungspräsidenten in Osnabrück genehmigt. Es handelt sich um ein sogenanntes redendes Wappen; die Versinnbildlichung des Ortsnamens durch die Welle für 'Welling-' = Quelle und die Eicheln für '-holz-'.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerung der alten Gemeinde Wellingholzhausen:

Jahr Einwohner Quelle
1845 1003 <ref name="stat">Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, Hannover 1848, S. 119 (google.de).</ref>
1871 0928 <ref name="vz1871">Volkszählung 1871</ref>
1910 1045 <ref name="gv1900">Landkreis Melle. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2024;.</ref>
17. Mai 1939 1169 <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
13. September 1950 1953 <ref name="isys">Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)</ref>
6. Juni 1961 1857 <ref name="isys" />

Bevölkerung der früheren Vogtei, der früheren Samtgemeinde, der Gemeinde von 1970 und des heutigen Stadtteils Wellingholzhausen:

Jahr Einwohner Quelle
1845 3181 <ref name="stat" />
1871 2842 <ref name="vz1871" />
1910 3013 <ref name="gv1900" />
17. Mai 1939 2938 <ref name="demand" />
13. September 1950 4801 <ref name="isys" />
6. Juni 1961 3720 <ref name="isys" />
27. Mai 1970 3935 <ref name="isys" />
31. Dezember 2021 4826 <ref name="melleinfo" />
31. Dezember 2023 4778 <ref name="melleinfo">Daten und Fakten der Stadt Melle. In: melle.info. melle.info, 31. Dezember 2021, abgerufen am 4. April 2025.</ref>

Politik

Als Stadtteil der Stadt Melle entsendet Wellingholzhausen auch Mitglieder in den Rat der Stadt Melle. <templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" />

Ortsratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 70,97 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
66,6 %
18,5 %
14,9 %

Ortsrat

Der Ortsrat, der Wellingholzhausen vertritt, setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Wahljahr CDU SPD Grüne Gesamt
2021<ref>Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 18. August 2022.</ref> 10 3 2 15 Sitze
2016 10 4 1 15 Sitze
2011 10 4 1 15 Sitze

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeister waren 1972–76 Franz Röhr (CDU), 1976–2011 Josef Falke (CDU), 2011–2024 Bernd Gieshoidt (CDU). Seit dem 7. März 2024 ist Susanne Unnerstall (CDU) Ortsbürgermeisterin.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch den Stadtteil Wellingholzhausen führen die Landesstraßen L 94, L 95 und L 108, sowie die Kreisstraßen K 213, K 216, K 224 und K 225.

Kultur

Die Heimatkapelle Wellingholzhausen e. V. von 1949 ist ein überregional auftretendes Blasorchester. Weitere Kapellen sind die „Minikapelle“ und die „Jugendkapelle“. Sie spielen auf Schützenfesten und sind beim Heimatkapellenkonzert im Frühling vertreten.

Partnerschaften

Wellingholzhausen unterhält eine Partnerschaft mit der Gemeinde Röckwitz in Mecklenburg-Vorpommern. Jedes Jahr findet eine Besuchsfahrt nach Röckwitz statt.

Öffentliche Einrichtungen

In Wellingholzhausen gibt es mehrere Einrichtungen, die sowohl für die lokale Gemeinschaft als auch für Besucher von Bedeutung sind. Das „Haus des Gastes“ dient als Veranstaltungszentrum und ist ein zentraler Ort für verschiedene kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse.<ref name="hdg">Haus des Gastes – Eventlocation & Saal in Melle. Schrage Gastronomie, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref> Das „Canisiusheim“, ein ehemaliges Pastorat, hat ebenfalls eine wichtige Funktion im sozialen Leben der Gemeinde. Das „Fachwerk 1775“, ein weiteres Veranstaltungszentrum, das auch als Dorfgemeinschaftshaus dient, spielt eine zentrale Rolle in der Organisation von Gemeindeaktivitäten und Veranstaltungen.<ref name="fw1775">Das Fachwerk 1775: Der Förderverein. HVV Wellingholzhausen, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref> Die Beutlingshalle ist die Sporthalle des Ortes, die Sport- und Freizeitaktivitäten für Jung und Alt bietet.<ref name="tvwhh">Die Geschichte des WTV. TV Wellingholzhausen, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref>

Sport

Der größte Sportverein im Ort ist der Turnverein Wellingholzhausen, kurz WTV mit über 1500 Mitgliedern. Zwei Sportplätze und zwei Sporthallen stehen für Breiten- und Schulsport zur Verfügung.

Fußball

Der „TV Wellingholzhausen“ steht mit der 1. Herrenmannschaft in der Kreisliga sowie mit der 2. Herren im Fußball in der 1. Kreisklasse Osnabrück-Land Süd B. Die 3. Herren spielt in der 3. Kreisklasse.

Im Winterhalbjahr findet jährlich ein mehrtägiges A-Jugend-Hallenturnier statt, auf dem Mannschaften aus dem weiteren Umkreis aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen antreten.

Ebenfalls im Winter findet der überregional bekannte Beutlingcup statt, ein mehrtägiges Turnier für Hobbymannschaften aus der weiteren Umgebung.

Schwimmen

In Wellingholzhausen gibt es ein von der Stadt Melle betriebenes kostenpflichtiges Freibad. Es verfügt über Sprungtürme, ein Schwimmerbecken mit einer 25-Meter-Bahn und ein Nichtschwimmerbecken sowie eine Liegewiese.<ref>Stadt Melle: Freibad Wellingholzhausen. Abgerufen am 8. Juni 2020.</ref>

Wandern

Wegen seiner Lage vor dem Hang des Teutoburger Waldes wird die Umgebung von Wellingholzhausen als Wandergebiet genutzt. Mehrere Wanderparkplätze mit Wanderkarten stehen zur Verfügung, von denen gekennzeichnete regionale Wanderwege von insgesamt ca. 70 km Länge starten. Sie werden von verschiedenen Institutionen gepflegt, allen voran vom Heimatverein Wellingholzhausen. Dazu kommen überregionale Wanderwege, die das Ortsgebiet passieren: der Ahornweg, der Hase-Else-Hunte-Ems-Weg, der Schau-ins-Land-Weg (X25) und der Meller Ringweg.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

Mit Wellingholzhausen verbunden

  • Emil von Manger (1824–1902), Architekt, Architekt der Kirche St. Bartholomäus in Wellingholzhausen.
  • Gustav Görsmann (1873–1942), katholischer Pfarrer, Kaplan in Wellingholzhausen.
  • Franz Röhr (1920–2002), Politiker, Bürgermeister von Wellingholzhausen.
  • Horst Szymaniak (1934–2009), Fußballspieler, lebte in Wellingholzhausen.
  • Reinhold Beckmann (* 1956). Sein Buch Aenne und ihre Brüder von 2023 beschreibt das Schicksal seiner vier Onkel, die aus Wellingholzhausen stammten und im Zweiten Weltkrieg umkamen. Beckmanns Großvater war Schuhmacher in Wellingholzhausen.
  • Thomas Uhlen (* 1985), Politiker (CDU), wuchs in Himmern auf.

Literatur

  • Otto Stieve: Wellingholzhausen. Aus der Geschichte des Dorfes und der Gemeinde, Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wellingholzhausen, Melle, 1990

Weblinks

Commons: Wellingholzhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende