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Izanagi und Izanami

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Datei:MET DP-12232-095 cut.jpg
Nishikawa Sukenobu: Der Gott Izanagi und die Göttin Izanami. Tuschmalerei aus dem 18. Jahrhundert
Datei:Kobayashi Eitaku - Izanami and Izanagi Creating the Japanese Islands.jpg
Kobayashi Eitaku: Izanagi und Izanami schaffen die japanischen Inseln. Seidenbild, Mitte 1880er Jahre

Izanagi no Mikoto ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und Izanami no Mikoto ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) sind die zentralen Urgötter (Kami) im japanischen Schöpfungsmythos von der Entstehung der Welt. Sie waren ein Paar von Bruder-Schwester-Göttern, die erschienen, nachdem Himmel und Erde aus dem Chaos entstanden waren.<ref>Michael Ashkenazi: Izanagi and Izanami. In: Handbook of Japanese Mythology. ABC-CLIO, Santa Barbara, Calif. 2003, ISBN 1-57607-467-6, S. 172–177 (books.google.de).</ref> Sie schufen der Legende nach die erste Landmasse im Urozean, als sie auf der himmlischen Schwebebrücke<ref name=Wörterbuch>Egidius Schmalzriedt, Hans Wilhelm Haussig: Wörterbuch der Mythologie. Band VI. Klett-Cotta, Stuttgart 1994, ISBN 3-12-909860-7, S. 65.</ref> stehend mit einem himmlischen Juwelenspeer<ref name=Wörterbuch></ref> das Wasser berührten.

Weltentstehung

Datei:Amanohashidate.jpg
Amanohashidate als irdisches Gegenstück der Schwebebrücke des Himmels

Der japanische Mythos der Weltentstehung ist in den frühesten japanischen Chroniken Kojiki (712) und Nihonshoki (720) festgehalten<ref>Karl Florenz: Die historischen Quellen der Shinto-Religion aus dem altjapanischen und chinesischen. Vandenhoeck & Ruprecht, J. C. Hinrichs, Göttingen / Leipzig 1919 (archive.org).</ref> und besitzt chinesische Wurzeln, die auf die Einführung der chinesischen Kultur wie auch auf Einwanderer zurückgehen. Dem Nihonshoki gemäß war die Welt anfangs ein Chaos in Gestalt eines Eies, in dem Himmel und Erde (bzw. Yin und Yang<ref>Philipp Franz von Siebold: Nippon – Archiv zur Beschreibung von Japan und dessen Neben- und Schutzländern Jezo mit den südlichen Kurilen, Sachalin, Korea und den Liukiu-Inseln. Band 2. L. Woerl, Würzburg / Leipzig 1897, S. 2 (Textarchiv – Internet Archive): „Japanische Schriftsteller […], nehmen die folgenden Götter und Götterpaare dieser sieben Dynastien als Schöpfungsperioden der fünf Elemente an, und stellen Izanagi und Izanami, gleich dem Yang und Yen der Chinesen, als das männliche und das weibliche Prinzip der Schöpfung und Zeugung auf.“</ref>) noch nicht getrennt voneinander existierten. Nachdem diese Trennung vollzogen war, trieben fisch- oder quallenartige Gebilde auf dem Wasser umher; aus diesen entstanden schilfartige Sprosse und diese wurden zu den ersten Gottheiten. In einer anderen Version steigt der Gott Ame no minakanushi aus einer gallertartigen Masse und vier weitere Götter folgen ihm nach. Sie stellen die fünf Urgötter dar.<ref>Herbert Zachert: Die Mythologie der Shintō. In: Egidius Schmalzriedt, Hans Wilhelm Haussig (Hrsg.): Wörterbuch der Mythologie. Band 6: Götter und Mythen Ostasiens 1. Abteilung: Die alten Kulturvölker. Klett-Cotta, Stuttgart 1994, ISBN 3-12-909860-7, S. 31 (books.google.de).</ref> Es gab sechs Generationen von sehr unbestimmt beschriebenen Urgöttern und erst mit der siebten Generation, dem Geschwisterpaar Izanagi und Izanami, setzt die eigentliche mythologische Erzählung ein.

Die Erschaffung Japans

Izanagi und Izanami steigen aus dem Himmelsgefilde Takamanohara herab und erschaffen das Festland aus dem uranfänglichen Chaos, indem sie, auf der himmlischen Schwebebrücke (ame-no-uki-hashi) stehend, den himmlischen Juwelenspeer (ame-no-nuhoko oder ame no tama-boko)<ref>Beiwerke zum Studium der Anthropophyteia. Ethnologischer Verlag, Leipzig 1909, S. 16 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> in das Meer tauchen und darin herumrühren. Als sie die Lanze aus dem Wasser heben, tropft von der Spitze Salz herab, das zum ersten Land, der Insel Onogoro gerinnt. Sie steigen auf die Insel hinab, errichten einen Palast und vollführen den Hochzeitsritus. Angeleitet wurden sie dabei durch die lebhaften Bewegungen des Vogels Isi Tataki.<ref>Isi Tatak. In: Wilhelm Vollmer (Hrsg.): Vollmer’s Wörterbuch der Mythologie aller Völker. Hoffmann’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1874 (vollmer-mythologie.de).</ref> Weil Izanami während des Rituals aber zuerst spricht, gebiert sie ein missgebildetes Kind, Hiruko ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), in der späteren Shintō-Mythologie ist dieser als Gott Ebisu bekannt). Dieses Kind wurde in einem Boot auf dem Ozean ausgesetzt. Sie begannen nach diesem Fehler nochmals das Ritual zu vollziehen und erschufen so zahlreiche Inseln und Gottheiten, darunter auch die großen und kleineren Inseln des japanischen Archipels.

Der Tod der Urmutter

Bei der Geburt des Feuergottes Kagutsuchi no Kami (oder Homusubi) erlitt Izanami tödliche Verbrennungen und ging nach Yomi, in das Land der Dunkelheit. Während selbst aus ihrem toten Körper weitere Gottheiten entstehen, erschlug Izanagi den Feuergott, der ihm seine Schwester genommen hatte. Dadurch spaltete sich der Feuergott in mehrere kami auf. Auch aus den Tränen Izanagis, die er über den Tod der Geliebten vergoss, entstanden neue Götter.

Ähnlich wie Orpheus stieg Izanagi hinab nach Yomi in das Reich der Toten, um seine Schwester/Gemahlin zu suchen. Als er dort angekommen war, hatte diese schon Speisen zu sich genommen, so dass die Götter der Unterwelt Izanami nicht mehr freilassen wollten. Izanami hatte sich gewünscht, dass ihr Bruder sie nicht sehen sollte, doch dieser entzündete eine Fackel und erhellte damit den Raum. Izanamis Körper war unansehnlich, verfault und von Maden bedeckt. Acht Donnergötter hausten in ihr. Izanagi war entsetzt und floh bei ihrem Anblick. Izanami, selbst zum Dämon geworden, verfolgte ihn, bis Izanagi den Eingang zur Unterwelt mit einem Felsen verschloss. Izanami schwor daraufhin, täglich tausend Menschen in die Unterwelt zu holen. Als Antwort darauf schwor Izanagi täglich tausendfünfhundert Gebärhütten zu errichten. Izanagi badete im Meer, um sich vom Kontakt mit den Toten zu reinigen. Aus diesem Akt der Reinigung entstanden eine Reihe von Gottheiten. Die Sonnengöttin Amaterasu-ō-mi-kami ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) wurde aus seinem linken Auge geboren, der Mondgott Tsuki jo mi no mikoto entstand aus seinem rechten Auge und aus seiner Nase ging der Sturmgott Susanoo hervor. In der Religion wird Izanagis Bad als Ursprung des Rituals {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) angesehen, der wichtigen rituellen Reinigungspraxis des Shintō.<ref></ref>

Izanagi zieht sich in eine Art himmlisches Ausgedinge zurück und Amaterasu übernimmt die Herrschaft über die Götter. Damit sind die Grundbedingungen der Weltentstehung abgeschlossen.

Rezeption

Basierend auf dieser Schöpfungsgeschichte schrieb Erich Fried 1960 ein Hörspiel,<ref>Erich Fried: Izanagi und Izanami: ein Spiel für Sprechstimmen, Gesang und Musik. Hrsg.: Christine Ivanović. Iudicium-Verlag, München 2014, ISBN 978-3-86205-390-2.</ref> in dem er den Mythos der beiden Halbgötter Izanagi und Izanami mit der Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike verknüpfte. Dieses wurde 2016 Festsaal des Museums Mödling als Schauspiel aufgeführt.<ref>„Izanagi und Izanami“. Literarische Gesellschaft Mödling, Januar 2016, abgerufen am 21. Mai 2020.</ref>

Literatur

  • Karl Florenz: Japanische Mythologie [microform] : Nihongi „Zeitalter der Götter.“ Nebst Ergänzungen aus andern alten Quellenwerken. Hrsg.: Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens. Druck der Hobunsha, Tokio 1901 (archive.org).
  • Charles Francis Horne (Hrsg.): Ko-ji-ki, or records of ancient matters (= Kairyudo Japanese classics. Band 2). Kairyūdō, Tokio 1936 (Volltext [Wikisource]).
  • Nelly Naumann: Das Umwandeln des Himmelspfeilers: ein japanischer Mythos und seine kulturhistorische Einordnung (= Asian folklore studies. Nr. 5). Society for Asian Folklore, Tokio 1971 (Hochschulschrift – Universität Freiburg).
  • Andrew Matthews: Izanagi und Izanami: aus den Shinto-Legenden Japans. In: Vom Anfang der Welt: Schöpfungsgeschichten der Völker. Altberliner, Berlin / München 1996, ISBN 3-357-00750-9 (Originaltitel: How the world began and other stories of Creation. Übersetzt von Christina Baumeyer).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />