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Das Dorf befindet sich östlich der Mündung des namensgebenden Bachs Sissle in den Rhein, auf einer etwas erhöht liegenden Schotterterrasse. Der Rhein fliesst unmittelbar nördlich des Dorfzentrums vorbei. In östlicher, südlicher und westlicher Richtung erstreckt sich das weitgehend flache Sisslerfeld, eine ausgedehnte Ebene.<ref>Landeskarte der Schweiz, Blatt 1049, Swisstopo.</ref>
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 252 Hektaren, davon sind 47 Hektaren bewaldet und 88 Hektaren überbaut.<ref>Arealstatistik Standard – Gemeinden nach 4 Hauptbereichen.Bundesamt für Statistik, 26. November 2018, abgerufen am 11. Mai 2019.</ref> Der höchste Punkt befindet sich auf 306 m ü. M. im Wald südöstlich des Dorfzentrums, der tiefste auf 290 m ü. M. am Rhein. Nachbargemeinden in der Schweiz sind Stein im Westen, Münchwilen im Südwesten, Eiken im Süden sowie Kaisten im Osten. Im Norden grenzt Sisseln an die deutschen Gemeinden Bad Säckingen und Murg.
Östlich des Dorfes befand sich ein befestigtes Bauwerk der Römer. Das Gebäude, auf beiden Seiten von einem halbrunden Turm flankiert, entstand in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts und diente als militärisches Magazin.<ref>Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S.200.</ref> Der Ortsname leitet sich von der Sissle ab, welches wiederum vom alteuropäischenSissila («die Fliessende») stammt.<ref name="name" />
Seit dem 19. Februar 1803 gehört das Dorf zum Kanton Aargau. 1806 trennte sich Sisseln von Eiken und bildet seither eine eigenständige Gemeinde. Die Dorfbewohner lebten von der Landwirtschaft, der Fischerei und der Flösserei. Die beiden letztgenannten Berufsgruppen verschwanden um 1900, als in der Nachbargemeinde Stein ein Wasserkraftwerk gebaut wurde. Am 1. August 1892 erfolgte die Eröffnung der Bahnstrecke Koblenz–Stein-Säckingen. Ab Beginn der 1970er Jahre liess die Basler Chemieindustrie auf dem Sisslerfeld ausgedehnte Produktionsanlagen errichten, Sisseln wandelte sich zu einer Industriegemeinde am Rande der Agglomeration der Stadt Basel. Seither hat sich die Bevölkerungszahl fast verdreifacht.
Sehenswürdigkeiten
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Die schlichte spätbarocke römisch-katholische Kapelle stammt aus dem Jahr 1823 und ist dem Heiligen Fridolin geweiht. Sehenswert sind die drei klassizistischen Stuckmarmoraltäre und die von Putten präsentierte Stuckkartusche auf dem Scheitel des Chorbogens.
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Grün weisser Schräglinksfluss mit Einmündung vom linken Schildfuss her, im rechten Obereck schräg gestelltes dreizackiges weisses Fischspeereisen.» 1949 hatte Sisseln noch kein eigenes Wappen. Der Männerchor des Dorfes wollte damals eine neue Fahne anschaffen und wandte sich an die kantonale Wappenkommission. Die beiden Flüsse symbolisieren den Rhein und die Sissle, das Speereisen weist auf den früheren Lachsfang hin, die grüne Farbe steht für die Fruchtbarkeit der Sissleraue.<ref>Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S.278.</ref>
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Er wird im Majorzverfahren vom Volk gewählt, seine Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Gemeinderat führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm vom Kanton zugeteilt wurden. Für Rechtsstreitigkeiten ist in erster Instanz das Bezirksgericht Laufenburg zuständig. Sisseln gehört zum Friedensrichterkreis X (Mettau).<ref>Friedensrichterkreise. Kanton Aargau, abgerufen am 19. Juni 2019.</ref>
Wirtschaft
In Sisseln gibt es gemäss der im Jahr 2015 erhobenen Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) rund 1000 Arbeitsplätze, davon 1 % in der Landwirtschaft, 76 % in der Industrie und 27 % im Dienstleistungssektor.<ref>Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT). (Excel; 157 kB) Statistik Aargau, 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Mai 2019; abgerufen am 9. Mai 2019.</ref> In der ausgedehnten Industriezone westlich der Sissle befinden sich grosse Produktionsanlagen der Chemieindustrie, vertreten durch die Unternehmen DSM (ehem. Roche) und Syngenta. Sisseln ist das Ziel zahlreicher Pendler aus den Gemeinden der Umgebung sowie Standort der Unternehmen Aenova (ehem. Temmler) und Wild.
Verkehr
Sisseln ist verkehrsmässig gut erschlossen. Zum östlichen Kreisel beim Dorf-Eingang führt die Hauptstrasse 7 zwischen Basel und Winterthur. Ein Anschluss der Autobahn A3 befindet sich zwei Kilometer südlich bei Eiken. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Postautolinie zwischen den Bahnhöfen Laufenburg und Stein-Säckingen. An Wochenenden verkehrt ein Nachtbus von Frick über Laufenburg nach Eiken. Der ehemalige Bahnhof beim Silo ist schon seit längerer Zeit geschlossen, im Februar 2013 wurden die Perronanlagen zurückgebaut.