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1,1,1-Trichlorethan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Trichlorethan
Keilstrichformel zur Verdeutlichung der Geometrie
Allgemeines
Name 1,1,1-Trichlorethan
Andere Namen
  • Ethyltrichlorid
  • Methylchloroform
  • Mecloran
Summenformel C2H3Cl3
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit etherischem, chloroformähnlichem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-756-3
ECHA-InfoCard 100.000.688
PubChem 6278
ChemSpider 6042
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 133,42 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,34 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−30 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

74 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck
  • 133,3 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 204 hPa (30 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 307 hPa (40 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 449 hPa (50 °C)<ref name="GESTIS" />
Löslichkeit

schwer in Wasser (1 g·l−1 bei 25 °C)<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,4366<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.000.688">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​332​‐​420
P: 261​‐​273​‐​280​‐​305+351+338​‐​337+313​‐​403+233​‐​502<ref name="GESTIS" />
MAK
Treibhauspotential

193 (bezogen auf 100 Jahre)<ref>G. Myhre, D. Shindell et al.: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Working Group I contribution to the IPCC Fifth Assessment Report. Hrsg.: Intergovernmental Panel on Climate Change. 2013, Chapter 8: Anthropogenic and Natural Radiative Forcing, S. 24–39; Table 8.SM.16 (ipcc.ch [PDF; 15,5 MB]).</ref>

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0
  • −177,4 kJ/mol (flüssig)<ref name="CRC97_5_39">W. M. Haynes (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 97. Auflage. (Internet-Version: 2016), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-39.</ref>
  • −144,4 kJ/mol (gasförmig)<ref name="CRC97_5_39" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

1,1,1-Trichlorethan (veralteter Trivialname Methylchloroform) gehört zur Familie der Chlorkohlenwasserstoffe. Es ist isomer zu 1,1,2-Trichlorethan.

Herstellung

Die Chemikalie wird durch Chlorierung von 1,1-Dichlorethan hergestellt oder durch Addition von Chlorwasserstoff an 1,1-Dichlorethen.<ref name="RömppOnline">Eintrag zu Trichlorethane. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref><ref name="Franz von Bruchhausen">Franz von Bruchhausen: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Springer-Verlag, 1930, ISBN 3-540-52688-9, S. 1039 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Eigenschaften

1,1,1-Trichlorethan ist eine farblose Flüssigkeit mit typischem etherischem Geruch (vergleichbar dem Geruch von Chloroform). Sie ist kaum mischbar mit Wasser, also hydrophob und lipophil und ihre Dämpfe sind schwerer als Luft. Wie andere Chlorkohlenwasserstoffe auch, ist es instabil gegenüber Licht, Luft und besonders Feuchtigkeit. Die Stabilisierung erfolgt durch Zugabe von bis 6 % Dioxan oder 2-Butanol bereits bei der Herstellung. Mit Alkali-, Erdalkali- und anderen Metallpulvern reagiert es explosionsartig. Mangelhaft stabilisiertes 1,1,1-Trichlorethan greift Aluminium an, dabei ist eine explosionsartige Reaktion mit gleichzeitig anwesenden Aromaten möglich.<ref name="RömppOnline" />

Sicherheitstechnische Kenngrößen

1,1,1-Trichlorethan bildet entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Der Explosionsbereich liegt zwischen 9,5 Vol.‑% (529 g/m3) als unterer Explosionsgrenze (UEG) und 15,5 Vol.‑% (860 g/m3) als oberer Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS" /> Mit einer Mindestzündenergie von 4800 mJ ist die Verbindung nur schwer entzündbar.<ref name="GESTIS" /> Die Zündtemperatur beträgt 490 °C.<ref name="GESTIS" /> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T1.

Verwendung

1,1,1-Trichlorethan ist ein Ausgangsstoff für die Synthese polychlorierter organischer Verbindungen durch Additionsreaktionen mit ungesättigten Verbindungen.

Es wurde als Lösemittel in Farben, Klebstoffen, Schneidölen und zur Reinigung von metallischen Werkstücken, Glas, optischen Geräten und Maschinen in der Textilindustrie verwendet. Auch in Korrekturflüssigkeiten kann es enthalten sein. Tipp-Ex enthält 1,1,1-Trichlorethan als Lösungsmittel, wegen der möglichen Gesundheitsgefährdung existiert jedoch auch eine wasserbasierte Variante. Im Zuge der Erkennung der Ozonloch-Problematik hat sich seine Bedeutung als Lösungsmittel verringert.<ref name="RömppOnline" />

Sicherheitshinweise

Trotz der geringeren Toxizität als Tetrachlormethan wirken die Dämpfe schleimhautreizend. Leber- und Nierenschäden sind durch Aufnahme in den Körper möglich. Gasförmig aufgenommenes Trichlorethan wird fast vollständig wieder durch die Atemluft ausgeschieden, ein kleiner Teil wird im Körper zu Trichloressigsäure und Trichlorethanol metabolisiert (verstoffwechselt). Bei Einhaltung des MAK-Wertes ist eine Fruchtschädigung sehr unwahrscheinlich. Wie viele Lösungsmittel wirkt es auf die Haut in einem schädigenden Ausmaß entfettend. Es kann die Atemwege, Verdauungswege und die Augen reizen. Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit und andere Hirnfunktionsstörungen können auftreten.

Die durch photochemische Prozesse in der Stratosphäre freigesetzten Chloratome können die Ozonschicht schädigen.<ref name="RömppOnline" />

Gesetzliche Regelungen

Zum Schutz der Ozonschicht wurden in der EU Produktion und Inverkehrbringen von 1,1,1-Trichlorethan zum 1. Oktober 2000 durch die Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 verboten.<ref name="VO2037/2000" />

Über den Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act of 1986 besteht in Kalifornien seit dem 21. April 2023 eine Kennzeichnungspflicht für Produkte die 1,1,1-Trichlorethan enthalten.<ref name="Prop65">1,1,1-Trichloroethane. OEHHA, 21. April 2023, abgerufen am 24. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einzelnachweise

<references> <ref name="VO2037/2000"> Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 des europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 2000 über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führenVorlage:Abrufdatum </ref> </references>