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Grobleben

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Grobleben
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(113)&title=Grobleben 52° 32′ N, 11° 54′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(113) 52° 31′ 34″ N, 11° 53′ 46″ O
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Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 3,83 km²
Einwohner: 113 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39590
Vorwahl: 039322
Lage von Grobleben in Sachsen-Anhalt
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Grobleben ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Tangermünde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie

Grobleben, ein Straßendorf mit Kirche, liegt sechs Kilometer südwestlich von Tangermünde und neun Kilometer südlich von Stendal. Südlich des Dorfes beginnt mit der Tangerniederung das Biosphärenreservat Mittelelbe, in dem der Tanger nach Osten in die Elbe fließt.<ref name="HOB-12" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Das Dorf besteht vor allem aus kleineren Drei- oder Vierseitenhöfen und baulichen Ergänzungen der Vorkriegszeit.<ref name="isek" />

Nachbarorte sind Heeren im Norden, der Viererbenhof im Osten, Bölsdorf im Südosten, Köckte im Süden, Elversdorf und Bahnhof Demker im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1279 wurde ein dominus Johannes Groppleve als Zeuge in Stendal erwähnt.<ref name="Krabbo Regesten" />

Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1345 als ville Gropeleuen, als Markgraf Ludwig an Otto Insel Einnahmen aus der Bede und an die Brüder Gropkin Besitz im Dorf verleiht.<ref name="Riedel-6" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Gropelebin aufgeführt.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1414 gropeleve, 1472 groblefe, 1540 Groplewen, 1687 Grobleben<ref name="HOB-12" /> und 1804 Dorf Grobleben mit Windmühle und Krug.<ref name="Bratring-1" />

Von 1903 bis 1917 gab es in Grobleben eine Haltestelle der Kleinbahn Tangermünde–Lüderitz.

Archäologie

Es wurde über den Fund eines figürlichen Schlüsselhalters (Gürtelbestandteil) im 20. Jahrhundert in Grobleben berichtet, der im Museum Wolmirstedt aufbewahrt wird.<ref name="JBAGV-2016" />

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf Grobleben zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Kanton Grieben auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam die Gemeinde ab 1816 zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />

Ab dem 25. Juli 1952 gehörte die Gemeinde zum Kreis Tangerhütte. Nach dessen Auflösung wurde sie am 1. Januar 1988 dem Kreis Stendal zugeordnet. Schließlich kam sie am 1. Juli 1994 zum Landkreis Stendal.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Bis zum 31. Dezember 2009 war Grobleben eine selbstständige Gemeinde und gehörte der jetzt aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Tangermünde an.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Grobleben am 9. Juni 2009, dass die Gemeinde Grobleben in die Stadt Tangermünde eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-SDL" />

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Grobleben wird Grobleben Ortsteil der Stadt Tangermünde. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Grobleben und künftige Ortsteil Grobleben wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Tangermünde. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Grobleben wurde ein Ortschaftsrat mit anfangs neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Seit 2024 hat der Ortschaftsrat 7 Mitglieder,<ref name="Hauptsatzung" /> von 2019 bis 2024 waren es 9 Mitglieder.<ref name="Wahl-2019" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 106
1772 030
1790 085
1798 090
1801 095
1818 086
Jahr Einwohner
1840 093
1864 107
1871 095
1885 115
1892 [00]111<ref name="Zahn-1928" />
1895 096
Jahr Einwohner
1900 [00]092<ref name="Zahn-1928" />
1905 107
1910 [00]102<ref name="Zahn-1928" />
1925 152
1939 143
1946 234
Jahr Einwohner
1964 155
1971 150
1981 111
1993 108
2000 [00]107<ref name="EW-2015" />
2006 102
Jahr Einwohner
2010 101<ref name="EW-2021" />
2014 116<ref name="EW-2015" />
2015 112<ref name="EW-2015" />
2019 115<ref name="EW-2019" />
2020 111<ref name="EW-2021" />
2021 111<ref name="EW-2021" />
Jahr Einwohner
2022 [0]111<ref name="EW-2023" />
2023 [0]113<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />

Religion

  • Die evangelische Kirchengemeinde Grobleben gehörte früher zur Pfarrei Ostheeren bei Tangermünde.<ref name="Almanach1903" /> Sie wird heute betreut vom Pfarrbereich Lüderitz im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Grobleben stammen aus dem Jahre 1648.<ref name="Machholz" />
  • Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Elisabeth in Tangermünde im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik

Ortsbürgermeister

Der amtierende Ortsbürgermeister der Ortschaft ist Jens Lücke.<ref name="O-Rat" />

Die letzte Bürgermeisterin und erste Ortsbürgermeisterin der Gemeinde Grobleben war Susanne-Christine Knoblauch.

Ortschaftsrat

Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 stellte sich die „Wählergruppe Grobleben“ zur Wahl. Sie erreichte alle 7 möglichen Sitze. Gewählt wurden eine Frau und 6 Männer. Von 87 Wahlberechtigten hatten 168 ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung betrug damit 78,16 Prozent.<ref name="Wahl-2024" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Grobleben, eine in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichteter zweiteiliger Feldsteinbau, der durch Umbauten im 18. Jahrhundert den Charakter einer Barockkirche erhalten hat, ist von einem Friedhof umgeben.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Im Dorf gibt ein Dorfgemeinschaftshaus mit Saal und Küche, eine Freiwillige Feuerwehr mit Feuerwehrhaus, einen Festplatz und einen Spielplatz.<ref name="isek" />
  • Der Fuchsberglauf in Grobleben findet seit dem Jahr 1986 immer am 1. Mai statt. Der Lauf führt über unterschiedlich lange Strecken bis hinunter zum Tanger.<ref name="VS 2016" /><ref name="Fuchsberglauf" />

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Grobleben liegt an der Landstraße zwischen Tangermünde und Lüderitz – hier besteht Anschluss an die Bundesstraße 189.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Strecken und Fahrpläne. In: stendalbus.de. Abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref>

Der etwa zwei Kilometer entfernte Bahnhof Demker liegt an der Strecke StendalMagdeburg.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-SDL">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zwischen Stadt Tangermünde und der Gemeinde Grobleben. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 19, 9. September 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 246–247 (landkreis-stendal.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 18. Dezember 2020]). </ref>

<ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref>

<ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="Bistum-MD"> Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 19. Dezember 2020. </ref>

<ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 277 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00299~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref>

<ref name="EW-2015"> Anke Hoffmeister: Entwicklung der Einwohnerzahlen in der Stadt Tangermünde. In: Stendaler Volksstimme. 14. Januar 2016, S. 19. </ref>

<ref name="EW-2019"> Anke Hoffmeister: Stadt registriert ein Plus von 36. In: Stendaler Volksstimme. 11. Januar 2020, S. 20. </ref>

<ref name="EW-2021"> Anke Hoffmeister: Stadt registriert 468 Neu-Tangermünder. In: Stendaler Volksstimme. 8. Januar 2022, S. 18. </ref>

<ref name="EW-2023"> Anke Hoffmeister: Noch weniger Geburten. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 4. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 18. </ref>

<ref name="Fuchsberglauf"> Nadine Lücke-Fischer: 37. Fuchsberglauf Grobleben. Die Strecken. In: fuchsberglauf.de. Abgerufen am 6. Juli 2024. </ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Hauptsatzung"> Stadt Tangermünde: Hauptsatzung der Stadt Tangermünde. 1. November 2023, §15 Ortschaftsverfassung (tangermuende.de [PDF; 416 kB; abgerufen am 6. Juli 2024]). </ref>

<ref name="JBAGV-2016"> Ulrich Kalmbach: Ein spätmittelalterlicher Schlüsselringhalter im Danneil-Museum Salzwedel. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 86. Jahresbericht, 2016, S. 88 (altmark-geschichte.de [PDF]). </ref>

<ref name="Krabbo Regesten"> Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 307–308, Nr. 1204 (uni-potsdam.de). </ref>

<ref name="Landbuch"> Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 334. </ref>

<ref name="Machholz"> Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925 </ref>

<ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="O-Rat"> Ortschaftsrat Grobleben. In: kitu-genossenschaft.de. Abgerufen am 28. Dezember 2020. </ref>

<ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Lüderitz. In: ekmd.de. Abgerufen am 8. April 2023. </ref>

<ref name="Riedel-6"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>

<ref name="VS 2016"> Frank Kowar: Event in Grobleben. In: Volksstimme Magdeburg. 4. Mai 2016 (volksstimme.de [abgerufen am 6. Juli 2024]). </ref>

<ref name="Wahl-2019"> Stadt Tangermünde: Ergebnis der Wahlen der Ortschaftsräte 2019 (Sitzzuteilung). 31. Mai 2019 (tangermuende.de [PDF; 23 kB; abgerufen am 18. Dezember 2020]). </ref>

<ref name="Wahl-2024"> Ortschaftsratswahl Grobleben, 9. Juni 2024. Amtliches Endergebnis. Stadt Tangermünde, 2. Juli 2024, abgerufen am 6. Juli 2024. </ref>

<ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref>

<ref name="isek"> Büro Stephan Westermann: Integriertes Stadtentwicklungskonzept Tangermünde 2030. 18. Juni 2019, S. 98, abgerufen am 28. Dezember 2020. </ref> </references>

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