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Heiner Kamps

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Heiner Kamps (2019)

Heiner Kamps (* 24. Mai 1955 in Bocholt) ist ein deutscher Unternehmer und Investor, der vor allem durch die von ihm aufgebaute deutsche Bäckereikette Kamps bekannt wurde. Nach dem Verkauf der Kamps AG investierte Kamps in andere Lebensmittelkonzerne.

Leben

Kamps wurde als ältester Sohn eines Bäckers geboren und wuchs mit sechs Geschwistern auf einem Bauernhof in der Nähe von Bocholt auf.<ref name="FAZ-2005-03-21">Mathias Irle: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wie wird man eigentlich Bäcker, Herr Kamps? (Memento vom 13. Juni 2007 im Internet Archive) In: FAZ Hochschulanzeiger. Stand: 21. März 2005, abgerufen am 22. Juli 2007.</ref><ref name="RP-2005-09-03">Rheinische Post. vom 9. März 2005.</ref> Mit 14 Jahren begann er Wasserball zu spielen und war bis zum 25. Lebensjahr ein Spieler in der deutschen Wasserballbundesliga. Nach Abschluss der Schule begann er im elterlichen Betrieb seine Ausbildung zum Bäcker.<ref name="DieWelt">Wer ist eigentlich Heiner Kamps? In: Die Welt vom 6. August 2007, abgerufen am 22. Mai 2014.</ref> Es folgten eine Lehre als Konditor in Berlin sowie die Weiterbildung zum Bäckermeister und Industriebackmeister in verschiedenen Orten Deutschlands.

Aufbau der Großbäckerei

Datei:Friedrichstraße 23, Düsseldorf, 1. Filiale der Bäckerei-Kette Kamps 1.jpg
Die erste Kamps-Filiale 16 Jahre nach ihrer Eröffnung

Im Jahr 1982 eröffnete Kamps seine erste eigene Bäckerei in der Friedrichstraße in Düsseldorf. In den nächsten zehn Jahren eröffnete er 19 weitere Filialen und legte somit den Grundstock für sein Großunternehmen. 1991 verkaufte er seine Filialen an die Borden Inc. mit Sitz in Ohio, der in Deutschland bereits die Bäckereikette Weber gehörte, und übernahm die Geschäftsführung der Deutschland-Tochter. 1996 gründete er die BBG Bäckerei Beteiligungsgesellschaft mbH, die die bis dahin 350 deutschen Filialen der Weber Retail Group übernahm und 1997 in die Kamps AG umgewandelt wurde. Im April 1998 folgte der Börsengang. Das Unternehmen kaufte in großem Umfang Bäckereien und Bäckereiketten, auch in Frankreich und den Marktführer in den Niederlanden, die Bakker Bart Food Group. Zudem wurden mehrere Großbäckereien akquiriert, die ihre Erzeugnisse nicht über die klassischen Backfilialen verkaufen. Durch die Übernahme einiger in- und ausländischer Bäckereiketten expandierte sein Unternehmen, so dass die Kamps AG zu einem der größten europäischen Backwarenhersteller wurde.<ref name="DieWelt" />

Im Jahr 2002 wurde die Kamps AG, die inzwischen über 1000 Filialen verfügte und einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftete, vom italienischen Konzern Barilla übernommen. Schätzungen gehen davon aus, dass Heiner Kamps aus dem Verkauf 60 Millionen Euro erhielt.<ref name="FAZ-2005-08-09">FAZ: Kamps kauft Nordsee-Restaurants. In: FAZ. 9. August 2005, abgerufen am 22. Juli 2007.</ref> Im Jahr 2010 ging die Kette mit rund 700 Filialen an den Niederländer Jaap Schalken.<ref>Holländer führt 700 Bäckereien. In: rp-online.de. 25. Januar 2011, abgerufen am 22. Mai 2014.</ref>

Tätigkeiten seit dem Verkauf

Das durch den Verkauf eingenommene Geld investiert Heiner Kamps, der bis Ende 2005 einem Wettbewerbsverbot mit Barilla unterlag, seither in andere Unternehmen. Im Frühjahr 2005 gründete er die Kamps Food Retail Investment SA<ref name="NORDSEE-2007-07-22">Nordsee GmbH: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verkauf der NORDSEE GmbH gebilligt. (Memento vom 17. Juni 2009 im Internet Archive), In: Nordsee Pressemitteilungen, abgerufen am 22. Juli 2007 (PDF)</ref> und wurde Geschäftsführer der Schnellrestaurantkette Nordsee,<ref name="DieWelt" /> an der er zuvor bereits eine Minderheitsbeteiligung hielt. Im Juni 2007 übernahm Kamps das 1200 Mitarbeiter starke Unternehmen Homann Feinkost. Die Kamps Food Retail Investment wurde Mitte 2007 von der International Food Retail Capital (IFR Capital) übernommen. Heiner Kamps ist mit 23,7 % an der IFR Capital beteiligt. Diese übernahm im Januar 2008 die Heinrich Hamker Lebensmittelwerke. Mittlerweile wurden 80 % der IFR-Anteile von Theo Müller übernommen und die erworbenen Firmen zusammen mit den Müller-Milch-Molkereien und der Molkerei Weihenstephan (Weihenstephan) in die Müller Unternehmensgruppe integriert.<ref>Bundeswettbewerbsbehörde: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bwb.gv.atZusammenschlussanmeldung – Bekanntmachung gemäß § 10 Abs 3 Z 2 KartG, Theo Müller; IFR Capital; IFR Jersey (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot vom 28. Dezember 2009, abgerufen am 4. April 2011 (link fehlerhaft)</ref>

Anfang September 2005 kündigte er an, ab Anfang 2006 auch wieder ins Backwarengeschäft einzusteigen.<ref name="RP-2005-09-03" /> Ein für 2006 geplanter Erwerb der Mehrheit an der Wiener Ankerbrot scheiterte. Mitte 2009 erwarb Kamps über die Homann Feinkost GmbH von der Peter Kölln die Lizenz für die Marke Livio in den Bereichen Ketchup, Mayonnaise und Dressings, Ende 2009 erwarb IFR Capital die Nadler-Feinkost-Gruppe von der britischen Uniq.

Engagement und Familie

Datei:Meisterbrief Heiner Kamps 1979.jpg
Meisterbrief von 1979, im ehemaligen Düsseldorfer Café Bastians
  • Kamps gründete im Jahr 2000 die Hilfsorganisation Brot gegen Not, die den Aufbau von Bäckereien in Entwicklungsländern betreibt und in der er sich weiterhin engagiert.<ref name="DieWelt" />

Vermögen

Sein Privatvermögen wurde 2019 vom Manager Magazin auf 250 Millionen Euro geschätzt.

Weblinks

Commons: Heiner Kamps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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