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Symphonie (Satellit)

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Symphonie-1 & Symphonie-2
Datei:Symphonie Musee du Bourget P1020403.JPG
Symphonie-1 Ausstellungsstück im französischen Musée de l'Air et de l'Espace, Paris Le Bourget

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Betreiber DFVLR, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Westdeutschland
CNES, FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Wiedergabeinformation

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Sonstiges

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Position

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Liste geostationärer Satelliten
Datei:Symphonie2.jpg
Künstlerische Darstellung des Kommunikationssatelliten Symphonie 2

Symphonie war der Name eines deutsch-französischen Nachrichtensatellitenprojektes. Der Name kann mit Gleichklang übersetzt werden und sollte die absolut gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen dem damaligen Westdeutschland und Frankreich ausdrücken.

Es wurden zwei Satelliten mit diesem Namen gebaut. Die Satelliten wurden mit einem Drallrad und Korrekturtriebwerken stabilisiert.<ref name="Pfeiffer_1977" /> Ihr Hauptkörper hat die Form eines sechseckigen Prismas, und ihre drei ausklappbaren Solarzellenausleger sind jeweils um 120° zueinander versetzt. Die Solarzellenausleger waren starr am Satelliten befestigt und wurden deshalb nacheinander während eines Erdumlaufes von beiden Seiten beschienen. Sie trugen deshalb auf beiden Seiten Solarzellen.<ref>Hans-Martin Fischer: Europäische Nachrichten-Satelliten, Von Intelsat bis TV-Sat. Stedinger, Lemwerder 2006, ISBN 3-927697-44-3, S. 48.</ref>

Jeder Satellit hat zwei Parabolantennen zur Datenübertragung in einen westlichen und/oder einen östlichen Footprint und eine kleinere Hornantenne für den Empfang der Daten vom sichtbaren Drittel der Erde. Jeder Satellit hatte zwei Transponder mit 90 MHz Bandbreite an Bord. Die Bodenstation konnte per Funkbefehl wählen, über welche der beiden Parabolantennen ein Transponder senden sollte (auch die Auswahl beider Transponder über eine Sendeantenne war möglich).<ref>Hans-Martin Fischer: Europäische Nachrichten-Satelliten. Von Intelsat bis TV-Sat. Stedinger, Lemwerder 2006, ISBN 3-927697-44-3.</ref> Sie konnten jeweils ein Fernsehprogramm und 132 Fernsprechkanäle übertragen. Die Symphonie-Satelliten waren die technisch modernsten Nachrichtensatelliten ihrer Zeit.

Der Start war ursprünglich mit der gescheiterten Europarakete geplant. Schließlich wurden sie mit zwei Delta 2914 Raketen von Cape Canaveral gestartet. Jedoch machte die US-Regierung hierfür die Auflage, dass die Satelliten lediglich für Testzwecke und nicht operationell eingesetzt würden, da sie das eigene Monopol für Nachrichtensatelliten schützen wollte. Diese für zukünftige Satelliten unannehmbaren Bedingungen führten zur Entwicklung der Ariane 1.

Wegen der von den USA auferlegten Restriktionen bezüglich kommerzieller Nutzung wurden die Satelliten für Bildungsfernsehen und humanitäre Einsätze genutzt. Dazu gehörten insbesondere Bildungsfernsehen in Indien und Afrika, Übertragungen für die Deutsche Welle, Katastropheneinsätze des Roten Kreuzes und Friedensmissionen der Vereinten Nationen.<ref name="CNES_TV" />

Das Netz der Bodenstationen erreichte die Zahl von über 50 Stationen weltweit in etwa 40 Ländern von Argentinien über Afrika, den Nahen Osten und Indien bis China.

  • Symphonie 1 wog 230 kg und wurde am 19. Dezember 1974 um 2:39 Uhr UTC als erster westeuropäischer Nachrichtensatellit von einer Delta 2914 Trägerrakete in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht und auf 11,5° West positioniert. 1977 wurde Symphonie 1 auf 49° Ost verschoben, wo er zwei Jahre blieb, bevor er auf seine alte Position zurückkehrte.
  • Symphonie 2 folgte am 27. August 1975 um 1:42 Uhr UTC und wurde ebenfalls auf der Position 11,5° West stationiert, wo er bis zu seiner Außerdienststellung verblieb.

Die Lebensdauer der Satelliten war für 5 Jahre ausgelegt; die tatsächlich erreichte Missionsdauer war exakt 10 Jahre. Symphonie 2 wurde am 19. Dezember 1984 vom Raumfahrtkontrollzentrum des DFVLR (GSOC in Oberpfaffenhofen) abgeschaltet, nachdem er mit einem De-orbiting-Manöver aus der geostationären Bahn gebracht worden war.

Literatur

  • Niklas Reinke: Geschichte der deutschen Raumfahrtpolitik. Konzepte, Einflussfaktoren und Interdependenzen: 1923–2002. München 2004, ISBN 3-486-56842-6.
  • Handwörterbuch des elektrischen Fernmeldewesens, 2. Auflage, 3. Band Q–Z; S. 1625–1626

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Metzger_1976"> R. Metzger: Attitude Stability of Symphonie – Theory and Flight Results. In: IFAC Proceedings Volumes. Band 9, Nr. 1, Mai 1976, S. 26–40, doi:10.1016/S1474-6670(17)67113-1. </ref> <ref name="Pfeiffer_1977"> Burkhard R. K. Pfeiffer & Willi G. Schröter: The Symphony Satellite System. In: Acta Astronautica. Band 5, Nr. 3–4, März 1978, S. 327–342, doi:10.1016/0094-5765(78)90060-7. </ref> <ref name="Leitenberger08"> Bernd Leitenberger: Deutsche Satelliten. Bernd Leitenberger, Brühlstraße 22/1, 73760 Ostfildern, 25. Dezember 2008, abgerufen am 19. Dezember 2024. </ref> <ref name="CASPWiki"> Symphonie Satellites – Fact Sheet. (PDF) In: CASPWiki. L’Établissement d'aerospatiale Cannes, 06150 Cannes, Oktober 2024, S. 1–2, abgerufen am 23. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="CNES_TV"> Le Programme – Symphonie. (PDF) In: Les nouveaux récits de l’Espace. Centre national d’études spatiales, S. 18–19, abgerufen am 23. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references> Vorlage:Navigationsleiste Raumsonden und Satelliten des DLR