Mittelmeerspiele
Die Mittelmeerspiele sind ein sportliches Großereignis, an dem die an das Mittelmeer angrenzenden Nationen teilnehmen. Durchgeführt werden sie alle vier Jahre. Die ersten Mittelmeerspiele wurden 1951 ausgetragen und fanden zunächst immer im Jahr vor den Olympischen Spielen statt. Seit 1993 wurden sie jeweils im Jahr danach ausgetragen. Teilnahmeberechtigt sind Athleten aus den Mittelmeer-Anrainerstaaten in Afrika, Asien und Europa.
Organisation
Verantwortlich für die Durchführung ist das Comité international des Jeux méditerranéens (CIJM) mit Sitz in Athen.
Geschichte
Die Veranstaltung geht auf eine Idee des Ägypters Muhammed Taher Pascha zurück. Der damalige Präsident des Ägyptischen Olympischen Komitees und Vizepräsident des IOC schlug ihre Austragung bei den Olympischen Spielen 1948 vor.<ref name="cijm.org.gr" /> Die ersten Spiele wurden 1951 in Alexandria abgehalten. Vorausgegangen waren diesen mehrere kleinere Wettkämpfe mit ähnlicher geografischen Orientierung, beispielsweise die Mittelmeer-Leichtathletikmeisterschaften (1947–1949)<ref>Ψηφιακή Βιβλιοθήκη της Βουλης των Ελλήνων. Abgerufen am 4. Januar 2021.</ref><ref name="cijm.org.gr">Mediterranean Games. In: ICMG. Abgerufen am 4. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und der Mittelmeerpokal im Fußball in den Jahren 1949 und 1950.<ref>Mediterranean Cup and Mediterranean Games - Overview. Abgerufen am 4. Januar 2021.</ref>
Seit den Spielen 1967 in Tunis durften auch Frauen an den Wettkämpfen teilnehmen.<ref name="cijm.org.gr" /> Bis 1993 wurden die Spiele stets im Vorjahr der Olympischen Sommerspiele ausgetragen, die meisten NOCs sprachen sich jedoch für die Verlegung in das jeweilige Folgejahr aus, um die Vorbereitung auf erstere zu erleichtern. Im Zuge der Verschiebung der Sommerspiele in Tokio auf das Jahr 2021, verursacht durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie, erfolgte analog die Verlegung der Mittelmeerspiele auf das Jahr 2022.<ref>Nancy Gillen: International Committee for the Mediterranean Games meet online for first time. Inside the Games, 28. Mai 2020, abgerufen am 4. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das CIJM organisiert seit 2015 zusätzlich die Mediterranean Beach Games („Mittelmeer-Strandspiele“).
Austragungsorte und teilnehmende Nationen
- Afrika: Ägypten, Algerien, Libyen, Marokko, Tunesien
- Asien: Libanon, Syrien, Türkei
- Europa: Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, Frankreich, Griechenland, Italien, Kosovo, Kroatien, Malta, Monaco, Montenegro, Nordmazedonien, Portugal, San Marino, Serbien, Slowenien, Spanien, Zypern
- Obwohl Israel am Mittelmeer gelegen ist, darf es nicht an den Spielen teilnehmen; die arabischen Teilnehmer haben damit gedroht, die Veranstaltung dann aus politischen Gründen zu boykottieren.<ref>«The last Games without the Israelis». Italienisches Außenministerium, 23. März 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Juni 2009; abgerufen am 28. Juni 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch Palästina nimmt nicht teil.
- Länder, die keine Mittelmeerküste haben und trotzdem teilnehmen, sind Portugal, Andorra, San Marino, Nordmazedonien, Kosovo und Serbien.
- An den Spielen 2022 nahm eine Sportlerin aus der Vatikanstadt außer Konkurrenz teil.
Medaillenspiegel
Wettbewerbe
Weblinks
- International Committee of Mediterranean Games
- Informationen zu den Mittelmeerspielen 2009 in Pescara (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2021. Suche im Internet Archive )
Einzelnachweise
<references />
Alexandria 1951 | Barcelona 1955 | Beirut 1959 | Neapel 1963 | Tunis 1967 | Izmir 1971 | Algier 1975 | Split 1979 | Casablanca 1983 | Latakia 1987 | Athen 1991 | Languedoc-Roussillon 1993 | Bari 1997 | Tunis 2001 | Almería 2005 | Pescara 2009 | Mersin 2013 | Tarragona 2018 | Oran 2022 | Tarent 2026 | Pristina 2030