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Lichtnussbaum

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Lichtnussbaum
Datei:Starr 061212-2305 Aleurites moluccana.jpg

Lichtnussbaum (Aleurites moluccanus)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Gattung: Aleurites
Art: Lichtnussbaum
Wissenschaftlicher Name
Aleurites moluccanus
(L.) Willd.
Datei:Starr 020803-0119 Aleurites moluccana.jpg
Zweige mit „mehligen“, gelappten Blättern, Blütenstand und Frucht

Der Lichtnussbaum (Aleurites moluccanus), auch bekannt als Kukuinuss, Kemirinuss oder Kerzennuss, sowie Lumbangbaum, Bankul-Nussbaum, Candlenut auch als Indische Walnuss<ref>Wolfgang, Blaschek (Hrsg.) u. a.: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Band 2: A–K, Springer, 1998, ISBN 3-540-61618-7, S. 60 f.</ref>, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indien bis Neuseeland. Seine Kerne werden in Südostasien als Gewürz verwendet.<ref name="Nowak2009" />

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Lichtnussbaum ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 Meter und mehr erreicht. Er besitzt eine breite Baumkrone. Die rissige bis relativ glatte Borke ist dunkelgrau und die Rinde ist graubraun behaart.<ref name="FoC" />

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist meist 6 bis 12, selten bis zu 22 Zentimeter lang. Die einfache, weich ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 12 bis 23 Zentimeter sowie einer Breite von 6 bis 12 Zentimeter an jungen Exemplaren drei- bis fünflappig und an ausgewachsenen Bäumen eiförmig. Die Spreitenbasis ist leicht herzförmig bis abgerundet und die Spitze(n) ist/sind spitz bis zugespitzt. Der Blattrand ist ganzrandig oder mit wenigen Zähnen versehen. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und stark glänzend und die -unterseite erscheint durch silbrige Sternhaare hell schimmernd. Es sind drei bis fünf selten sieben Blattadern vorhanden. Die Nebenblätter sind winzig und früh abfallend.<ref name="FoC" />

Generative Merkmale

Der Lichtnussbaum ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die gestielten, eingeschlechtlichen Blüten mit doppelter Blütenhülle stehen in end- oder überachselständigen, 10 bis 20 Zentimeter langen, verzweigten Rispen zusammen. Die weiblichen Blüten sind 9 bis 11 Millimeter und die kleineren männlichen 6 bis 7 Millimeter lang. Die Blütenkelche sind zwei- bis dreilappig und außen behaart. Die fünf weißen und schmalen Kronblätter sind verkehrt-eiförmig. Bei den männlichen Blüten sind außen einige kurze, freie und innen in einer Säule verwachsene Staubblätter vorhanden. Bei den weiblichen Blüten ist ein oberständiger, behaarter und mehrkammeriger Fruchtknoten mit mehreren kurzen, zweiästigen Griffeln ausgebildet. Es ist jeweils ein Diskus vorhanden.

Die filzig behaarten,<ref name="Nowak2009" /> Steinfrüchte sind mit einem Durchmesser von 4 bis 6 Zentimeter fast kugelig bis eiförmig und leicht zweiteilig mit vier Längsrippen.<ref name="FoC" /> Die ledrige Schale ist olivgrün gefärbt und rötlich überlaufen und trocknet braun ein. Die Früchte haben ein weißes „Fruchtfleisch“ und enthalten ein bis zwei einsamige Steinkerne.<ref name="Nowak2009" /> Der hartschalige<ref name="Nowak2009" /> Steinkern ist bei einer Größe von etwa 2,5 × 2,75 × 2,25 Zentimeter breit-eiförmig bis mit seitlich abgeflachten Rändern bis rundlich. Das Episperm ist hart und warzig, kantig.<ref name="FoC" /> Die Schale der Steinkernes ist grob runzelig und von braunschwarzer Farbe.<ref name="Nowak2009" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 44.<ref name="IPCN" />

Datei:Starr-070215-4557-Aleurites moluccana-flowers and leaves-Waihee-Maui (24514971949).jpg
Blütenstand
Datei:Kemiri atau damo.jpg
Trockene Früchte
Datei:Candlenuts (Aleurites moluccana) shelled & unshelled.jpg
Links Steinkerne mit harter Schale und rechts die Samenkerne

Vorkommen und Kultivierung

Das Verbreitungsgebiet des Lichtnussbaums erstreckt sich von Indien über China und Südostasien bis auf Neuseeland. Selten wird der Lichtnussbaum auch in anderen tropischen Gebieten angepflanzt. Man findet sie in eher trockenem Tropenklima in Höhenlagen bis zu 1200 Meter. Der Lichtnussbaum ist frostempfindlich und wärmeliebend.<ref name="Nowak2009" />

In Hawaii ist er der Staatsbaum.<ref>State of Hawaii (Hrsg.): Hawai‘i Facts & Figures. Hawaii Januar 2023, S. 2 (hawaii.gov [PDF]).</ref><ref>kukui. In: Hawaiian Dictionaries.</ref>

Systematik

Der Lichtnussbaum (Aleurites moluccanus) ist eine Art aus der Gattung Aleurites. Das Basionym Jatropha moluccana <templatestyles src="Person/styles.css" />L. wurde durch Carl von Linné veröffentlicht. Weitere Synonyme sind unter anderen Aleurites javanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />Gand. und Aleurites pentaphyllus <templatestyles src="Person/styles.css" />Wall. ex Langeron.<ref name=GRIN/>

Inhaltsstoffe

Die Samen enthalten Blausäure und eine Spur von Toxalbuminen.<ref name="FoC"/>

Verwendung

Datei:2015 Baha Liurai - candle nut sticks.JPG
Frauen in Babulo (Osttimor) bereiten Stöcke mit „Lichtnusswachs“ als Festbeleuchtung vor
Datei:2020-12-16 Verarbeitung von Lichtnüssen 4.jpg
Lichtnusskerne bei der industriellen Verarbeitung

Die Kerne sind reich an Ölen und werden in der südostasiatischen Küche häufig als Gewürz verwendet. Sie haben einen schwach süßlichen, nussigen Geschmack und wirken als Geschmacksverstärker. Roh sind sie giftig und können starke Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen hervorrufen.<ref name=ZK/> Sie werden daher vor der Verwendung geröstet, wodurch sie ihre Giftigkeit verlieren. Das aus den Kernen gepresste Kukuinussöl (Lichtnuss-, Lumbang-, Bankul-, Candelnussöl) wird als Kerzen- oder Lampenöl, zur Herstellung von Seife sowie zur Behandlung verschiedener Hautkrankheiten verwendet. Es kann auch als leichtes Abführmittel genommen werden. Der ausgepresste Ölkuchen wird in Indonesien zu einem Snack weiterverarbeitet. Die Kerne können auch unbehandelt als Lichtquelle angezündet werden.<ref name="Nowak2009" />

Das Holz des Lichtnussbaums ist leicht und wenig beständig.<ref name="Nowak2009" />

Ökologie

Auf Neukaledonien verwendet die Geradschnabelkrähe (Corvus moneduloides) die Blätter und Zweige des Lichtnussbaums als Rohmaterial für den Werkzeugbau. Die zurechtgebogenen Stängel und Ästchen werden von diesen Vögeln verwendet, um Bockkäferlarven aus ihren Fraßgängen zu ziehen.

Literatur

  • Bingtao Li, Michael G. Gilbert: Aleurites: Aleurites moluccanus, S. 265 – textgleich online wie gedrucktes Werk. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing / St. Louis 2008. ISBN 978-1-930723-73-3 (Abschnitt Beschreibung).
  • Bernd Nowak, Bettina Schulz: Taschenlexikon tropischer Nutzpflanzen und ihrer Früchte. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2009, ISBN 978-3-494-01455-5, S. 26–27.
  • Elbert L. Little, Frank H. Wadsworth: Common Trees of Puerto Rico and the Virgin Islands. Agriculture Handbook No. 249, USDA, 1964, S. 388 f.
  • T. K. Lim: Edible Medicinal and Non-Medicinal Plants. Volume 2: Fruits, Springer, ISBN 978-94-007-1763-3, S. 465–471.

Weblinks

Commons: Lichtnussbaum (Aleurites moluccanus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Nowak2009"> Bernd Nowak, Bettina Schulz: Taschenlexikon tropischer Nutzpflanzen und ihrer Früchte. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2009, ISBN 978-3-494-01455-5, S. 26–27.</ref> <ref name="FoC"> Bingtao Li, Michael G. Gilbert: Aleurites: Aleurites moluccanus, S. 265 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11 - Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing / St. Louis 2008, ISBN 978-1-930723-73-3.</ref> <ref name=GRIN> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name=ZK> Zürcher Kantonallabor: Jahresbericht 2003. S. 82 f, (PDF).</ref> <ref name="IPCN">Aleurites moluccanus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum.</ref> </references>

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