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Landkreis Melle

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 26. April 2026 um 07:19 Uhr durch imported>David Wintzer (Landräte: Albert von Wehrs).
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Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Landkreis Melle COA.svg
Basisdaten (Stand 1972)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(41200) 52° 19′ N, 8° 22′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(41200) 52° 19′ N, 8° 22′ O
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Bestandszeitraum: 1885–1972
Bundesland: Niedersachsen
Regierungsbezirk: Osnabrück
Verwaltungssitz: Melle
Fläche: 254,02 km²
Einwohner: 41.200 (31. Dez. 1971)
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: MEL
Kreisschlüssel: 03 5 35
Kreisgliederung: 32 Gemeinden
Datei:Melle in Hannover 1905.png
Lage des Kreises Melle in der Provinz Hannover
Datei:Municipalities in MEL (numbers only).svg
Gemeinden bis 1970 (Nummern, siehe umstehende Liste)
Datei:Municipalities in MEL (1970-1972, numbers only).svg
Gemeinden von 1970 bis 1972 (Nummern, siehe umstehende Liste)

Der Landkreis Melle war von 1885 bis 1972 ein Landkreis im Regierungsbezirk Osnabrück. Sein Gebiet gehört heute zum Landkreis Osnabrück in Niedersachsen.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzte Anfang 1972, im Westen beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Osnabrück und Wittlage (beide in Niedersachsen) sowie an die Kreise Lübbecke, Herford und Halle (Westf.) (alle in Nordrhein-Westfalen).

Geschichte

Der Landkreis wurde 1885 in der preußischen Provinz Hannover aus dem alten Amt Grönenberg und der Stadt Melle gebildet. Nach 1946 wurde der Landkreis Teil Niedersachsens. Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen wurde er am 1. Juli 1972 in den Landkreis Osnabrück eingegliedert. Alle Gemeinden des Landkreises wurden in der Stadt Melle vereinigt.<ref></ref>

Geschichte in der NS-Zeit

In der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1930er Jahre gewann der Nationalsozialismus im strukturschwachen, überwiegend protestantischen Landkreis Melle schnell an Boden. Der Anteil der NSDAP-Wähler bei den Reichstagswahlen stieg von 0,9 % im Jahr 1928 über 18,4 % im November 1930 bis auf 41,5 % im März 1933. Gemessen am Anteil der NSDAP-Stimmen bei der Reichstagswahl März 1933 insgesamt kann der Landkreis Melle jedoch kaum als Hort „brauner“ Gesinnung bezeichnet werden. Die 41,5 %<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> lagen unter dem Reichsdurchschnitt von 43,9 % und deutlich unter dem Anteil von NSDAP-Wählern im benachbarten Landkreis Wittlage (56,9 %).<ref>Wolfgang Huge: Der Landkreis Wittlage 1933–1972. Nationalsozialismus, Nachkriegsjahre und Wirtschaftswunder. Books On Demand, 2012, ISBN 978-3-8482-1013-8, S. 27.</ref> Schon im April 1933 wurde der bisherige Bürgermeister Hans Gerhard aus dem Amt entfernt. Im November 1935 wurde Helmut Lindemann neuer Bürgermeister von Melle. Er war zwar kein NSDAP-Mitglied, galt aber der Partei als genehm. Bis zu seinem Amtsantritt in Melle war er Bürgermeister in der bergischen Gemeinde Marienheide.<ref>Uwe Plaß: Der NS-Bürgermeister hatte in Melle einen schweren Stand. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 26. April 2019, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> Während der NS-Zeit profitierten auch in Melle ansässige Unternehmen von Zwangsarbeitern. In Altenmelle, in der Grönenbergerstrasse 26, der Oldendorferstraße, im „Kruse-Lager“, dem „Starcke-Lager“ und „Potts-Lager“ sowie an weiteren Orten, wie der Meller Möbelfabrik, waren insgesamt 458 Zwangsarbeiter in Zivilarbeitslagern untergebracht.<ref>Liste der Unternehmen, die im Nationalsozialismus von der Zwangsarbeit profitiert haben (abgerufen am 1. November 2023); s. Martin Weidemann (Hrsg.): Das nationalsozialistische Lagersystem. Zweitausendeins, Frankfurt/M. 1999.</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1885 24.667
1905 26.569
1925 27.396
1933 26.864
1939 27.424
1946 42.146
Jahr Einwohner
1950 43.847
1956 39.654
1961 39.218
1970 40.851
1971 [0]41.200<ref name="sjb73">Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973</ref>

Politik

Landräte

Gemeinden

Der Landkreis Melle hatte bis 1970 die folgende Gliederung (Einwohnerzahlen vom 6. Juni 1961):<ref name="isys">Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)</ref>

Einheitsgemeinde

Samtgemeinde Buer

  1. Barkhausen (346)
  2. Buer (1.724)
  3. Bulsten (120)
  4. Düingdorf (650)
  5. Holzhausen (164)
  6. Hustädte (152)
  7. Markendorf (585)
  8. Meesdorf (380)
  9. Sehlingdorf (197)
  10. Tittingdorf (264)
  11. Wehringdorf (240)
  12. Wetter (521)

Samtgemeinde Gesmold

  1. Dratum-Ausbergen (449)
  2. Gesmold (1193)
  3. Üdinghausen-Warringhof (314)
  4. Wennigsen (357)

Samtgemeinde Melle

  1. Altenmelle (1813)
  2. Bakum (1195)
  3. Dielingdorf (176)
  4. Drantum (491)
  5. Eicken-Bruche (1182)1
  6. Eickholt (114)
  7. Gerden (735)
  8. Laer (461)
  9. Niederschlochtern (158)2
  10. Sondermühlen (291)3

Samtgemeinde Neuenkirchen

  1. Holterdorf (360)
  2. Insingdorf (227)
  3. Kerßenbrock (312)
  4. Neuenkirchen (1887)
  5. Ostenfelde (193)
  6. Redecke (164)
  7. Schiplage (769)
  8. Suttorf (428)

Samtgemeinde Oldendorf

  1. Föckinghausen (837)
  2. Niederholsten (111)
  3. Oberholsten (280)
  4. Oldendorf (819)
  5. Westerhausen (857)

Samtgemeinde Riemsloh-Hoyel

  1. Bennien (1364)
  2. Döhren (720)
  3. Groß Aschen (420)
  4. Hoyel (432)
  5. Krukum (1151)
  6. Westendorf (222)
  7. Westhoyel (281)

Samtgemeinde Wellingholzhausen

  1. Handarpe (282)4
  2. Himmern (217)
  3. Küingdorf (425)
  4. Nüven (215)
  5. Peingdorf (373)
  6. Oberschlochtern (184)5
  7. Uhlenberg (113)
  8. Vessendorf (167)
  9. Wellingholzhausen (1857)

1 Die Gemeinde Eicken-Bruche entstand 1929 durch den Zusammenschluss der beiden Gemeinden Eicken, Kirchspiel Buer und Eicken, Kirchspiel Melle sowie des Gutsbezirks Bruche.<ref>Landkreis Melle. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2024;.</ref><ref>Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen: Provinz Hannover Verlag des Preußischen Statistischen Landesamts, 1930</ref>
2 Niederschlochtern hieß bis zum 6. März 1963 Schlochtern (Kirchspiel Sondermühlen)<ref name="umbi1">Daten aus dem Gemeindeverzeichnis. (XLSX) Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.1963. Statistisches Bundesamt, Februar 2022, abgerufen am 27. April 2025 (Zeile 83).</ref>
3 Sondermühlen hieß bis zum 13. September 1962 Handarpe (Kirchspiel Sondermühlen)<ref name="umbi2">Daten aus dem Gemeindeverzeichnis. (XLSX) Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.1962. Statistisches Bundesamt, Februar 2022, abgerufen am 27. April 2025 (Zeile 38).</ref>
4 Handarpe hieß bis zum 13. September 1962 Handarpe (Kirchspiel Wellingholzhausen)<ref name="umbi2" />
5 Oberschlochtern hieß bis zum 6. März 1963 Schlochtern (Kirchspiel Wellingholzhausen)<ref name="umbi1" />
Obige Gliederung hatte bis 1970 Bestand. Die Gebietsreform in Niedersachsen wurde im Landkreis Melle in zwei Schritten durchgeführt. Zunächst fanden am 1. Januar 1970 eine Reihe von Eingemeindungen statt:

  • Die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Melle, d. h. Altenmelle, Bakum, Dielingdorf, Drantum, Eicken-Bruche, Eickholt, Gerden, Laer, Niederschlochtern und Sondermühlen wurden in die Stadt Melle eingegliedert.<ref>Gesetz über die Gebietserweiterung der Stadt Melle vom 25. November 1969</ref>
  • Die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Wellingholzhausen, d. h. Handarpe, Himmern, Kerßenbrock, Nüven, Peingdorf, Oberschlochtern, Uhlenberg, Vessendorf und Wellingholzhausen wurden zur neuen Gemeinde Wellingholzhausen zusammengeschlossen.<ref>Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wellingholzhausen vom 25. November 1969</ref>
  • Die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Riemsloh-Hoyel, d. h. Bennien, Döhren, Groß Aschen, Hoyel, Krukum, Westendorf und Westhoyel wurden zur neuen Gemeinde Riemsloh zusammengeschlossen.<ref>Gesetz über die Bildung der Gemeinde Riemsloh vom 8. Juli 1969</ref>

Die übrigen vier Samtgemeinden und deren 29 Mitgliedsgemeinden blieben zunächst bestehen. Von 1970 bis 1972 hatte der Landkreis die folgende Gliederung (Einwohnerzahlen vom 27. Mai 1970):<ref name="isys" />

Einheitsgemeinden

  1. Melle, Stadt (16.107)
  2. Riemsloh (4.708)
  3. Wellingholzhausen (3.935)

Samtgemeinde Buer (5.442)

  1. Barkhausen (357)
  2. Buer (1.820)
  3. Bulsten (129)
  4. Düingdorf (818)
  5. Holzhausen (118)
  6. Hustädte (146)
  7. Markendorf (548)
  8. Meesdorf (348)
  9. Sehlingdorf (193)
  10. Tittingdorf (265)
  11. Wehringdorf (235)
  12. Wetter (465)

Samtgemeinde Gesmold (2.655)

  1. Dratum-Ausbergen (421)
  2. Gesmold (1.546)
  3. Üdinghausen-Warringhof (321)
  4. Wennigsen (367)

Samtgemeinde Neuenkirchen (4.648)

  1. Holterdorf (334)
  2. Insingdorf (217)
  3. Kerßenbrock (354)
  4. Neuenkirchen (2.234)
  5. Ostenfelde (181)
  6. Redecke (145)
  7. Schiplage (768)
  8. Suttorf (415)

Samtgemeinde Oldendorf (3.356)

  1. Föckinghausen (1.058)
  2. Niederholsten (117)
  3. Oberholsten (246)
  4. Oldendorf (948)
  5. Westerhausen (987)

Im Jahre 1972 wurde der Landkreis aufgelöst, alle Gemeinden zur Stadt Melle zusammengefasst und diese dem Landkreis Osnabrück zugeordnet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Osnabrück vom 10. Mai 1972</ref>

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen des ehemaligen Landkreises Melle]] Blasonierung: „In Grün eine silberne (weiße) Burg mit Zinnenmauer, Türmen und Hauptbau, vorn daneben ein Kirchturm mit Hahn auf der Turmspitze.“<ref name="Wappen">Was wir im Schilde führen, S. 14</ref>
Wappenbegründung: Das von Hans Pape entworfene Wappen wurde am 10. Februar 1936 vom Preußischen Staatsministerium genehmigt. Es zeigt die Burg Grönenberg und ist abgeleitet vom Burgmannensiegel der Burgmänner jener Burg. Sie wurde um 1250 vom Osnabrücker Bischof gegen die Grafen von Ravensberg errichtet. Neben dem Hauptturm ist die Kirche des früheren Fleckens Melle sichtbar, dem 1473 Markt- und Wigboldrechte verliehen wurden.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MEL zugewiesen. Es wurde bis zum 11. Oktober 1972 ausgegeben. Durch die Kennzeichenliberalisierung ist es seit dem 11. Juni 2018 im Landkreis Osnabrück erhältlich.

Weblinks

Commons: Landkreis Melle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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