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Hasen-Klee

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Hasen-Klee
Datei:Hasen-Klee.JPG

Hasen-Klee (Trifolium arvense)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Trifolium
Art: Hasen-Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium arvense
L.

Der Hasen-Klee bzw. Hasenklee oder Ackerklee (Trifolium arvense) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung

Datei:Trifolium arvense inflorescence - Kulna.jpg
Blütenstand
Datei:Trifolium arvense flor detalle.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes
Datei:20150628Trifolium arvense2.jpg
Hasen-Klee (Trifolium arvense)
Datei:20140728Trifolium arvense2.jpg
Hasen-Klee (Trifolium arvense)
Datei:20161005Trifolium arvense5.jpg
Hasen-Klee auf einem Sand-Magerrasen (Naturschutzgebiet „Gewann Frankreich-Wiesental“) am Oberrhein

Der Hasen-Klee ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist aufrecht und oft ausladend verzweigt. Die Pflanzenteile sind meist stark behaart. Der Hasen-Klee besitzt oft eine ziemlich lange Pfahlwurzel. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die gefiederte Blattspreite ist dreiteilig gefingert. Die drei graugrünen Fiederblättchen sind relativ schmal, sie sind 1 bis 2 Zentimeter lang und 2 bis 4 (bis 5) Millimeter breit.<ref name="HegiGams1964" /> Die Nebenblätter sind aus einem lanzettlichen Grund lang pfriemenförmig zugespitzt. Der Blattstiel ist oft zwischen den Nebenblättern verborgen.

Hasen-Klee kann von den anderen Klee-Arten gut durch die rosaroten, behaarten köpfchenförmigen Blütenstände unterschieden werden. Die Blütezeit ist Mai bis Juli.<ref name="HegiGams1964" /><ref>Hasenklee, Trifolium arvense - Blütenpflanzen - NatureGate. In: www.luontoportti.com. Abgerufen am 16. Oktober 2016.</ref> Die lang gestielten, köpfchenförmigen Blütenstände des Hasen-Klees sind etwa 1 cm breit und 1 bis 2 cm hoch. Die Blüten sind ungestielt. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind zu einem 5 bis 7 mm langen, lang zottig behaarten und rötlichen Kelch verwachsen. Die fünf Kronblätter sind nicht alle verwachsen, sie sind zunächst weiß, später blassrosa. Die Blütenkrone besitzt die typische Form der Schmetterlingsblüte und ist kürzer oder höchstens gleich lang wie der Kelch. Hierdurch entsteht das charakteristische rosarote und zottige Aussehen der Blütenköpfchen. Von den zehn Staubblättern sind neun miteinander verwachsen.

Die 1 bis 1,5 mm lange und 0,5 bis 1 mm breite Hülsenfrucht springt wenig auf und enthält nur ein bis zwei Samen.<ref name="HegiGams1964" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Der Hasen-Klee ist ein Therophyt. Er wurzelt bis 40 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer2001" />

Blütenökologisch handelt es sich um nektarführende Schmetterlingsblumen mit Klappmechanismus. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Hummeln, seltener durch Schmetterlinge, Sandwespen und Fliegen; auch spontane Selbstbestäubung ist erfolgreich.

Diasporen (Ausbreitungseinheit) sind zunächst die von den auffällig fedrig behaarten Kelchen umhüllten Hülsenfrüchte; diese dienen als Flugorgan und sind ausgeprägte Schopfflieger. Da die Haare hygroskopische Bewegungen ausführen, ist auch eine Haftausbreitung möglich. Später werden die Samen entlassen und breiten sich so weiter aus.

Vorkommen

Der Hasen-Klee ist ein europäisch-westasiatisches Florenelement. Er kommt fast in ganz Europa und rund ums Mittelmeer vor und fehlt nur in Island.<ref name="ILDIS" /> Das Areal des Hasen-Klee erstreckt sich vom nordwestlichen Afrika im Süden bis Großbritannien und Skandinavien im Norden; östlich erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet bis ins südliche Russland, Westsibirien, und den nördlichen Iran.<ref name="Sebald1992" /> Der Hasen-Klee ist in weiten Teilen der Welt ein Neophyt.

Er fehlt in den mitteleuropäischen Mittelgebirgen mit kalkhaltigem Gestein, in den höheren Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in den Alpen etwa oberhalb 1000 Metern gebietsweise; sonst kommt er in Mitteleuropa zerstreut vor.<ref name="Aichele2000" /> Er gedeiht in Mitteleuropa in Gegenden mit relativ mildem Klima.<ref name="Aichele2000" /> In Graubünden und im Wallis wurde die Art noch bei 1650 Metern Meereshöhe beobachtet.<ref name="HegiGams1964" />

Der Hasen-Klee besiedelt in Mitteleuropa ziemlich häufig lückige Magerrasen, Sandfelder und Felsköpfe, Wegränder, Sandwege und Dämme, in Brachland und Äcker (beispielsweise Hackfruchtäcker).<ref name="Aichele2000" /> Der Hasen-Klee gedeiht am besten auf lockeren feinerdearmen, ziemlich trockenen, kalkarmen und daher etwas bis mäßig sauren, rohen, sandigen oder steinig-grusigen Böden.<ref name="Aichele2000" />

Nach Ellenberg ist er eine Lichtpflanze, ein Trockniszeiger, stickstoffärmste Standorte anzeigend und in Mitteleuropa eine Klassencharakterart lockerer Sand- und Felsrasen (Sedo-Scleranthetea). Er kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Aperion vor oder in lückigen Gesellschaften der Klasse Festuco-Brometea, ist aber im Mittelmeergebiet eine Art der Ordnung Helianthemetalia guttati.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Trifolium arvense erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, S. 769<ref name="biodiversitylibrary" />.

Trifolium arvense gehört zur Untersektion Arvensia aus der Sektion Trifolium in der Gattung Trifolium.

Namensherkunft und Verwendung

Der Name Hasen-Klee (oder Hasenklee), lateinisch früher auch griechisch λαγώπποους und lateinisch Leporis pes<ref>Hans Zotter: Antike Medizin. Die medizinische Sammelhandschrift Cod. Vindobonensis 93 in lateinischer und deutscher Sprache. Akademische Druck- u. Verlagsanstalt, Graz 1980 (= Interpretationes ad codices. Band 2); 2., verbesserte Auflage ebenda 1986, ISBN 3-201-01310-2, S. 130–131 (zur Pflanze Leporis pes).</ref> oder Pes leporis („Hasenfuß“) genannt,<ref>Vgl. Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 213 (Pes leporis – hasenfuß, auch sanamunda. Deutung dort unklar; genannt werden Geum urbanum und Hypochocheris radicata sowie Aposeris foetida).</ref> soll ausdrücken, dass diese Pflanzenart nicht als Futterpflanze für Nutztiere geeignet ist, sondern „nur für Hasen“. Tatsächlich verschmähen Kühe die harten und bitteren Stängel.<ref name="Aichele2000" /> Der Hasen-Klee enthält Gerbstoffe und wird wegen der harten und bitteren Stängel von Nutztieren gemieden (geringer Futterwert). Volkstümlich wird er auch als Ackerklee, Katzenklee und Mäuseklee bezeichnet, sowie, wegen seiner Wirkung gegen Durchfall, als „Stopfarsch“.<ref name="Kräuterlexikon" /> Volkstümliche Namen sind Katzenklee, Kätzchen, Katzepfuut, Miezchenklee, Miezethee, Feldmiezlan, Zerrmaukel, Maukel, Katze, Mau(n)za(r)l, Buseli, Haseklee, Wildhäschen, Hasenpfoten, Hâsensteert, Muusklewer, Meisklee, Brinkrain, Steenklewer, Stoppars, Stuupzu, Stoppsloch.<ref>Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Band III. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05892-8, S. 2723–2729 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938) (online).</ref> Der Hasen-Klee ist für Trockensträuße zu empfehlen, da die Kelchhaare den Blütenköpfchen ein dekoratives, kätzchenartiges Aussehen verleihen. Der Hasen-Klee ist als Zierpflanze für Wildpflanzengärten auf Silikatböden geeignet.

Der Hasen-Klee wird auch als Heilpflanze genutzt.<ref name="Kräuterlexikon"/> Wegen seiner Gerbstoffe sollte er nicht in größeren Mengen verzehrt werden.<ref name="Aichele2000"/> In Antike und Mittelalter fand Leporis pes Verwendung „um den Magen zu lösen“ und (Ad profluvium mulierus) zur Herbeiführung der Monatsblutung.<ref>Hans Zotter: Antike Medizin. Die medizinische Sammelhandschrift Cod. Vindobonensis 93 in lateinischer und deutscher Sprache. 1986, S. 130 f.</ref> Als „Lagopus“ empfahl Dioskurides den Katzenklee bei Durchfall. Lonicerus‘ Kreuterbuch 1564 schildert ihn für Blase, Durchfall und Weißfluss, äußerlich gegen Sonnenbrand, ebenso Matthiolus‘ New-Kreuterbuch 1626, wobei roter Klee die Menses stille, weißer verflüssige. Er wurde um 1830 bei Cholera benutzt. Laut Madaus kennt die Volksmedizin Katzenklee bei Durchfall und als Brusttee. In der Praxis nutze man Trifolium arvense bei Diarrhöe, Dysenterie, Fluor albus, in Einzelfällen Diabetes mellitus, Salivation mit Pankreasleiden, aber auch wie Trifolium pratense bei Atembeschwerden.<ref>Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Band III. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05892-8, S. 2723–2729 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938) (online).</ref>

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Aichele2000"></ref> <ref name="Sebald1992">Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Droseraceae bis Fabaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-3314-8.</ref> <ref name="Kräuterlexikon">Kräuterlexikon.</ref> <ref name="biodiversitylibrary">Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, Seite 1322–1324. Verlag Carl Hanser, München 1964.</ref> <ref name="InfoFlora"> Trifolium arvense L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="ILDIS"> Datenblatt Trifolium arvense bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38, 2010. </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Hasen-Klee (Trifolium arvense) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien