Wahrenberg
Wahrenberg Gemeinde Aland
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(293)&title=Wahrenberg 52° 59′ N, 11° 41′ O
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| Höhe: | 20 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 18 km² | |||||
| Einwohner: | 293 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 16 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. September 2010 | |||||
| Postleitzahl: | 39615 | |||||
| Vorwahl: | 039397 | |||||
Lage von Wahrenberg in Sachsen-Anhalt
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Wahrenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Aland im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
Das Haufendorf liegt in der Region Altmark, direkt an der Elbe im äußersten Norden des Landkreises Stendal bzw. des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Auf der gegenüberliegenden, nordöstlichen Elbseite liegt in circa sechs Kilometern Entfernung die brandenburgische Stadt Wittenberge. Drei Kilometer südwestlich fließt der Aland vorbei, ein Nebenfluss der Elbe.
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Wahrenberg ist eine der ältesten Siedlungen in der Altmark. Scherbenfunde deuten auf eine wahrscheinlich altslawische Siedlung des 9. oder 10. Jahrhunderts hin.<ref name="HOB-12" />
Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als preter villam Wartenberg aufgeführt,<ref name="Landbuch" /> Die Burg Wittenberge hatte hier Einnahmen. Der Historiker Peter P. Rohrlach erläutert dazu: „Der Beleg ist eindeutig Wahrenberg zuzuordnen, da im unmittelbaren Zusammenhang mit Wittenberge genannt, das sich bereits im Besitz der Gans Edlen Herren zu Putlitz befand, den späteren Besitzern des hier behandelten Ortes“. Weitere Nennungen sind 1498 to Wardenberge, 1516 to warenberghe, 1541 Warttenbergk und 1804 schließlich Wahrenberg.<ref name="Bratring-1" />
Um sich vor dem Hochwasser der Elbe zu schützen, wurden viele Höfe auf künstlich angelegten Hügeln (Warften) angelegt. Albrecht 'Der Bär' siedelte im 12. Jahrhundert holländische und friesische Deichbauern an, um die Gemarkung einzudeichen. Noch im Jahr 1753 gehörte das Dorf den Freiherren zu Putlitz, deren Burg, die Ganseburg, nicht weit entfernt am Aland stand.<ref name="HP" />
1818 gab es eine Schiffmühle in der Elbe.<ref name="HOB-12" />
Herkunft des Ortsnamens
Der Name stammt von den Elbhochwasser, vor denen man sich „wahren“ und „bergen“ musste.<ref name="HP" />
Elbfähre
Seit 1865 führte die Fährmannsfamilie Schultze/Fredrich die Elbfähre zwischen Wahrenberg und Wittenberge. Mit der Verstaatlichung 1960 ging sie an die Gemeinde. 1978 ging der Fährverkehr durch die neue Elbbrücke Wittenberge stark zurück. Nachdem der letzte Fährmeister Fuhrmann 1985 in den Ruhestand gegangen war, kam der Fährbetrieb zum Erliegen.<ref name="Altmark-Fähren" />
Eingemeindungen
Bis 1807 gehörte das Dorf zum Seehausenschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Kanton Seehausen auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />
Die Gemeinde Wahrenberg wurde am 25. Juli 1952 in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 21. Dezember 1973 kam die Gemeinde zum Kreis Osterburg. Am 1. Juli 1994 wurde sie dem Landkreis Stendal zugeordnet.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Am 1. September 2010 wurde Wahrenberg per Landesgesetz nach Aland eingemeindet.<ref name="GemNeuglG SDL" /><ref name="Destatis" /> Vorher wurde der Ort von der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark) mitverwaltet, gehörte ihr aber nicht an.
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Wahrenberg, die früher zur Pfarrei Wahrenberg gehörte,<ref name="Almanach1903" /> ist heute ein Teil des Kirchengemeindeverbandes Beuster-Aland im Pfarrbereich Beuster des Kirchenkreises Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Wahrenberg stammen aus dem Jahre 1643.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Politik
Letzter ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde war Gerhard Gorzny.<ref name="Stala 2008" />
Wappen
Das Wappen wurde am 14. März 2006 durch den Landkreis genehmigt.
Blasonierung: „In Grün ein linksgewendeter silberner Storch mit schwarzer Flügeldecke und rotem Schnabel und Beinen, begleitet rechts oben und links unten von je drei goldenen Ähren.“<ref name="AB-SDL" />
Die Farben des Ortes sind – abgeleitet von Hauptmotiv und Schildfarben – Silber/(Weiß) – Grün.<ref name="AB-SDL" />
Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.
Die Flagge ist grün-weiß-grün (1:4:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) und mittig mit dem Ortswappen belegt.<ref name="AB-SDL" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Wahrenberg wurde im 13. Jahrhundert in der Zeit der Frühgotik errichtet. Im 18. Jahrhundert wurde sie umgebaut.<ref name="HP" />
- Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
- Grabstätte auf dem Ortsfriedhof und Gedenktafel am Gemeindebüro für den Bürgermeister Ewald Fredrich, der im April 1945 zusammen mit dem Arzt Albert Steinert versucht hatte, den Ort vor dem Beschuss und Bombardierung der Wehrmacht zu bewahren und dafür vom Wehrmachtskommandanten von Wittenberge ermordet wurde. Ein weiteres Opfer des Kommandanten Rauterberg wurde der 17-jährige Wehrmachtssoldat Bruno Makosch, der in letzter Minute erschossen wurde.
- In Wahrenberg steht ein Denkmal für die Gefallenen der Kriege zwischen 1813 und 1871.<ref name="Denkmalprojekt" />
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Vereine
Im Vereinsregister des Amtsgerichts Stendal sind sechs Vereine im Dorf aufgeführt.
- Anglerclub Wahrenberg e. V.
- Förderverein Wahrenberg e. V.
- Imkerverein Wahrenberg und Umgebung e. V.
- Seniorenclub Wahrenberg e. V.
- Separationsinteressentengemeinde Wahrenberg e. V.
- SV Wahrenberg 38 e. V.
Der Fremdenverkehrsverein Wahrenberg e. V. wurde 2011 aufgelöst.
Leben, Wirtschaft und Infrastruktur
Das Dorfbild wird von Fachwerkbauten und Dreiseithöfen aus dem 17. und 18. Jahrhundert geprägt.<ref name="HP" /> Durch die immer wiederkehrenden Elbhochwässer sind die Elbauen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Bekannt ist die Gegend für ihren Storchenreichtum. Im März 2013 gab es in Wahrenberg 19 Storchennester.
Im etwa vier Kilometer entfernten Geestgottberg besteht Anschluss an die Bundesstraße 189 und die Regionalbahnlinie Magdeburg-Schwerin.
Persönlichkeiten
- Ewald Fredrich (1901–1945), Bürgermeister von Wahrenberg und als Opfer der NS-Militärjustiz hingerichtet
- Bruno Krüger (1922–1983), in Wahrenberg geborener Finanzbeamter und Parteifunktionär der DDR-Blockpartei LDPD
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
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Weblinks
- Wahrenberg auf www.vgem-seehausen.de
- Wahrenberg im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-SDL">Landkreis Stendal: Genehmigung des Wappens und der Flagge der Gemeinde Wahrenberg. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 16. Jahrgang, Nr. 7, 5. April 2006, ZDB-ID 2665593-7, S. 66 (landkreis-stendal.de [PDF; 747 kB; abgerufen am 28. Dezember 2020]).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmark-Fähren">Antje Reichel: Geschichte der Fähren in der Altmark. Hrsg.: Altmärkischer Heimatbund e. V. (= Die Altmark in Geschichte und Gegenwart. Band 5). Osterburg 2011, S. 18 (werben-elbe.de [PDF]).</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 321 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref>
<ref name="Destatis">StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Wahrenberg, Gemeinde Aland (Altmark). In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. August 2014, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-2011-2012">Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 19. Juni 2019]).</ref>
<ref name="EW-2021">Ralf Franke: Seehausen hat mehr Zuzügler. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 14. Januar 2022, DNB 1047269554, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Seehausen lässt weiter Federn. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 26. Januar 2024, DNB 1047269554, S. 17.</ref>
<ref name="GemNeuglG SDL">Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Stendal (GemNeuglG SDL) Vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2020, GVBl. LSA 2010, 419, § 2, § 4 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 28. Dezember 2020]).</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Gemeinde Aland. 18. September 2019 (seehausen-altmark.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 21. Mai 2022]).</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="HP">Hansestadt Seehausen: Seehausen: Wahrenberg. Abgerufen am 20. Juni 2019.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 23, Wittenberg (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />archiviert auf archive.org ( vom 4. November 2018 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Beuster. In: ekmd.de. Abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>
<ref name="Stala 2008">Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Gemeinde Wahrenberg – Landkreis Stendal, Bürgermeisterwahl am 24. Februar 2008. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Juni 2019; abgerufen am 20. Juni 2019.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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