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Gerd Winner

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Gerd Winner
Datei:Gerd Winner-2000-Jakobsleiter.JPG
Jakobsleiter (2000), Skulpturenweg Salzgitter-Bad
Datei:Skulptur Gitschiner Str 110 (Kreuz) Marie Juchacz&Gerd Winner&2017.jpg
Marie Juchacz, Gitschiner Straße 110, in Berlin-Kreuzberg

Gerd Winner (* 8. Oktober 1936 in Braunschweig; † 8. April 2026 in Liebenburg<ref>Gerd Winner: Herausragend als Künstler und Mensch. In: goslarsche.de. Abgerufen am 15. April 2026.</ref><ref>Ulrich Schmalstieg: Nachruf Gerd Winner. Künstlerseelsorge Hildesheim, 13. April 2026, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>Michael Strauß: Gerd Winner ist mit 89 Jahren in Liebenburg gestorben. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Martini zu Dritt Braunschweig, 16. April 2026, abgerufen am 22. April 2026.</ref>) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk

Gerd Winner war der Sohn eines Postbeamten und wuchs in Braunschweig auf.<ref>Eckhard Schimpf: Aus der Welt zurück in die Heimat. In: Braunschweiger Zeitung. Ausgabe vom 18. April 2026.</ref> Er studierte von 1956 bis 1962 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wurde 1961/62 Meisterschüler von Werner Volkert, und lebte seither als freier Maler und Grafiker in Berlin, Braunschweig und London. Seit 1964 war er als freischaffender Maler und Grafiker in Berlin tätig sowie von 1975 bis 2001 als Professor für Malerei und Graphik an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 1974 war das Barockschloss in Liebenburg, das sich an der Stelle der einstigen Burg Liebenburg befindet, Winners Wohn- und Wirkungsstätte.

Seine Werke sind in internationalen Museen und Galerien ausgestellt. Er nahm 1977 an der von Manfred Schneckenburger organisierten documenta 7 Kassel teil. Ein Beispiel aus dieser Zeit ist das Gemälde End in Acryl auf Leinwand aus dem Jahre 1981.

Bekanntgeworden ist Winner durch großformatige Werke im öffentlichen Raum in der von ihm ausgeführten Technik des künstlerischen Siebdrucks, in Zusammenarbeit mit Chris Prater (Kelpra Studio London).<ref>Uta Catharina Sienel: Der Siebdruck und seine Druckträger: zur Materialität eines jungen Druckverfahrens. Herbert Utz Verlag, 2008, ISBN 978-3-8316-0824-9 (google.de [abgerufen am 22. April 2026]).</ref> Bemerkenswert sind die umfangreichen Grafikzyklen London Transport, London Docks, Roadmarks, New York Times Square, die künstlerische Auseinandersetzung mit Stadtkultur und urbanen Strukturen sowie die künstlerische Gestaltung der Dominikanerkirchen St. Albertus Magnus in Braunschweig und Heilig Kreuz in Köln. 2000 entwarf und baute Gerd Winner auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen das „Haus der Stille“ – eine begehbare Skulptur – als Raum. Darin können sich die Besucher sammeln und innehalten. Der Raum reflektiert in Gestaltung und Ausführung die brutale und menschenverachtende Bedeutung dieses Ortes.

Am 17. Februar 2008 wurde ein von ihm geschaffenes Altarbild in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Bad Gandersheim feierlich eingeweiht. Der Altarraum war seit 2004 nach Plänen des hannoverschen Architekten Klaus Determann neu gestaltet worden.<ref>Monumentale Zärtlichkeit. In: Nachrichten. Bistum Hildesheim, 17. Februar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 22. April 2026.</ref> Auch die Innenräume der Kirchen Hl. Dreifaltigkeit (Seelze) und St. Bernward (Wolfsburg) wurden von Winner umgestaltet. Werke des Künstlers befinden sich unter anderem in der Sammlung der Tate Gallery in London.<ref>Gerd Winner born 1936. In: Tate. Abgerufen am 22. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gerd Winner wurde mit seinem Werk in das Portal Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen aufgenommen.

Auszeichnungen und Ehrungen

Gerd Winner erhielt zahlreiche nationale und internationale Ehrungen für seine künstlerische Leistung, u. a.:

Publikationen

  • Urbane Strukturen 1980 - 1990. Mit Textbeiträgen von E. A. Quensen, B. Holeczek, L. Romain, R.W. Gassen und E. Roters. Lamspringe 1991
  • Urbane Strukturen Berlin-New York 2006, Herausgeber E. A. Quensen, Lamspringe
  • Stadt Raum 1968 - 1996. Werkmonographie. Mit Textbeiträgen von L. Romain, M. Boetzkes, P. Gilmour, E. Roters, H.A. Gunk, E.A. Quensen und H. Mersmann. Lamspringe 1996
  • Braunschweig – unsere Stadt. Bildband in Zusammenarbeit mit Eckhard Schimpf. Edition Braunschweiger Zeitung 2002

Literatur

  • Dieter Blume (Hrsg.): Winner. Bilder und Graphik 1970–1980. Mit Textbeiträgen von Pat Gilmour und Lothar Romain, mit dem Werkverzeichnis der Siebdrucke 1968–80. Braunschweig 1980
  • Wieland Schmied: GegenwartEwigkeit. Spuren des Transzendenten in der Kunst unserer Zeit, Martin-Gropius-Bau, Berlin 7. April bis 24. Juni 1990, Edition Cantz, Stuttgart 1990; ISBN 3-89322-179-4
  • Christian W. Thomsen: Gerd Winner. Berlin-London-New York, Urbane Strukturen. Prestel, München 1998, ISBN 978-3-791320-10-6
  • Förderverein ‚Haus der Stille‘: Bergen-Belsen – Haus der Stille. Begehbare Skulptur; House of Silence. Walk-in Sculpture. Hannover 2000.
  • Jürgen Conrad, Marianne Winter: Schloss Gifhorn; Wandlungen, Historisches Museum Schloss Gifhorn, Gifhorn 2012, ISBN 978-3-929632-90-3.
  • Peter Krüger-Lenz: Winners Angst um die Feuerwehrtore. Ein Atelierbesuch bei dem Künstler, der die verschwundenen Feuerwehrtore gestaltet hat. In: Göttinger Tageblatt, 20. Januar 2024, S. 14. Online auf goettinger-tageblatt.de, 22. Januar 2024. (Hintergrund sind Winners 180 Emaille-Siebdruckplatten von 1985 für Göttinger Feuerwachen-Tore,<ref>Karl Arndt: Die bildenden Künste in Göttingen. In: Göttingen, Geschichte einer Universitätsstadt, Hrsg. Rudolf von Thadden, Günter J. Trittel, Bd. 3, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-36198-X, S. 819–863, hier S. 856 f.</ref> die 2023 auf ungeklärte Weise verschwanden.<ref>Franziska Wessel: Nach 40 Jahren Kunst am Bau. Feuerwache Göttingen: Wo sind die bunten Tore hin? In: goettinger-tageblatt.de. 1. Dezember 2023, abgerufen am 20. Januar 2024.</ref>)
  • Peter Krüger-Lenz: Meister der Farben, Meister des Siebdrucks: Künstler Gerd Winner ist im Alter von 89 Jahren gestorben. In: Göttinger Tageblatt, 24. April 2026, S. 11.

Weblinks

Commons: Gerd Winner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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