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St. Albertus Magnus (Braunschweig)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Braunschweig AlbertusMagnus West.jpg
St. Albertus Magnus in Braunschweig

St. Albertus Magnus in Braunschweig ist eine katholische Pfarrkirche und die Klosterkirche des Braunschweiger Dominikaner-Konvents. Die Kirche liegt nordöstlich der Altstadt unweit des inneren Straßenrings (Brucknerstraße 6). Ihre Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus gehört zum Dekanat Braunschweig des Bistums Hildesheim.

Bau und Ausstattung

Die in rund 75 Meter Höhe über dem Meeresspiegel gelegene Albertus-Magnus-Kirche wurde nach Plänen von Hans Joachim Lohmeyer erbaut und am 10. August 1958 durch Bischof Heinrich Maria Janssen konsekriert. Benannt ist sie nach dem Dominikaner und Kirchenlehrer Albertus Magnus. Am 1. Oktober 1958 wurde die Kirchengemeinde St. Albertus Magnus eingerichtet, am 1. Oktober 1970 wurde sie zur Pfarrei erhoben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />wiki-bistumsgeschichte.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wiki-bistumsgeschichte.de</ref> Sie ist eine weiträumige Hallenkirche aus Backstein mit Betonpfeilern und netzartigen Betonverstrebungen sowie einem getrennt stehenden hohen und schlanken Turm.

Seit Ende der 1990er Jahre wurden Kirche und Kloster zu einem Zentrum der Begegnung von Spiritualität und Kunst. Die gegenwärtige Ausstattung der Kirche mit künstlerischen Objekten stammt weitgehend von Gerd Winner, so das Altarbild, die Kreuzwegstationen an der rechten Wand und das Altarbild in der Kapelle. Die Marienvariationen an der linken Wand schuf seine Frau Ingema Reuter.

Die jetzige Orgel wurde 2002 von Orgelbau Mühleisen erbaut. Das Instrument hat 34 Register auf drei Manualwerken und Pedal.

Die Mühleisen-Orgel ersetzt die 1962 erbaute erste Orgel der Kirche von der Orgelbaufirma Gebr. Krell (Duderstadt). Dieses Instrument hatte 31 Register auf drei Manualen und Pedal, arbeitete mit elektrischen Trakturen und verfügte über zwei freie Kombinationen. Es stand nicht, wie die jetzige Orgel, auf einer Westempore, sondern war links- und rechtsseitig auf den Emporen im Altarraum untergebracht. Hauptwerk, Schwellwerk (mit Tremulant) und Pedalwerk befanden sich in Blickrichtung auf den Altar rechts, während ein Positiv („Chororgel“ mit Tremulant) zusammen mit dem Spieltisch auf der linken Empore standen. Hier gab es auch Platz für einen kleineren Sängerchor. Die Orgel war auf 8′-Basis konzipiert und auch aufgrund ihrer längsorientierten Anordnung mit seitlicher Klangabstrahlung in ihrer Gesamtheit eher als Chororgel zu bezeichnen. Das Pfeifenwerk war, obwohl für diesen Kirchenraum geschaffen, relativ eng mensuriert und im Ganzen klanglich unbefriedigend.

Kindergarten

Zur Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus gehört auch der gleichnamige nördlich der Kirche gelegene Kindergarten. Er entstand durch Umbau der ehemaligen Gaststätte Hagengarten und wurde 1963 eröffnet. Nach mehrmaligem Umbau und Modernisierung werden heute in drei altersgemischten Gruppen etwa 70 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut.<ref>Der Kindergarten in Braunschweig, St. Albertus Magnus, stellt sich vor. Abgerufen am 12. Mai 2021.</ref>

Jugendarbeit

Ein wichtiger Pfeiler der Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus ist die Jugendarbeit. Mit unterschiedlichsten Gruppen sollen Kinder und Jugendliche aus der Region rund um Braunschweig angesprochen werden und gemeinsam Zeit in den Räumen der Gemeinde verbringen.<ref>Dominikanergemeinde St. Albertus Magnus | Dominikanerkloster Braunschweig. Abgerufen am 12. Mai 2021.</ref> Unter anderem gibt es folgende Gruppen:

Messdiener

Seit vielen Jahren gibt es in der Gemeinde St. Albertus Magnus Braunschweig eine große Zahl an Messdienern. Aktuell sind etwa 85 Kinder und Jugendliche als Messdienerinnen und Messdiener am Altar im Dienst und bilden damit eine der größten Messdienergemeinschaften in der Region Braunschweig. Neben dem Dienst in den Gottesdiensten finden auch viele weitere Aktivitäten statt. So gibt es eine starke Verbundenheit zu den dominikanischen Klöstern in Vechta, Hamburg, Klausen, Leipzig, Freiburg und Worms. Einmal im Jahr findet daher ein großes Messdienertreffen mit den Messdienern aus den Gemeinden immer an einem anderen Ort statt.

Kultur im Kloster

Zum Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Initiative „Kultur im Kloster“ gebildet. Initiiert wurde das Projekt von drei Jugendlichen aus der Gemeinde, die zunächst durch den Podcast „Bis das Kloster klingt“ die ausgefallenen Gottesdienste für Mitmenschen wieder erlebbar machen wollten.<ref>Podcast: Bis das Kloster klingt | Dominikanerkloster Braunschweig. Abgerufen am 12. Mai 2021.</ref> Realisiert wurde das Format in Zusammenarbeit mit den Patres des Dominikanerklosters sowie dem Förderprogramm „generationhochdrei“ des Landesjugendrings Niedersachsen und des niedersächsischen Sozialministeriums.<ref>generationhochdrei.de: Projekt. Abgerufen am 12. Mai 2021.</ref> Nach kurzer Zeit wurde das zweite Podcastformat „Krise reimt sich nicht auf Kloster“ geschaffen, worin Menschen aus der Gemeinde zu Wort kommen und sich über diverse Themen unterhalten. Um das vielfältige Kulturprogramm, was vor der Corona-Pandemie ein fester Bestandteil des Gemeindelebens war, wieder aufleben zu lassen, hat sich die Initiative mit verschiedenen Menschen aus der Gemeinde zusammengesetzt und erste Konzepte entwickelt. Unter anderem wurden eine szenische Lesung zum Hohelied der Liebe und eine Lesung zum Leben und den Werken Paul Celans als Video produziert und im Internet veröffentlicht.<ref>Schir ha-shirim - Das Hohelied. Abgerufen am 12. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jüdische Lyrik | Dominikanerkloster Braunschweig. Abgerufen am 12. Mai 2021.</ref>

Außerdem wurden zu ausgewählten Gottesdiensten rund um die Weihnachts- und Osterzeit sowie zur Aktion #liebegewinnt Livestreams auf YouTube übertragen, die es einer Vielzahl an Menschen trotz der Corona-Pandemie ermöglicht hat, an den einzelnen Gottesdiensten teilzunehmen. Rund um den #liebegewinnt Gottesdienst am 8. Mai 2021 gab es auf dem YouTube-Kanal einige Diskussionen rund um die Themen Homosexualität und Frauen in der katholischen Kirche.<ref>Segnungsgottesdienst im Dominikanerkloster St. Albertus Magnus. Abgerufen am 12. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Kloster St. Albertus Magnus hat sich durch die Teilnahme an der Aktion #liebegewinnt klar positioniert und steht somit für mehr Offenheit und Vielfalt in der katholischen Kirche.

Mit dem Projekt „Neustart Kultur“ in Zusammenarbeit mit dem Förderprogramm „4Generations“ des Landesjugendrings Niedersachsen und des niedersächsischen Sozialministeriums wurden weitere kulturelle Veranstaltungen im Braunschweiger Dominikanerkloster angeboten. Als erster Teil des Projekts „Neustart Kultur“ begann unter dem Titel „5 Künstler, 5 Ecken“ eine Ausstellung von jungen, aufstrebenden Künstlern aus der Region, die vom Team Kultur-im-Kloster veranstaltet wurde. Im ersten Teil des Projektes stellten fünf Jugendliche im Alter zwischen 17 und 18 Jahren ihre Werke erstmals aus, Graffiti und Gemälde.

Die Vernissage fand am 2. September 2021 im Großen Saal des Dominikanerklosters an der Brucknerstraße statt und wurde unter coronakonformen Bedingungen mit etwa 60 Teilnehmern gefeiert. Im Anschluss konnte die Ausstellung im Stile der Pop-up-Konzepts zwei Wochen lang kostenfrei besucht werden. Die Ausstellung wurde ebenso als virtuelle 360-Grad-Ausstellung im Internet aufbereitet, sodass diese jederzeit zugänglich ist.<ref>Bring people together with virtual tours. Abgerufen am 3. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Den zweiten Teil des Projekts bildete das Jahresabschlusskonzert der A-Cappella-Band Alte Bekannte, welches mit einer Vielzahl an freiwilligen Helfern und des Kultur-im-Kloster-Teams ausgetragen wurde. Das Konzert fand am 10. Dezember 2021 im Kirchgebäude des Dominikanerklosters statt und wurde im hybriden Format, in Präsenzform mit Unterstützung durch einen Livestream im Internet, angeboten. Insgesamt konnten an dieser Veranstaltung mit einem strengen 2G+-Hygienekonzept rund 2.500 Personen online und in Präsenz teilnehmen. Aufgrund der Coronasituation im Winter 2021 mussten im November und Dezember viele Konzerte von Alte Bekannte abgesagt werden, sodass das Konzert in Braunschweig der Band einen guten Abschluss für das Jahr geboten hat.<ref>BS-Live! Sascha Hummel: Alte Bekannte im Dominikanerkloster St. Albertus Magnus. Abgerufen am 3. Februar 2022.</ref><ref>Alte Bekannte Community: Online Konzert am 10.12. im Kloster in Braunschweig. Abgerufen am 3. Februar 2022.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Johannes Zahlten; Ingema Reuter; Gerd Winner: St. Albertus Magnus – Dominikaner in Braunschweig. Fotogr. Manfred Zimmermann. Hildesheim/Lamspringe 2008

Weblinks

Commons: St. Albertus Magnus (Braunschweig) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 16′ 39″ N, 10° 32′ 8″ O

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