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Walter Roderer

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Walter Roderer (1962)

Walter «Rodi» Jakob Roderer<ref>«Ich bin ein Gefühlsmensch». In: Schweizer Illustrierte. 18. Juni 2010 (Archiv).</ref> (* 3. Juli 1920 in St. Gallen; † 8. Mai 2012 in Illnau;<ref name="nzz">Walter Roderer ist gestorben. In: NZZ Online. 8. Mai 2012.</ref> heimatberechtigt in Trogen und Zürich) war ein Schweizer Volksschauspieler, Kabarettist und Theaterunternehmer.

Leben

Walter Roderer wurde als Sohn eines Textilkaufmanns geboren. Er lernte im Gymnasium Griechisch und Latein, da er Pfarrer werden wollte. Nach der Matura studierte er vier Semester lang Germanistik in Zürich, musste jedoch das Studium aus finanziellen Gründen aufgeben, als sein Vater arbeitslos wurde.

Datei:Die kleine Niederdorfoper 1956 Com C05-194-001.tif
Die kleine Niederdorfoper 1956

Er übernahm für dreissig Franken pro Abend Nebenrollen am Zürcher Schauspielhaus und arbeitete daneben in der Fabrik und als Vertreter von Bohnerwachs. Nachdem er fürs Cabaret Fédéral entdeckt worden war und in Schweizer Filmen wie Oberstadtgass mitgespielt hatte, gründete er 1957 ein eigenes Tourneetheater. Mit 1288 Aufführungen des Mustergatten stellte Roderer einen Theaterrekord auf. Sein Film Ein Schweizer namens Nötzli ist bis heute eine der kommerziell erfolgreichsten Schweizer Kinoproduktionen, der die Fortsetzung Der doppelte Nötzli folgte. In Deutschland wurde Roderer aufgrund seiner Mitwirkung in der Dudu-Filmreihe wahrgenommen.

Roderer verabschiedete sich 1993 von der Bühne. Zuvor hatte er in der Deutschschweizer Presse eine Anzeigenkampagne zum damals geplanten EWR-Beitritt der Schweiz geschaltet. Darin rief er seine Landsleute auf, bei der für Ende 1992 terminierten EWR-Volksabstimmung gegen den Beitritt zu stimmen. Roderers Argumentation trug ihm in rechtskonservativen Kreisen Beifall ein, diskreditierte ihn jedoch bei den Beitrittsbefürwortern.

1996 starb Roderers erste Ehefrau, die Ungarin Lenke Mekkey (* 1918). 1986, 2004 und 2007 erlitt Roderer mehrere Herzinfarkte. Am 29. Februar 2004 starb seine langjährige Bühnenpartnerin und zweite Ehefrau Ruth Jecklin (* 11. November 1934) an Krebs. Im Juli 2010 wurde bekannt, dass er im Januar 2005 seine sechzig Jahre jüngere Grossnichte Anina geheiratet hat, um damit ihre Zukunft finanziell absichern zu können.<ref>Walter Roderer hat seine Grossnichte geheiratet. In: SF 1 glanz & gloria. 18. Juli 2010 (Archiv).</ref><ref>Heimlich Grossnichte geheiratet. In: SonntagsBlick. 18. Juli 2010.</ref> Roderer erhielt 1983 und 1988 den Prix Walo als Publikumsliebling,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prix Walo-Publikumsliebling (Memento vom 10. Januar 2014 im Internet Archive). Prix Walo, abgerufen am 11. Mai 2012.</ref> 2007 den Ehren-Prix Walo 2006 für sein Lebenswerk<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. Prix Walo.</ref> sowie 2010 bei der Verleihung des Schweizer Fernsehpreises den Lifetime Award für sein Lebenswerk.<ref>«Schweizer Fernsehpreis 2010 – die Gewinner». In: SF 1 glanz & gloria. 26. März 2010, abgerufen am 28. März 2010 (Archiv).</ref>

Roderer lebte in Illnau, wo der Walter Roderer-Weg nach ihm benannt wurde.<ref>Bild Walter Roderer-Weg auf wandersite.ch.</ref> Er verstarb 91-jährig in seinem Haus.<ref name="nzz" />

Theater

Filmografie

Kinofilme

Fernsehen

  • 1958: Der Mustergatte
  • 1961: Charleys Tante
  • 1968: Zimmer 13 – Geschichten aus einem Hotel
  • 1971: Professor Sound und die Pille
  • 1971: Das sexte Programm
  • 1974: Im Auftrag von Madame
  • 1979: Der Lückenbüsser
  • 1982: Der verkaufte Grossvater
  • 1985: Der Mustergatte
  • 1991: Calafati Joe – Der Typ vom Prater

Hörspiele

Lieder und Sketche

Werke

  • Sie müend mi verstoh …, … gelled Sie! Erinnerungen eines ernsthaften Humoristen. Reinhardt, Basel 1987, ISBN 3-7245-0605-8. (Autobiografie)

Literatur

  • Thomas Hostettler: Walter Roderer. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 3, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1510.
  • Michael Gautier: Walter Roderer. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Benedikt Eppenberger, Daniel Stapfer: Mädchen, Machos und Moneten. Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounternehmers Erwin C. Dietrich. Mit einem Vorwort von Jess Franco. Scharfe Stiefel, Zürich 2006, ISBN 3-033-00960-3.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 587 f.
  • Michael Wenk: Walter Roderer – Ein Leben in Bildern. Huber & Co. AG, Frauenfeld 2007, 214 S., ISBN 978-3-7193-1439-2.
  • Michael Wenk: Der doppelte Nötzli. Ein Nachruf zum Tode des Schweizer Volksschauspielers Walter Roderer. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Mai 2012.

Video / Audio

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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