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Eduardo Galeano

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Datei:Eduardo Galeano (Feria del Libro de Madrid, 31 de mayo de 2008).jpg
Eduardo Galeano auf der Feria del Libro in Madrid, 2008

Eduardo Hughes Galeano (* 3. September 1940 in Montevideo, Uruguay; † 13. April 2015 ebenda) war ein uruguayischer Journalist, Essayist und Schriftsteller.

Leben

Mit 20 Jahren wurde Eduardo Galeano stellvertretender Chefredakteur der Marcha, einer Zeitschrift für Kultur und Politik in Montevideo. Später war er leitend bei mehreren linksgerichteten Zeitschriften tätig. Uruguay wurde 1973 eine Militärdiktatur. Galeano wurde verhaftet<ref>Taringa.net: Galeano y la dictatura, online: [1]</ref> und musste nach Argentinien emigrieren, wo als Chefredakteur der Zeitschrift Crisis arbeitete. Sein Buch Die offenen Adern Lateinamerikas war in Uruguay, Chile und weiteren Ländern ab 1973 verboten.<ref name=":1">Jean-Yves Mollier: Panama, un canal pour mémoire (= Collection «au fil de l’histoire»). Éditions Flammarion, Paris 2025, ISBN 978-2-08-048197-9, S. 159.</ref> Als auch in Argentinien Militärs die Macht ergriffen, ging er 1976 ins spanische Exil,<ref>Unionsverlag: Autoreninfo, online: [2]</ref> wo er 1984 die Trilogie Memoria del fuego veröffentlichte. Hier blieb er bis zum Ende der zivil-militärischen Diktatur in Uruguay 1985.

Seit Beginn des Aufstands von Chiapas verband ihn ein sympathisierender Austausch mit der EZLN, deren Anhänger sich vielfach auf sein Opus magnum beriefen.<ref name=":0">Fabio Belaich: Eduardo Galeano y los zapatistas: con los dioses adentro - Por Luis Hernández Navarro. In: Nodal. 12. April 2019, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref> Galeano galt als einer der literarischen Wortführer der Dependenztheorie. Er selbst verstand sich allerdings nie als Vertreter einer Theorie, sondern als „Dichter jener da unten“, der „einfachen Leute“, der die Geschichte aus der Warte ihrer Opfer erzählte.<ref>Jorge Majfud: El poeta de los de abajo. In: El País. 14. April 2015, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Er starb am 13. April 2015 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Montevideo an den Folgen einer Erkrankung an Lungenkrebs.<ref>Simon Romero: Eduardo Galeano, Uruguayan Voice of Anti-Capitalism, Is Dead at 74. In: The New York Times, 13. April 2015, abgerufen am 15. April 2015.</ref>

Bedeutung und Würdigung

1971 erschien die erste Fassung von Las venas abiertas de América Latina (dt. Die offenen Adern Lateinamerikas), das sich mit der Geschichte Lateinamerikas, insbesondere den Kolonialherrschaften alter und neuerer Prägung auseinandersetzt. Das Buch wurde in ganz Lateinamerika enthusiastisch<ref name=":1" /> aufgenommen.

In Anerkennung seines Werkes wurde ihm 2010 der Stig-Dagerman-Preis verliehen.<ref>Ulf Eriksson: Dagerman-priset till Eduardo Galeano. In: Svenska Dagbladet. 26. Mai 2010, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Galeano war Ehrendoktor der Universidad Mayor de San Andrés in La Paz, der Universität von Havanna und der Universität von Neuquén (Argentinien).<ref>Peter Hammer Verlag: Autoreninfo, online: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>

Der 2014 ermordete zapatistische Lehrer José Luis Solis wählte wegen Eduardo Galeano den Decknamen Galeano.<ref name=":0" /> Nach dessen Tod wählte der Sprecher der EZLN, der zuvor als Subcomandante Insurgente Marcos aufgetreten war, das Pseudonym Subcomandante Insurgente Galeano, um José Luis Solis zu würdigen.<ref>Toni Keppeler: Mexiko: Marcos ist jetzt Galeano. In: WOZ Die Wochenzeitung. 6. Mai 2015, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref>

„Heute verabschieden wir uns von einem berühmten Landsmann, einem Intellektuellen von enormem Format, der sich über mehrere Jahrzehnte zum autodidaktischen Denker, zu einem wirklichen Nonkonformisten, zum Grenzgänger zwischen Geschichte und Poesie entwickelt hat.“

José Mujica, Präsident der Republik Uruguay, 2015<ref>Mujica a Galeano: “Gracias por tu vida, querido compañero”. In: El Pais Uruguay. 14. April 2015, abgerufen am 23. Mai 2022.</ref>

Schriften

Zur Geschichte Lateinamerikas und zur Weltgeschichte

  • Die offenen Adern Lateinamerikas Die Geschichte eines Kontinents von der Entdeckung bis zur Gegenwart. Übersetzung Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1972, ISBN 3-87294-046-5. (Viele weitere Auflagen, zuletzt 2016 mit der ISBN 978-3-7795-0278-4.)
  • Erinnerung an das Feuer:
    • Bd. 1: Geburten. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1983, ISBN 3-87294-212-3.
    • Bd. 2: Gesichter und Masken. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1986, ISBN 3-87294-291-3.
    • Bd. 3: Das Jahrhundert des Sturms. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1988 ISBN 3-87294-361-8.
  • Fast eine Weltgeschichte. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2009.

Essay

  • Die Füße nach oben. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2000, ISBN 3-87294-842-3.

Parabeln und andere Kurzprosa

  • Das Buch der Umarmungen. Deutsch von Erich Hackl. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1991, ISBN 3-293-20114-8.
  • Zeit die spricht. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2005, ISBN 978-3-7795-0027-8.
  • Die Welt. Deutsch von Erich Hackl. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2007.
  • Historia de la resurección del papagayo.
    • deutsch: Geschichte von der Auferstehung des Papageis. Bajazzoverlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-905871-12-8.
  • Kinder der Tage. Deutsch von Lutz Kliche. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2013, ISBN 978-3-7795-0435-1.
  • El cumpleaños – Der Geburtstag
  • Cortés

Sachbuch

  • Der Ball ist rund und die Tore lauern überall. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1997, ISBN 3-293-20161-X.

Literatur

  • Erich Hackl: In fester Umarmung. In: Die Wochenzeitung, Zürich 13. September 1991; Die Presse/Spectrum, 14./15. September 1991. Wv in: In fester Umarmung – Geschichten und Berichte. Diogenes, Zürich 1996. TB 2002, ISBN 978-3-257-23357-5, S. 239–249.

Weblinks

Einzelnachweise

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