Dataport
| Dataport AöR
| |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Dataport Logo.svg | |
| Rechtsform | AöR |
| Gründung | 2004 |
| Sitz | Altenholzer Straße 10–14 24161 Altenholz |
| Leitung | Johann Bizer Vorsitzender des Vorstandes<ref>Vorstand. Dataport, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. August 2018; abgerufen am 16. August 2018.</ref> |
| Mitarbeiterzahl | 6.200 (2026)<ref name="dataport.de">[1]</ref> |
| Umsatz | voraussichtlich 1,5 Mrd. Euro (2025)<ref name="dataport.de" /> |
| Website | www.dataport.de |
Dataport ist der Informations- und Kommunikationsdienstleister der öffentlichen Verwaltung für die vier Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Sachsen-Anhalt<ref name="Staatsvertrag">Dataport-Staatsvertrag. transparenz.bremen.de, abgerufen am 17. August 2020.</ref> sowie für die Steuerverwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die Anstalt des öffentlichen Rechts wurde aufgrund eines Staatsvertrages zum 1. Januar 2004 gegründet und hat ihren Sitz in Altenholz bei Kiel mit Niederlassungen in Hamburg, Rostock, Bremen, Lüneburg, Magdeburg und Halle.<ref name=":0">dataport: Das Unternehmen. Abgerufen am 8. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geschäftsentwicklung
Das Land Hamburg hatte Dataport nach einer Pilotphase 2003 beauftragt, in dem mit 30 Millionen Euro veranschlagten Projekt ESARI („Effizienzsteigerung der Arbeit durch Reorganisation der Informations- und Kommunikationsstrukturen“) 31.500 behördeninterne Computerarbeitsplätze auf ein einheitliches System umzustellen. Bis 2005 gelang dies mit weniger als zehn Prozent der PC-Arbeitsplätze.<ref>Artikel Behörden: Pannen mit Computern, Hamburger Abendblatt vom 25. April 2005</ref> Das Projekt endete mit Ablauf des Jahres 2007.
Die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Bremen schlossen sich im Jahr 2006, das Land Niedersachsen 2010 an. Insbesondere wurde eine bessere Zusammenarbeit der Steuerverwaltungen angestrebt.<ref name=":0" />
Ab März 2010 lief ein Pilotprojekt unter Beteiligung von drei ausgewählten senatorischen Behörden der Freien Hansestadt Bremen, bei denen zunächst 6500 Arbeitsplätze mit einem standardisierten Verwaltungs-PC ausgestattet werden sollten.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink ( vom 2. Juni 2013 im Internet Archive)</ref> Bis August 2013 waren 1000 Arbeitsplätze umgestellt.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink ( vom 9. November 2013 im Internet Archive)</ref>
Die schleswig-holsteinischen Kommunen sind über ihren IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITVSH) zum 1. Januar 2012 als weiterer Träger von Dataport gemäß § 1 Abs. 1 Satz 4 des Staatsvertrags beigetreten.<ref name="dataport.de-1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />dataport.de: Über uns ( vom 15. April 2017 im Internet Archive)</ref> Sachsen-Anhalt trat dem Trägerverbund zum 1. Januar 2013 bei.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />dataport.de: Beitritt Sachsen-Anhalt ( vom 10. März 2014 im Internet Archive), abgerufen am 10. März 2014</ref>
Seit Herbst 2015 arbeiten das Bundesministerium des Innern, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und Dataport an einer gemeinsamen IT-Lösung zur Erfassung von Flüchtlingen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung vom 13. November 2015 ( vom 1. April 2016 im Internet Archive): Nationaler IT-Gipfel: Dataport entwickelt Modell für „Government as a Service“</ref>
Die Freie und Hansestadt Hamburg hält 29,40 %, die Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie der ITVSH jeweils 14,71 % der Anteile am Stammkapital; das Land Mecklenburg-Vorpommern sowie die Freie Hansestadt Bremen halten jeweils 5,88 %.<ref name="Staatsvertrag"/>
Der Dataport-Staatsvertrag ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. Er ist offen für den Beitritt weiterer Länder sowie für Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts in den Trägerländern.<ref name="Staatsvertrag"/>
Aufgaben und Struktur
Dataport bietet Dienste auf dem Gebiet der Sprach- und Datenkommunikation, Anwendungen für Verwaltungsaufgaben, Datenschutz- und Sicherheitskonzepte, Fortbildungen und Schulungen. Es betreibt Rechenzentren und Informationsinfrastruktur für seine staatlichen und kommunalen Kunden. Zu den Kunden gehören zum Beispiel Standesämter.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink ( vom 5. Februar 2016 im Internet Archive)</ref> Für die öffentliche Verwaltung wird eine Standardinstallation der Software und Wartung der Hardware an den Arbeitsplätzen angeboten. Updates für das Betriebssystem am Arbeitsplatz erfolgen zentral gesteuert nach eingehender Prüfung auf die Verträglichkeit mit dem sogenannten Standardwarenkorb der Software. Die Fehlerbehebung erfolgt meist über eine Fernwartung; hierfür wird im Rahmen des Wartungsvertrages ein User-Helpdesk (UHD) angeboten. Für allgemeine Fragen und Fachanwendungen steht ein Online-Portal zur Verfügung.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink ( vom 5. Februar 2016 im Internet Archive)</ref> Seit 2019 arbeitet Dataport im Rahmen des Projekt Phoenix an einer webbasierten, auf quelloffener Software basierenden Arbeitsplatzumgebung für die Verwaltung, welche in Zukunft proprietäre Systeme ersetzen soll.<ref>Dataport bringt Open-Source-Arbeitsplatz Phoenix heraus. Abgerufen am 4. November 2021.</ref>
Personal
Das Personal wurde überwiegend aus den bisherigen Eigenbetrieben und Landesämtern, wie etwa der Informations- und Datentechnik Bremen (ID Bremen), an der im Zuge der Privatisierung zeitweise auch die Debis Systemhaus beteiligt war, rekrutiert.<ref>Weser-Kurier vom 18. November 2000, Seite 25: „ID Bremen: Paradebeispiel für Private-Public-Partnership“, Zugriff über das digitale Zeitungsarchiv am 5. Februar 2016</ref> Demzufolge gehören außer Arbeitnehmern auch Beamte der beteiligten Länder zu den Mitarbeitern.
Seit dem 1. Januar 2008 gilt für die Beschäftigten der Haustarifvertrag TV Dataport.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />dataport.de: Tarifvertrag Dataport ( vom 4. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref>
Im Dataport-Staatsvertrag wird die Anstalt auf die Einhaltung der Gender-Prinzipien verpflichtet.<ref name="Staatsvertrag" />
Die Anstalt beschäftigt in Hamburg, Altenholz (bei Kiel), Bremen, Rostock, Lüneburg, Halle und Magdeburg insgesamt 6.200 Mitarbeiter (Stand 2026).
Auszeichnungen und Prüfungen
Im November 2007 wurde Dataport mit dem Gütesiegel „Fair Company“ des Job- und Wirtschaftsmagazins „Karriere“ ausgezeichnet. Das Gütesiegel wurde an Unternehmen vergeben, die sich gegen die Ausbeutung der sogenannten „Generation Praktikum“ aussprachen und danach handelten.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung von Dataport zum Fair-Company-Gütesiegel ( vom 14. September 2012 im Internet Archive)</ref> 2014 wurde die Auszeichnung erneut an Dataport verliehen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />dataport.de: Jobs & Karriere ( vom 14. September 2012 im Internet Archive)</ref>
Im Mai 2008 erhielt Dataport erstmals das Prädikat „Total E-Quality“ für ein besonderes Engagement für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Berufsleben. 2011 und 2014 wurde dem Unternehmen die Auszeichnung jeweils für weitere drei Jahre verliehen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung von Dataport zum "Total E-Quality"-Prädikat ( vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive), 2008</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung von Dataport zum "Total E-Quality"-Prädikat ( vom 7. Oktober 2012 im Internet Archive), 4. Oktober 2011</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung von Dataport zum "Total E-Quality-Prädikat, 27. Oktober 2014 ( vom 7. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref>
Im September 2010 wurde Dataport als „Bester Dienstleister der Verwaltung Deutschlands“ ausgezeichnet. Der Preis unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern wurde im Rahmen des von Cisco Systems und BearingPoint ausgelobten 10. „eGovernment“-Wettbewerbs vergeben.<ref>Pressemitteilung der Hamburger Finanzbehörde zur eGovernment-Auszeichnung, 10. September 2010</ref>
Im Oktober 2010 erhielt Dataport vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) ein Datenschutzaudit-Zertifikat für das Konzept des Informationssicherheitsmanagementsystems des Data Center Steuern in Rostock.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ULD: Data Center Steuern von Dataport ist datenschutzkonform – erfolgreiches Audit für Sicherheitsmanagement und Sicherheitskonzept, 28. Oktober 2010 ( vom 2. November 2011 im Internet Archive)</ref>
Im Frühjahr 2012 hat Dataport ein „Gütezeichen für ein faires Trainee-Programm“ erhalten; eine im Dezember 2011 erstmals vergebene Auszeichnung für karrierefördernde und faire Trainee-Programme.
Im Mai 2014 wurde das im Auftrag von Dataport gebaute neue Rechenzentrum mit Standorten in Hamburg und Norderstedt vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung von Dataport zur BSi-Zertifizierung, 20. Mai 2014 ( vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)</ref> Im Juli 2014 erhielt der Rechenzentrumsbetreiber akquinet AG das Level-4-Sicherheitszertifikat der TÜV Informationstechnik GmbH (TÜViT).<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung von Dataport zur Auszeichnung durch die TÜViT vom 29. Juli 2014 ( vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref>
2023 hat der TÜV Rheinland den Rechenzentrumsstandort Norderstedt von Dataport (Akquinet-Rechenzentrum Norderstedt) das Zertifikat „Sustainable Data Center“ verliehen. Das Zertifikat bescheinigt einen energieeffizienten und ressourcenschonenden Betrieb des Rechenzentrums.<ref> https://www.dataport.de/zertifikate/, abgerufen am 10. Januar 2024 </ref>
Kritik
Dataport geriet ab 2007 in Hamburg verschiedentlich wegen Technik- und Sicherheitsproblemen in öffentliche Kritik.<ref>"Computerprobleme noch nicht gelöst", Hamburger Abendblatt vom 27. Juli 2007</ref>
Der Datenschutzbeauftragte des Landes Bremen bemängelte 2008 fehlende Informationen zur Sicherheitsarchitektur.<ref>Datenschutzbericht Bremen für das Jahr 2007 (PDF; 642 kB), 31. März 2008, abgerufen am 10. März 2014</ref>
2008 berichtete der Hamburger Datenschutzbeauftragte, dass Dataport im Januar 2006 bei einem nicht beauftragten Massentest für automatisierte Bankauszahlungen an BAföG-Empfänger gegen Sicherheitsvorschriften und die Freigabe-Richtlinie verstoßen hatte. Es sei zu ungerechtfertigten Auszahlungen in Höhe von über drei Millionen Euro gekommen.<ref name="Datenschutzbericht 2008"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der hamburgische Datenschutzbeauftragte: Tätigkeitsbericht 2006/2007 ( vom 10. März 2014 im Internet Archive)</ref>
Zu der Übergabe des IuK-Netzes der Hamburger Polizei an Dataport gab es im Datenschutzbericht 2008 „erhebliche Bedenken, ob die derzeitigen Datenschutz- und Datensicherheitsstandards des Dienstleisters ausreichen, den Schutzbedarf für das Polizeinetz zu gewährleisten“.<ref name="Datenschutzbericht 2008"/> Diese Bedenken konnten nach Ansicht des Hamburger Datenschutzbeauftragten bis Anfang 2010 nur teilweise ausgeräumt werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Datenschutzbeauftragter Hamburg: Tätigkeitsbericht für 2008/2009 ( vom 10. März 2014 im Internet Archive), vorgelegt im Februar 2010, abgerufen am 10. März 2014</ref>
Der Hamburger Rechnungshof kritisierte 2010: „Die im Nutzungs- und Überlassungsvertrag über das hamburgische Telekommunikationsnetz zwischen Dataport und der Finanzbehörde vereinbarten Maßnahmen sind unzureichend oder gar nicht umgesetzt worden.“<ref name="LRH HH 2010">Rechnungshof der Freien und Hansestadt Hamburg: Jahresbericht 2010 (PDF; 2,2 MB), Januar 2010</ref> Dataport habe „einen erheblichen Überschuss auf Kosten Hamburgs erzielt“ und dem Land so einen Schaden von zwölf Millionen Euro zugefügt.
Ende August 2018 wurde bekannt, dass eine Mitarbeiterin „sich unter einem Vorwand Zugang“ zu einem Computer, auf dem sensible Daten gespeichert waren, „verschafft und ohne Berechtigung digitalisierte Akten auf einen USB-Stick geladen“ hat.<ref>Hochsensible Daten gestohlen – Die Affäre in der Öztürk-Affäre, Bericht im Weser-Kurier am 27. August 2018</ref> Der USB-Stick hat die Räume von Dataport allerdings nie verlassen, weshalb kein Schaden entstanden ist.<ref>Nach Datenskandal: Ein Blick hinter die Kulissen von Dataport, Bericht von buten un binnen am 29. August 2018</ref>
Im März 2019 hatte eine Systemadministratorin eine E-Mail mit der Bitte, einen Kalender zu aktualisieren, nicht an ihre Kollegen, sondern an alle E-Mail-Adressen der Hamburger Verwaltung geschickt. Da viele der Empfänger mit dem Inhalt der Nachricht wenig anfangen konnten, antworteten diese auf die E-Mail, welche mit jeder Antwort an alle 65.000 Empfänger gesendet wurde. Zu einem Totalausfall der Behörden kam es jedoch nicht.<ref>NDR: Falscher Klick sorgt für Mail-Flut bei Behörden. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 28. August 2019.</ref>
Während eines routinemäßig durchgeführten Lasttests Ende Mai 2019 kam es zu einem Herunterfahren des Rechenzentrums, das von den Finanzämtern der nördlichen Bundesländer benutzt wird. Infolgedessen waren 141 Finanzämter mit insgesamt 28.500 Mitarbeitern von Ausfällen der IT-Systeme betroffen.<ref>NDR: Computerpanne legt norddeutsche Finanzämter lahm. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 28. August 2019.</ref>
Anfang September 2019 kam es durch einen „Konfigurationsfehler“ zu einem Ausfall des Mailsystems und weiteren Systemen in der Hamburger Verwaltung.<ref>heise online: Störung im Behörden-Mail-System. Abgerufen am 10. September 2019.</ref>
Beteiligungen
Dataport ist Gesellschafter der PD – Berater der öffentlichen Hand.<ref>Vorstellung der PD. (PDF) In: pd-g.de. 12. Mai 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Mai 2021; abgerufen am 21. Mai 2021.</ref>
Weblinks
- dataport.de – Offizielle Website
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- IT-Dienstleister (Deutschland)
- Anstalt des öffentlichen Rechts (Deutschland)
- Behörde (Hamburg)
- Behörde (Schleswig-Holstein)
- Behörde (Mecklenburg-Vorpommern)
- Behörde (Freie Hansestadt Bremen)
- Altenholz
- Unternehmensgründung 2004