Angersbach (Wartenberg)
Angersbach Gemeinde Wartenberg
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2525)&title=Angersbach 50° 38′ N, 9° 27′ O
{{#coordinates:50,627777777778|9,4416666666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Angersbach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 258 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 23,88 km²<ref name="DF">Zahlen – Daten – Fakten im Webauftritt der Gemeinde Wartenberg, abgerufen im März 2020.</ref> | |||||
| Einwohner: | 2525 (31. Dez. 2018)<ref name="DF" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 106 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 36367 | |||||
| Vorwahl: | 06641 | |||||
Angersbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Wartenberg im mittelhessischen Vogelsbergkreis im Tal der Lauter östlich des Hainigs.
Ortsgeschichte
Mittelalter
Die erste urkundliche Erwähnung von Angersbach und Landenhausen stammt aus dem Jahre 812. In einem Kopiar, dem Codex Eberhardi, heißt es: „inter lantenhusen et Zangersbach“ (zwischen Landenhausen und Angersbach).<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 18, S. 58.</ref> Am 20. September 812 weihte der Mainzer Erzbischof Richulf (787–813) in Gegenwart des Abtes Baugulf von Fulda in Schlitz eine Kirche ein, die für die Region als missionarisches Zentrum genutzt wurde. Im gleichen Kopiar, welches der Mönch Eberhard von Fulda um 1160 schrieb, wird 1114 ein Ortsadliger erwähnt: „Fridericus de Angeresbach“.<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Codex dipolomaticus Fuldensis. Kassel 1850. Nr. 772, S. 375.</ref> Im Spätmittelalter gelangt der Ort unter die Herrschaft der Herren von Riedesel. Eine Urkunde von 1364 nennt „Angirsbach“.<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest, Nr. 165, S. 45.</ref> In zwei weiteren Urkunden von 1500 wird der Ort „Anderßbach“ bzw. „Angersbach“ erwähnt.<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. Regest, Nr. 1596, S. 481; Nr. 1616, S. 486.</ref>
Der Ortsname wird in der Namensforschung von dem mhd. „anger“ abgeleitet, was „ungepflügtes wildgrünes Grasland“ bedeutet.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 34 f.</ref>
Neuzeit
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Angersbach:
„Angersbach (L. Bez. Lauterbach) evangel. Pfarrdorf; liegt 1 St. von Lauterbach und gehört dem Freiherrn von Riedesel. Dieser Ort, der 198 Häuser und 1127 Einw., die außer 7 Kath. evangelisch sind, zählt, gehört zu den wohlhabendsten Dörfern des ganzen Bezirks. Man findet 1 Kirche, 1 Schulhaus, 3 Mühlen und in der Gemarkung Sandsteinbrüche. Es wird ein bedeutender Flachsbau getrieben, und sehr viel gesponnen und gewebt. Eigentlich fabrikmäßig wird die Linnen- und Barchentfabrikation durch Stöppler getrieben, der einen guten Absatz hat, und daher viele Menschen beschäftigt. – Angersbach wird gelegentlich der Einweihung der Kirche zu Schlitz den 11. Sept 812 genannt, und wurde damals dieser Kirche zugewiesen.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Zum 1. August 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz aus den Gemeinden Angersbach und Landenhausen die neue Gemeinde Wartenberg gebildet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 9 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Angersbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen, Zent Lauterbach der Riedesel Freiherr zu Eisenbach
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)<ref name="Amt">Die Zugehörigkeit Zent Lauterbach anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach)<ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Oberfürstentum Hessen), Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach)
- ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Amt Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Herbstein<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz: Landgericht Lauterbach und Verwaltung.</ref>
- ab 1825: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Umbenennung in Landratsbezirk Lauterbach
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1867: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Lauterbach<ref name="RB1937" /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Wartenberg
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Gemeinde Wartenberg
Einwohnerentwicklung
| • 1806: | 987 Einwohner, 183 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 1127 Einwohner, 198 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 1269 Einwohner, 193 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Angersbach: Einwohnerzahlen von 1785 bis 2015 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1785 | 991 | |||
| 1800 | 991 | |||
| 1806 | 987 | |||
| 1829 | 1.269 | |||
| 1834 | 1.147 | |||
| 1840 | 1.117 | |||
| 1846 | 1.238 | |||
| 1852 | 1.209 | |||
| 1858 | 1.331 | |||
| 1864 | 1.283 | |||
| 1871 | 1.269 | |||
| 1875 | 1.244 | |||
| 1885 | 1.287 | |||
| 1895 | 1.286 | |||
| 1905 | 1.296 | |||
| 1910 | 1.318 | |||
| 1925 | 1.308 | |||
| 1939 | 1.511 | |||
| 1946 | 2.174 | |||
| 1950 | 2.272 | |||
| 1956 | 2.078 | |||
| 1961 | 2.097 | |||
| 1967 | 2.130 | |||
| 1970 | 2.186 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2007 | 2.666 | |||
| 2010 | 2.621 | |||
| 2011 | 2.692 | |||
| 2015 | 2.538 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Gemeinde Wartenberg:<ref>Zahlen – Daten –Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Wartenberg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar).</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
| • 1829: | 1120 evangelische und 7 katholische Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1961: | 1746 evangelische (= 83,26 %), 332 katholische (= 15,83 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Wappen und Flagge
Wappen
Blasonierung: „In grünem Schild ein silberner Schrägrechtsbach, darüber in der linken Ecke ein sechsstrahliger goldener Stern.“<ref>Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Angersbach im Landkreis Lauterbach, Reg.-Bez. Darmstadt vom 25. Juni 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951 Nr. 28, S. 388, Punkt 639 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref>
Das Wappen wurde der Gemeinde Angersbach, im damaligen Landkreis Lauterbach am 25. Juni 1951 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.
Es basiert auf dem Wappen der, von der Burg Wartenberg stammenden Herren von Angersbach.<ref>Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 68.</ref> Das Wappen wird, wie auch die Flagge, von der neuen Gemeinde Wartenberg weitergeführt.
Flagge
Die Flagge wurde der Gemeinde am 17. Mai 1963 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf breiter weißer Mittelbahn, beseitet von zwei schmäleren grünen Seitenbahnen, das Gemeindewappen.“<ref>Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Angersbach, Landkreis Lauterbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 17. Mai 1963. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1963 Nr. 22, S. 614, Punkt 541 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,3 MB]).</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Burgruine Wartenberg, die Burgruine gab der 1972 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen gebildeten Gemeinde Wartenberg den Namen und das Wappen.
- Hainigturm ist ein Aussichtsturm nahe Angersbach.
- Evangelische Kirche Angersbach
- Radwanderwege durch Angersbach
- Burgstall Angersbach
Söhne und Töchter des Ortes
- Johann Heinrich Völler (1768–1834), Erfinder und Hof-Instrumentenmacher in Kassel
- Otto Lang (1883–1955), hessischer Landtagsabgeordneter und Kreisdirektor (NSDAP)
Weblinks
- Ortsteil Angersbach. In: Internetauftritt. Gemeinde Wartenberg
- Angersbach, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Angersbach, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 233 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>