Hamburger Stadtpark
Der Stadtpark Hamburg ist ein 148 Hektar großer öffentlicher Park im Stadtteil Winterhude im Bezirk Hamburg-Nord in Hamburg. Der 1914 eröffnete Park gilt als bedeutendes Beispiel für die Wandlung des deutschen Garten- und Landschaftsbaues vom Volksgarten zum Volkspark.
Geschichte
Entstehung
Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Hamburg stark gewachsen und viele Grünflächen innerhalb der Stadt waren bebaut worden. Daher beschlossen Senat und Bürgerschaft 1901 als Ausgleich den Ankauf des sogenannten Sierichschen Gehölzes und angrenzender Flächen und deren Ausbau zu einem Stadtpark. Eine Senatskommission wurde eingesetzt und 1908 ein öffentlicher Gestaltungswettbewerb durchgeführt, der aber kein zustimmungsfähiges Konzept erbrachte. Im Januar 1909 legte der Oberingenieur Ferdinand Sperber im Auftrag des Senates zwei Projekte vor, die – in Anlehnung an Ergebnisse des Wettbewerbs – eine landschaftlich-malerische und eine streng geometrische Variante darstellten. Im Juni 1909 wurde Professor Fritz Schumacher zum Leiter des Hochbauamtes berufen und im Januar 1910 der Bürgerschaft ein von Schumacher und Sperber, auf der Grundlage eines Entwurfs von Alfred Lichtwark aus dem Jahr 1908<ref>Alfred Lichtwark: Das Problem des Hamburger Stadtparks. In: Jahrbuch der Gesellschaft Hamburgischer Kunstfreunde. XIV. Band, Lütcke & Wulff, Hamburg 1908.</ref>, gemeinsam entwickelter Entwurf vorgelegt. Vier Jahre später konnte der Park eröffnet werden, bis zur Fertigstellung vergingen aber noch weitere vierzehn Jahre. Die Durchführung der Garten- und Landschaftsarbeiten lag dabei ab 1918 maßgeblich in der Hand von Hamburgs erstem Gartenbaudirektor Otto Linne.<ref name="NDR 2014" />
Umnutzung im Zweiten Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wurden im Stadtpark mindestens drei Flakstellungen mit Richtscheinwerfern aufgebaut. Rund um und im Stadtpark gab es mehrere Barackenlager für Zwangsarbeiter, die in den umliegenden Unternehmen eingesetzt waren.<ref>Christina Busse: Dunkle Vergangenheit wird ein Stück heller. In: Hamburger Wochenblatt, 21. Februar 2018, S. 1.</ref> Die meisten Gebäude des Stadtparks (u. a. die Stadthalle) wurden durch Bombenangriffe zerstört. In den harten Nachkriegswintern (insbesondere im Hungerwinter 1946/47) wurden Bäume gefällt, um das Holz zu verheizen. Für ausgebombte Einwohner wurden Nissenhütten zur Verfügung gestellt und einige Selbstversorger bauten im Park Gemüse an.<ref>Holger Hollmann: Freizeit in der Park-Idylle. In: Hamburger Wochenblatt vom 17. Juli 2014, S. 2</ref>
Gestaltung nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Krieg gab es auf der Festwiese bis 1952 Notunterkünfte. Einige Bereiche des Stadtparks wurden umgestaltet, die Reit- und Parkstraßen zurückgebaut, auf einen Wiederaufbau der zerstörten Gebäude wurde verzichtet. Bis zur Verabschiedung des Parkpflegewerkes für den Stadtpark 1995, das Leitlinien für die Pflege und Entwicklung des Parks enthält, wurden im Wesentlichen nur Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Mit dem Parkpflegewerk wurden nach und nach historische Achsen und Bezüge wiederhergestellt, u. a. die Ulmen-Einfassung der großen Festwiese.<ref>https://hamburg-history.info/ulmen-alleen-im-stadtpark/</ref> 2001 gründete sich zur Pflege und Entwicklung des Parks der Stadtparkverein e. V.
Im Jahre 2022 legte das Bezirksamt Hamburg-Nord ein Gutachten zu Erweiterungsmöglichkeiten vor.<ref>Bezirksamt Hamburg-Nord: Hamburger Stadtpark: Erweiterungsmöglichkeiten. In: hamburg.de. 2022, abgerufen am 18. März 2026.</ref>
Bestandteile des Stadtparks
Sierichsches Gehölz
Das Sierichsche Gehölz war der Privatforst von Adolph Sierich und wurde von seinen Erben 1901 an die Stadt verkauft. Es umfasst 35 Hektar, die überwiegend mit langsam wachsenden, lichtbedürftigen Eichen bepflanzt sind. Das Sierichsche Gehölz war der Grundstock für den Stadtpark. Es liegt rund um das Planetarium westlich der früheren Hindenburgstraße (seit 2013 Otto-Wels-Straße), die den Stadtpark von Süd nach Nord durchzieht.<ref>Holger Hollmann: Countdown für Park-Jubiläum. In: Hamburger Wochenblatt vom 26. Juni 2013, S. 3.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Nord (Auftraggeber): Planetarium im Stadtpark. Machbarkeitsstudie zur Sicherung des Standorts. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. November 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Hamburg, September 2006, S. 6: Luftbild von 1930. Aufgerufen am 24. Februar 2014.</ref> Im Jahr 2008 wurden in diesem Areal 300 Bäume (Ahorn, Spätblühende Traubenkirsche) gefällt. Als Ersatz wurden 1000 Eichen, Buchen, Ulmen und Linden nachgepflanzt.
Bauwerke
Das Sierichsche Forsthaus aus dem Jahr 1885 ist denkmalgeschützt und liegt an der Otto-Wels-Straße 3. Es ist Sitz des Stadtpark Verein Hamburg e. V. und Informations- und Kommunikationszentrum.<ref>Internetsite Stadtparkverein im Hamburger Stadtpark</ref>
Die von Schumacher konzipierten Gebäude sind in Backsteinbauweise ausgeführt. Die ursprüngliche bauliche Strukturierung hat stark unter den Folgen der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg gelitten. Schumacher hatte die ost-westliche Hauptachse durch eine große Stadthalle im Osten, die den Haupteingang bildete, abgeschlossen. Der Bau, erst 1924 fertiggestellt, hatte einen dreiteiligen Saalbau; südlich davon lagen die Gebäude des Stadtbades.<ref>Heino Grunert, Ein Volkspark in Hamburg. Der Hamburger Stadtpark als Objekt der Gartendenkmalpflege, PDF-Datei (8 Seiten), in: kunsttexte.de, Nr. 2, 2002, abgerufen am 19. März 2010</ref>
Trotz der Luftangriffe blieben einige Backsteinbauten erhalten: die Trinkhalle Otto-Wels-Straße Ecke Südring und das Landhaus Walter an der Otto-Wels-Straße<ref>Die Hindenburgstraße wurde in Otto-Wels-Straße umbenannt.</ref> zwischen Südring und Jahnring. Die Trinkhalle, in der zunächst Heilwasser ausgeschenkt wurde, ist 2013 zum Café umgewidmet worden.<ref name="Friederike Ulrich 2014">Friederike Ulrich: Ein Park voller Lieblingsorte. In: Hamburger Abendblatt vom 3. Juni 2014, S. 9.</ref>
Das westliche Ufer des Stadtparksees hatte ein sechs Meter hohes Kaskadenbauwerk, das den Höhenunterschied zwischen der Liegewiese und dem See architektonisch fasste. Es wurde 1952 abgerissen und ist noch in Teilen erhalten.<ref>Infotafel des Stadtpark Vereins Hamburg e. V.</ref>
Wahrzeichen: Planetarium
Am westlichen Ende der Ost-West-Achse steht der 1912 bis 1915 unter Fritz Schumacher nach einem Entwurf von Oskar Menzel erbaute Wasserturm (siehe Wasserturm Hamburg-Winterhude), der 1930 zum Planetarium Hamburg umgebaut wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Nord (Auftraggeber): Planetarium im Stadtpark. Machbarkeitsstudie zur Sicherung des Standorts. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. November 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Hamburg, September 2006. Aufgerufen am 24. Februar 2014.</ref>
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Planetarium (2003)
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Eingang zur Jahnkampfbahn (2004)
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Eingang zur Open-Air-Bühne
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Café Sommerterrassen am Goldbekkanal
Kunstwerke
Der frühere Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark setzte sich für die Kunst im Stadtpark ein. Er wollte Skulpturen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.<ref name="Stiftung Historische Museen Hamburg 2015">Stiftung Historische Museen Hamburg, Hamburg Museum: Park Pioniere. 100 Jahre Hamburger Stadtpark. Faltblatt 2015.</ref> Die Auflistung der Skulpturen im Stadtpark durch die Umweltbehörde umfasst 23 Kunstwerke (Stand 2019). Drei davon wurden nach dem Zweiten Weltkrieg angeschafft.
Darunter befinden sich am Kinder-Planschbecken die Replik der abstrakten Skulptur „Wasserspeier“ (volkstümlich: Fabeltier) des verfemten Bildhauers Richard Haizmann, die 1930 am Kinderspielplatz Humboldtstraße in Barmbek aufgestellt wurde, in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt und danach eingeschmolzen wurde.
Den Beginn der Achse von der Hindenburgstraße zum Stadtparksee flankieren links und rechts je eine Muschelkalkskulptur einer gebeugten Frau. Dieses Gesamtwerk von 1927 von Georg Kolbe heißt „Badende Frauen (Paar)“ und wurde vom Stifter Henry Budge 1926/1927 in Auftrag gegeben.
Am Beckenrand des Pinguinbrunnens befinden sich die Pinguine aus dem Jahr 1912 von August Gaul.<ref>Holger Hollmann: Anmutige Kunst im Grünen. In: Hamburger Wochenblatt vom 22. August 2013, S. 5</ref>
Nicht mehr existente Kunstwerke sind dunkel unterlegt.
Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten
| Foto | Name | Künstler | Jahr | Beschreibung, Lage | |
|---|---|---|---|---|---|
| Ludwig Wilhelm Wichmann: Liegender Hund | Liegender Hund | 1864 | Bronze; Grabdekoration des Oberalten Johann Martens auf dem ehemaligen St.-Nikolai-Friedhof am Dammtor; nach Auflösung des Friedhofs in den 1930er Jahren in den Stadtpark versetzt; ursprünglich an einem Spielplatz gestanden (53° 35′ 38″ N, 10° 1′ 2″ O{{#coordinates:53.593958|10.017333 |
name=Ludwig Wilhelm Wichmann: Liegender Hund|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Georg Wrba: Diana auf der Hirschkuh | Diana auf der Hirschkuh | 1910 | 10.029708 | name=Georg Wrba: Diana auf der Hirschkuh|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Arthur Bock: Diana mit Hunden | Diana mit Hunden | 1911 | 10.013097 | name=Arthur Bock: Diana mit Hunden|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Hugo Lederer: Heinrich Heine | Heinrich-Heine-Denkmal | 1913 | Bronze; 1926 im Stadtpark aufgestellt.<ref>Ernst-Adolf Chantelau: „Heinrich Heines deutsches Denkmal“ von Hugo Lederer. Auf den Spuren des zerstörten Standbilds. In: S. Brenner-Wilczek (Hrsg.): Heine-Jahrbuch 2016. Band 55. Springer, Stuttgart 2016, S. 121–143 (online: Deckblatt mit Foto [PDF]).</ref> (53° 35′ 53″ N, 10° 1′ 21″ O{{#coordinates:53.598131|10.022627 |
name=Hugo Lederer: Heine-Denkmal|region=DE-HH|type=landmark}})
Wurde im August 1933 vom nationalsozialistischen Senat demontiert und später für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen. Zwischen dem Denkmal und der Schale von Hugo Lederer (s. u.) befand sich bis ca. 1950 eine von Fritz Schumacher entworfene, unvollendet gebliebene Gartenanlage. Seit 1982 steht eine Neuschöpfung von Waldemar Otto auf dem Rathausmarkt | |
| Schale | Schale | 1912 | 10.021403 | name=Hugo Lederer: Schale|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Elena Luksch-Makowsky: Frauenschicksal | Frauenschicksal (Replik) | 1911 | Stein; als Zweitexemplar 1913 vom Stadtpark-Verein erworben; wegen des Ersten Weltkriegs erst 1919 ausgeliefert; 1919–1926 in der Hamburger Kunsthalle zwischengelagert; 1982 vom Sockel gestoßen und anschließend in die Kunsthalle überführt<ref>Athina Chadzis: Die Malerin und Bildhauerin Elena Luksch-Makowsky (1878–1967), Biografie und Werkbeschreibung (PDF; 57,0 MB), Dissertation Universität Hamburg 2000, S. 210–215, 345</ref>; Replik von 2019 (53° 35′ 36″ N, 10° 1′ 48″ O{{#coordinates:53.593340|10.030088 |
name=Elena Luksch-Makowsky: Frauenschicksal|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| August Gaul: Pinguine (am Pinguinbrunnen) | Pinguine (Nachbildung) | 1912 | 10.028486 | name=August Gaul: Pinguine (am Pinguinbrunnen)|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Georg Wrba: Zentauren Triton und Nereide (Triton) | Zentauren Triton und Nereide (Triton) | 1912 | 10.027284 | name=Georg Wrba: Zentauren Triton und Nereide (Triton)|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Georg Wrba: Zentauren Triton und Nereide (Nereide) | Zentauren Triton und Nereide (Nereide) | 1912 | 10.026458 | name=Georg Wrba: Zentauren Triton und Nereide (Nereide)|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Wilhelm Rex: Knabe mit zwei Enten | Knabe mit zwei Enten | 1916 | 10.015167 | name=Wilhelm Rex: Knabe mit zwei Enten|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Oscar E. Ulmer: Knabe mit Fischen | Knabe mit Fischen | 1925 | 10.025847 | name=Oscar E. Ulmer: Knabe mit Fischen|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Reinhold Begas: Die Badende | Die Badende | 1926 | Bronze; Original in der Hamburger Kunsthalle (53° 35′ 49″ N, 10° 1′ 28″ O{{#coordinates:53.597056|10.0245 |
name=Reinhold Begas: Die Badende|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Georg Kolbe: Badende Frau (südliche Figur) | Badende Frau (südliche Figur) | 1927 | 10.015097 | name=Georg Kolbe: Badende Frau (linke Figur)|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Georg Kolbe: Badende Frau (rechte Figur) | Badende Frau (nördliche Figur) | 1927 | 10.015278 | name=Georg Kolbe: Badende Frau (rechte Figur)|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Hans Martin Ruwoldt: Liegender Panther | Liegender Panther | 1927 | 10.031028 | name=Hans Martin Ruwoldt: Liegender Panther|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Hans Waetke: Kind mit Fohlen, linke Figur | Kind mit Fohlen (linke Figur) | 1927 | name=Hans Waetke: Kind mit Fohlen, linke Figur|region=DE-HH|type=landmark}}) | ||
| Hans Waetke: Kind mit Fohlen, rechte Figur | Kind mit Fohlen (rechte Figur) | 1927 | 10.024458 | name=Hans Waetke: Kind mit Fohlen, rechte Figur|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Richard Kuöhl, Reh mit Kind 1928 | Reh mit Kind | 1923 | Plastik und Stele aus Keramik, nördliche Planschbecken-Bastion, gestiftet von August Riege 1923. Vermutlich mit Abbruch des Bastion nach 1945 zerstört.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Abbildung Reh mit Kind (Kuöhl) von 1928 ( vom 2. September 2010 im Internet Archive)</ref> | ||
| Richard Haizmann: Wasserspeier | Wasserspeier oder Fabeltier (Replik) | 1930 | Bronze; bis 1937 an einem Spielplatz an der Humboldtstraße (Hamburg-Barmbek-Süd); von den Nationalsozialisten zerstört; Replik von 1994 (53° 35′ 50″ N, 10° 1′ 18″ O{{#coordinates:53.597361|10.021583 |
name=Richard Haizmann: Wasserspeier|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Albert Wöbcke: Weiblicher Akt | Weiblicher Akt | 1930 | 10.015222 | name=Albert Wöbcke: Weiblicher Akt|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Stefan Albrecht: Weibliche Figur aus Eichenholz | Weibliche Figur aus Eichenholz | 2014 | name=Weibliche Figur auf dem Dach des O'Swaldschen Pavillon am Südring Ecke Otto-Wels-Straße|region=DE-HH|type=landmark}}) | ||
| Oscar E. Ulmer: Adam und Eva (Adam) | Adam und Eva (Adam) | 1933 | 10.029222 | name=Oscar E. Ulmer: Adam und Eva (Adam)|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Oscar E. Ulmer: Adam und Eva (Eva) | Adam und Eva (Eva) | 1933 | 10.029486 | name=Oscar E. Ulmer: Adam und Eva (Eva)|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Karl Opfermann: Seelöwe | Seelöwe | 1934 | Stein; bis 1953 in Planten un Blomen, dann bei der Umgestaltung zur Internationalen Gartenbau-Ausstellung versetzt (53° 35′ 49″ N, 10° 1′ 23″ O{{#coordinates:53.597028|10.023139 |
name=Karl Opfermann: Seelöwe|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Karl August Ohrt: Tanzende Mädchen | Tanzende Mädchen | 1935 | 10.027861 | name=Karl August Ohrt: Tanzende Mädchen|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Ludwig Kunstmann: Eisbär | Eisbär | 1935 | Stein. Der Bär stand ursprünglich (1935) am Wasserbecken von Planten un Blomen.<ref>Matthias Schmoock: Hamburg wird Augen machen. In: Hamburger Abendblatt vom 13. Juni 2015, Magazin Gestern & Heute, S. 22.</ref> (53° 35′ 34″ N, 10° 1′ 45″ O{{#coordinates:53.592694|10.029083 |
name=Ludwig Kunstmann: Eisbär|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Hans Martin Ruwoldt: Eisbär | Eisbär | 1935 | 10.021625 | name=Hans Martin Ruwoldt: Eisbär|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Martin Irwahn: Tauben | Tauben | 1950 | 10.028 | name=Martin Irwahn: Tauben|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Hans Peter Feddersen: Hockender Affe | Hockender Affe | 1955 | 10.026042 | name=Hans-Peter Federsen: Hockender Affe|region=DE-HH|type=landmark}}) | |
| Harald Worreschk: Wolke Wirbel | Wolke Wirbel | 1970 | 10.028139 | name=Harald Worreschk: Wolke Wirbel|region=DE-HH|type=landmark}}) |
Wege durch den Stadtpark
Der Stadtpark ist durch die U-Bahn-Stationen Borgweg (Stadtpark) und Saarlandstraße der Linie U 3 und die S-Bahn-Station Alte Wöhr (Stadtpark) der Linie S 1 durch den öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Am nördlichen Rand des Parks sowie über die Otto-Wels-Straße (früher: Hindenburgstraße) verkehren Busse.
Von der Saarlandstraße zum Planetarium
Diese Ost-West-Verbindung entlang der zentralen Blickachse beginnt beim Modellbootteich am Südring in der Nähe der U-Bahn-Station Saarlandstraße. Sie führt nördlich am Stadtparksee vorbei, tangiert die nördliche Seite der Festwiese. Nach Überquerung der Otto-Wels-Straße führt der Weg direkt auf das Planetarium zu und endet dort. Das anschließende separate eingezäunte Gelände der Jahnkampfbahn ist nur vom Linnéring aus zugänglich.
Pilgerweg
Der Pilgerrundweg beginnt beim Café Trinkhalle am südlichen Ende der Otto-Wels-Straße in der Nähe der U-Bahn-Station Borgweg. Er verläuft im Uhrzeigersinn über 5,7 Kilometer zunächst quer durch das Sierichsche Gehölz zum Planetarium, dann parallel zum Jahnring bis zum Ententeich. Danach umrundet er den östlichen Teil des Stadtparks bis zum Stadtparksee. Von dort verläuft er südlich des Stadtparksees und südlich der Festwiese. Er endet beim O'Swaldschen Pavillon südlich vom Landhaus Walter.<ref>Edgar S. Hasse: Pilgern durch den Stadtpark. In: Hamburger Abendblatt vom 5. Juli 2014, S. 9.</ref><ref>Evangelische Kirchengemeinden am Stadtpark, Pilgerzentrum St. Jacobi Hamburg (Hrsg.): Rauswege. Pilgern im Stadtpark. Hamburg 2014 (Pilgerstationen, Wegeplan und -beschreibung)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rauswege. Pilgern im Stadtpark ( des Vorlage:IconExternal vom 1. April 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Baumlehrpfad
Der Baumlehrpfad beginnt am Spielwiesenweg (Südring gegenüber dem Wiesenstieg), führt nördlich um das Kinderplanschbecken, geht bis zur Otto-Wels-Straße und führt über den Ententeich zurück zum Südring. Entlang des Weges wird hingewiesen auf die dort wachsenden Baumgattungen von der Erle bis zur Kirsche.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Baumlehrpfad auf stadtparkhamburg.de ( des Vorlage:IconExternal vom 13. April 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Freizeitnutzung
Natur und Gärten
Die Gehölze, Gebüsche und Uferböschungen beheimaten eine Vielzahl heimischer und zugewanderter Tier- und Pflanzenarten. Besonderheiten der 110 beobachteten Vogelarten sind Habicht, Sperber, Waldohreule, Waldlaubsänger, Sommergoldhähnchen und Haubenmeise.<ref>Wegweiser durch den Hamburger Stadtpark. Druck Gebr. Sülter, Hamburg.></ref> Im nordöstlichen Teil sind einige Eichhörnchen beheimatet. Rhododendren wurden für den Stadtpark in der Nachkriegszeit von einem Rhododendren-Züchter im Ammerland in Niedersachsen erworben, als dieser wegen der Hungersnot auf Gemüseanbau umstellen musste.<ref>Holger Hollmann: Grünes Paradies in der Stadt. In: Hamburger Wochenblatt vom 31. Juli 2013, S. 7.</ref>
Als Sondergärten wurden von Otto Linne der Rosengarten am nördlichen Ufer des Stadtparksees und der Staudengarten südlich des Landhauses Walter angelegt. Weitere Gärten sind: der Heidegarten Hindenburgstraße Ecke Jahnring und der Rondellgarten am Südring Ecke Spielwiesenweg.
Weiher und Biotope (Ententeiche) befinden sich am Ententeichweg Ecke Platanenallee. Die Ententeiche werden durch eine Holzbrücke überspannt und geben Enten und Libellen einen Zufluchtsort.<ref name="Friederike Ulrich 2014"/>
Der Pinguinbrunnen ist ringförmig gemauert und wird von Buchen umrahmt.<ref name="Friederike Ulrich 2014"/> Der Eva-und-Adam-Garten mit den beiden Marmorskulpturen von Oscar Ulmer beim Pinguinbrunnen und der Diana-Garten nördlich des Schwimmbades mit der Skulptur Diana auf der Hirschkuh von Georg Wrba werden durch Hecken eingegrenzt.<ref>Holger Hollmann: Erst Bagger, dann Blumen. In: Hamburger Wochenblatt vom 9. April 2014, S. 2.</ref>
Der Garten der Sinne befindet sich auf einem Gelände von einem Hektar zwischen Landhausweg und Festwiese. Ein Weg führt hindurch. Der Garten ist allen zugänglich. Behinderte sollen die Natur riechen, hören und fühlen. Für Rollstuhlfahrer ist der Weg befahrbar und für Sehbehinderte seitlich an Begrenzungen ertastbar.<ref>Stadtpark: Der „Garten der Sinne“ wird größer. In: Hamburger Wochenblatt vom 26. März 2014, S. 5.</ref>
Spielplätze und Spielstätten
Im Stadtpark gibt es ein Leichtathletik-Stadion (Jahnkampfbahn), acht weitere Sportplätze, fünf Spielplätze, zwei Flächen für Beach-Volleyball, ein Planschbecken für Kinder mit anliegendem Spielplatz. An den Stadtparksee grenzt ein Freibad, es gibt ein Luft- und Sonnenbad, einen Grillplatz, einige Wiesen und Wiesenbereiche zum Spielen und Lagern sowie zwei Groß-Schachspiele. Das Planetarium Hamburg und mehrere Gastwirtschaften bieten Verpflegung und Unterhaltung im Stadtpark.
Auf der Freilichtbühne finden mehrmals jährlich Open-Air-Konzerte statt.
Ein Biergarten befindet sich direkt am Freibad Stadtparksee.
Das Planschbecken für Kinder befindet sich in der Mitte des Stadtparks. Es ist 30 bis 40 Zentimeter tief, 3000 Quadratmeter groß. Das Wasser wird durch Einströmdüsen und Abläufe sauber gehalten. Um das Planschbecken verläuft ein breiter Fußweg und ein Lindenring, Bänke sind installiert. Beim Planschbecken gibt es einen Sandspielplatz und Spielgeräte.<ref>Wo die SPD gerne baden geht. In: Hamburger Wochenblatt vom 2. Juli 2014, S. 1</ref>
Das Modellbootbecken am Südring östlich des Stadtparksees hat einen Durchmesser von 40 Meter und ist an der tiefsten Stelle 70 Zentimeter tief. Das gesamte Becken fasst 625 Kubikmeter.<ref>Hartmut Ronge: Unnützes Wissen Hamburg – 711 Erstaunliche Fakten. Hrsg.: Emons Verlag. ISBN 978-3-95451-520-2.</ref> Hier werden ferngesteuerte motorgetriebene Modellboote verschiedener Schiffstypen von Fans des Modellbaus manövriert.<ref>Irene Jung: Hamburgs Lustgarten der Demokratie. In: Hamburger Abendblatt vom 21. Juni 2014, S. 20.</ref> Das Becken wurde 1960 an der Stelle der früheren Stadthalle errichtet, 2007 erneuert und hat 1250 Quadratmeter Wasserfläche.<ref>Christina Busse: Freizeitkapitäne in ihrem Element. In: Hamburger Wochenblatt, 3. Juni 2020, S. 3.</ref>
Auf der Liebesinsel am Rande des Stadtparksees werden Boote vermietet. Der Zugang zur Liebesinsel führt über eine 1914 von Fritz Schumacher entworfene Backsteinbrücke.<ref name="NDR 2014">1914: Hamburg bekommt einen Park fürs Volk, NDR.de, 1. Juli 2014</ref> Der Stadtparksee ist direkt mit dem Goldbekkanal verbunden.
Freizeitnutzung der Festwiese
Die Festwiese ist mit 15 Hektar als Freizeitareal zum Spielen für jedermann angelegt. Sie wurde als „Freiluft-Volkshaus“ (Fritz Schumacher) konzipiert.<ref name="Stiftung Historische Museen Hamburg 2015"/> Lose zusammengefundene Gruppen spielen Fußball und Frisbee.<ref>Holger Hollmann: Freizeit in der Park-Idylle. In: Hamburger Wochenblatt vom 18. Juli 2013, S. 2</ref>
Auf der Festwiese wurden bereits drei Rockmusikkonzerte veranstaltet:
- 1987 (13. Juni): David Bowie – Glass Spider Tour<ref>NDR: Hamburg damals: David Bowies Stadtparkkonzert. 7. September 2014, abgerufen am 11. September 2017.</ref>
- 1989 (16. Juni): Pink Floyd – A Momentary Lapse of Reason Tour
- 2017 (9. September): The Rolling Stones – No Filter Tour
Wegmarken
Eine Friedensstele mit der senkrechten Aufschrift „Möge Friede auf Erden sein“ befindet sich südlich des Planetariums. Ein Labyrinth aus einer Spirale von mit Steinen begrenzten Wegen ist angelegt hinter dem Minigolfplatz am südlichen Rand der Spielwiese.<ref>Evangelische Kirchengemeinden am Stadtpark, Pilgerzentrum St. Jacobi Hamburg (Hrsg.): Rauswege. Pilgern im Stadtpark. Hamburg 2014. Kapitel 3 „Frieden wagen“ sowie Kapitel 20 „Verschlungene Pfade“.</ref>
Durchquerung mit dem Fahrrad
Senat und Bürgerschaft stritten 2005 darüber, ob das seit 1957 in allen Grünanlagen Hamburgs verbotene Radfahren zumindest auf den Hauptwegen im Stadtpark erlaubt werden sollte. Wegen Bauarbeiten nahe der Außenalster wurde der Radverkehr durch den Alsterpark umgeleitet, sodass man die betreffende Verordnung änderte und das Radfahren in Grünanlagen grundsätzlich erlaubte.<ref>Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Verordnung zum Schutz der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen. Hamburg 26. August 1975 (landesrecht-hamburg.de).</ref><ref>Hanna Kastendiek: Verordnung: Radfahren in Grünanlagen erlaubt. 1. August 2005, abgerufen am 28. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Drachensteigen
Außerdem wurde darüber diskutiert, das Steigenlassen von Papierdrachen zukünftig zu erlauben. Beides war jahrelang toleriert worden, seit 2004 wurden jedoch vereinzelt Verwarngelder deswegen erteilt. Im Jahr 2005 wurde das Drachensteigen bedingt erlaubt: Leinenlänge maximal 50 m, Gewicht unter 1 kg, kein Metall am Drachen – wie in einer kleinen Anfrage eines Abgeordneten vom Senat bestätigt wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bürgerschaftsdrucksache auf der Homepage des Abgeordneten Jan Quast ( des Vorlage:IconExternal vom 31. Januar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 16 kB)</ref> Die Begrenzung der Leinenlänge ist durchaus sinnvoll, da zeitweise die direkte Einflugschneise für den Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel direkt über dem Park verläuft und die Flugzeuge hier nur noch eine geringe Flughöhe haben.
Regelmäßige Veranstaltungen
Jedes Jahr im September finden an zwei Tagen die Hamburger Stadtparkrennen der Oldtimer statt.
Ausstellungen
- 13. Juni 2014–23. Februar 2015: Park Pioniere. 100 Jahre Hamburger Stadtpark. Museum für Hamburgische Geschichte.
Literatur
nach Erscheinungsjahr geordnet
- Alfred Lichtwark: Das Problem des Hamburger Stadtparks. (= Jahrbuch der Gesellschaft Hamburgischer Kunstfreunde, Band 14) Lütcke & Wulff, Hamburg 1908.
- Michael Goecke: Der Hamburger Stadtpark als Gartendenkmal. Vorbereitung und Planung des Hamburger Stadtparkes. In: Die Gartenkunst 3 (2/1991), S. 235–245.
- Umweltbehörde Hamburg, Fachamt für Stadtgrün und Erholung (Hrsg.): Der Hamburger Stadtpark. 3. Auflage, Hamburg 2001 (Faltblatt mit Verzeichnis der Skulpturen)
- Lars Quadejacob: Keine Zukunft ohne Vergangenheit. Vom aktuellen Wandel des Stadtparks. In: Architektur in Hamburg, Jahrbuch 2007. Juni us, Hamburg 2007, S. 142–147.
- Heino Grunert (Hrsg.): Betreten erwünscht. Hundert Jahre Hamburger Stadtpark. Dölling und Galitz, München und Hamburg 2014, ISBN 978-3-86218-064-6.
- Bezirksamt Hamburg-Nord, Fachbereich Stadtgrün (Hrsg.): Hamburger Stadtpark 1914–2014. Hamburg 2014 (76 S., online auf hamburg.de [PDF; 13,7 MB; abgerufen am 18. September 2020] Broschüre).
- Die Gartenkunst 27 (1/2015):
- Heidi Gemar-Schneider, Heidemarie Hermann: Volksparkidee und Stadtpark Hamburg. Expertenrunde: Zukunftswerkstatt Stadtpark – Hintergründe und Perspektiven des Beteiligungsverfahrens. S. 202–204.
- Heino Grunert: 100 Jahre Hamburger Stadtpark – Eine wegweisende Parkplanung für eine zukunftsfähige Stadt, S. 15–36.
- Frank Peter Hesse: Stadtpark, Volkspark und viel mehr: Die Denkmalpflege im öffentlichen Grün, S. 59–76.
- Klaus Hoppe: Hamburgs Grün wird 100, S. 7–14
- Alan Tate: The Impact of Parks in North America on Hamburg Stadtpark, S. 139–150.
- Hartmut Troll: Die Bedeutung des Wettbewerbsbeitrages von Max Laeuger für den Hamburger Stadtpark im Lichte der Formfindung der frühen Moderne, S. 37–50.
Weblinks
- Offizielle Website des Stadtparks
- Hamburger Stadtpark 1914 – 2014 hamburg.de
- Stadtparkverein e. V.
- Private Informationsseite zum Hamburger Stadtpark
- Stadtpark Hamburg 3D auf YouTube
- Faltblatt Stadtpark Hamburg der Reihe Stadtgrün
- Heino Grunert: Ein Volkspark in Hamburg. Der Hamburger Stadtpark als Objekt der Gartendenkmalpflege kunsttexte.de, Nr. 2, 2002 (PDF-Datei (8 Seiten), abgerufen am 19. März 2010)
Einzelnachweise
<references />
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