Gleitaar
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| Gleitaar | ||||||||||
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| Datei:Black-shouldered Kite (Elanus caeruleus) in Hyderabad W IMG 4418.jpg
Gleitaar in Hyderabad (Indien) | ||||||||||
| Systematik | ||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Elanus caeruleus | ||||||||||
| (Desfontaines, 1789) |
Der Gleitaar (Elanus caeruleus) ist eine Vogelart aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). In Mitteleuropa ist er ein sehr seltener Irrgast, der vor allem in West- und Südmitteleuropa beobachtet wird.<ref>Bauer et al., S. 284</ref>
Aussehen
Er erreicht eine Spannweite von 80 bis 90 Zentimetern und wird etwa 30 bis 35 Zentimeter lang. Das Gewicht beträgt zwischen 197 und 343 Gramm.<ref>Bauer et al., S. 284</ref> Der größte Teil des Vogels ist weiß, seine Schwingen sind hellgrau mit schwarzen Schultern. Sein Kopf ist relativ groß und der Schwanz sehr kurz. Darüber hinaus hat er leuchtend rote Augen und orange-gelbe Beine.
Der Ruderflug des Gleitaars ist von kurzen Gleitstrecken unterbrochen. Bei geeigneter Thermik schwebt er mit V-förmig gehaltenen Flügeln. Er rüttelt außerdem gegen den Wind, wobei der Flügelschlag langsamer ist als beim Turmfalken. Stoßflüge sind bei ihm selten. Typisch für diese Art ist ein stufenweises Absinken, das von Rüttelflügen unterbrochen ist. Häufig ist er auch bei der Ansitzjagd zu beobachten, wobei er besonders gerne auf hohen Warten sitzt.<ref>Bauer et al., S. 285</ref>
Verbreitung und Lebensraum
Gleitaare sind vorwiegend Standvögel, doch vereinzelt leben sie auch als Strichvögel. Sie leben in offenen Gegenden wie Steppen, Halbwüsten oder auch Kulturlandschaften mit vereinzelten Bäumen oder auch hohen Masten zum Ansitzen und Nisten.
Der Gleitaar ist in Südeuropa in Gebieten auf der Iberischen Halbinsel (Portugal, Spanien) und in Südwestfrankreich, in Nordafrika in Marokko, Algerien und Ägypten, aber auch im übrigen Afrika anzutreffen. Die Brutpopulation Europas besteht aus etwa 1000 bis 2.000 Paaren. In großen Teilen Südasiens kommt die Unterart E. c. vociferus vor. Außerdem gibt es noch vier weitere Unterarten auf südasiatischen Inseln.
In der Schweiz wird der Gleitaar seit 2014 alljährlich beobachtet.<ref>Sommergrüsse aus dem Süden Schweizerische Vogelwarte, 2. Juni 2022. Abgerufen am 5. November 2025.</ref> Im Jahr 2015 wurde ein Gleitaar im Grünen Band bei Mendhausen im Landkreis Hildburghausen in Thüringen gesichtet.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seltener Fluggast aus dem Süden.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. September 2015. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Inzwischen wird die Art in Deutschland regelmäßig festgestellt und 2025 erfolgte schließlich der erste Brutnachweis mit drei flüggen Jungvögeln in Nordwest-Deutschland.<ref>Gerlach, B., R. Dröschmeister, T. Langgemach, K. Berlin, K. Borkenhagen, M. Busch, S. Davids, V. Dierschke, M. Hauswirth, T. Heinicke, F. Kunz, C. König, K. Koffijberg, K. Lindner, N. Markones, A. Morkovin, C. Pertl, S. Trautmann, J. Wahl, W. Züghart & C. Sudfeldt: Vögel in Deutschland – Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster. (PDF). Eigenverlag des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten e. V., 2025, ISBN 978-3-9819703-5-7, S. 24 (dda-web.de [PDF]).</ref>
Ernährung
Ein Gleitaar ernährt sich von Kleinsäugern (hauptsächlich Nagetieren), verschiedenen Kleinvögeln oder den Jungtieren größerer Vögel und Reptilien (hauptsächlich Eidechsen). Vereinzelt stehen auch Insekten auf dem Speiseplan. Diese jagt er in einem langsamen Suchflug mit gelegentlichem Rütteln oder in der Ansitzjagd.
Fortpflanzung
Zur Fortpflanzung werden in Arbeitsteilung Nester auf Bäumen gebaut; das Männchen bringt Material ein, das Weibchen verbaut es. Das Gelege besteht dann in der Regel aus drei oder vier Eiern, vereinzelt sind es aber auch nur zwei oder bis zu sechs Eier.
Literatur
- Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg.): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel. Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2.
- Benny Génsbol, Walther Thiede: Greifvögel. Alle europäischen Arten, Bestimmungsmerkmale, Flugbilder, Biologie, Verbreitung, Gefährdung, Bestandsentwicklung. BLV Verlag, München 1997, ISBN 3-405-14386-1.
- Theodor Mebs; Greifvögel Europas – Biologie – Bestandsverhältnisse – Bestandsgefährdung. Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2002, ISBN 3-440-06838-2.
Weblinks
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2019. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Gleitaar (Elanus caeruleus) bei Avibase
- Vorlage:EBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Gleitaar (Elanus caeruleus)
- Black Shouldered Kite (Elanus caeruleus) in der Encyclopedia of Life. (englisch).
- Javier Blasco-Zumeta, Gerd-Michael Heinze: Geschlechts- und Altersbestimmung (PDF-Datei, englisch)
Einzelnachweise
<references />