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Dioptrie

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Physikalische Einheit
Einheitenname Dioptrie
Einheitenzeichen <math>\mathrm{dpt}</math>
Physikalische Größe Brechkraft
Formelzeichen <math>D</math>
Dimension <math>\mathsf{L^{-1} }</math>
In SI-Einheiten <math>\mathrm{1 \, dpt = 1 /m }</math>
Abgeleitet von Meter

Dioptrie (plur. Dioptrien) ist die Maßeinheit für die Brechkraft optischer Systeme und stellt den Kehrwert der Brennweite in Metern dar: <math>1\ \mathrm{dpt}= 1\ \mathrm{m^{-1}}</math>. Ihr Einheitenzeichen in Deutschland und Österreich ist dpt.<ref>Ausführungsverordnung zum Gesetz über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung</ref><ref>RIS - Maß- und Eichgesetz - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 10.03.2026. Abgerufen am 10. März 2026.</ref> Im alltäglichen Gebrauch tritt sie besonders bei der Beschreibung von Sehhilfen wie Brillengläsern auf.<ref>ᐅ Brillenpass – Abkürzungen erklärt • Kuratorium Gutes Sehen e. V. Abgerufen am 28. Mai 2022.</ref>

Zusammenhang mit der Brennweite

Datei:Optical power of a lens.svg
Visualisierter Zusammenhang zwischen Brechkräften und Brennweiten.

Die Brechkraft <math>D</math> ist der Kehrwert der Brennweite <math>f\,</math>:

<math>D=\frac 1f\,</math>.

Optische Systeme mit positiver Brennweite, also beispielsweise Sammellinsen (konvexe Linsen), besitzen somit eine positive Brechkraft. Zerstreuungslinsen (konkave Linsen) hingegen haben eine negative Brechkraft.

Rechtlicher Status

Die Einheit Dioptrie wird als gesetzliche Einheit in den Staaten der EU<ref>Richtlinie 80/181/EWG in der konsolidierten Fassung vom 27. Mai 2009Vorlage:Abrufdatum</ref> und in der Schweiz<ref>Einheitenverordnung</ref> bei der Angabe der Brechkraft optischer Systeme, speziell in der Augenoptik, verwendet.

Für die Dioptrie ist kein internationales Einheitenzeichen festgelegt. Das Zeichen „dpt“ wird in der deutschen Einheitenverordnung und im österreichischen Maß- und Eichgesetz aufgeführt, erscheint jedoch nicht in der zugrundeliegenden Richtlinie 80/181/EWG.

Menschliches Auge

Auf Vorschlag des französischen Augenarztes Ferdinand Monoyer wurde die Dioptrie 1872 in die ophthalmologische Optik eingeführt.<ref></ref>

Die Brechkraft des normalsichtigen gesunden menschlichen Auges beträgt im Zustand der Ferneinstellung bei maximal entspanntem Ziliarmuskel und abgeflachter Linse etwa 59 bis 60 dpt und entspricht damit einer Brennweite von etwa 16,8 mm. Mittels Akkommodation kann sie auf geringere Sehentfernungen eingestellt werden. Dieses Anpassungsvermögen ist altersabhängig und lässt schon in der Jugend mit zunehmendem Alter nach.<ref name="kfm">Herbert Kaufmann (Hrsg.): Strabismus. 3. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart u. a. 2004, ISBN 3-13-129723-9.</ref><ref>Akkommodationsbreite. In: Lexikon der Biologie. Spektrum, abgerufen am 6. November 2016.</ref> Zur ausgleichenden Korrektur werden Brillen oder verwandte optische Hilfsmittel eingesetzt, deren Gläser in der Regel nach Vermessung der Fehlsichtigkeit (Refraktionsbestimmung) entsprechend ausgewählt werden.

Sammellinsen mit positiver Brechkraft dienen dabei der Korrektur von Übersichtigkeit (ugs. Weitsichtigkeit), Zerstreuungslinsen (negative Brechkraft) der Korrektur von Kurzsichtigkeit sowie torische Linsen der Korrektur eines Astigmatismus.<ref name="kfm" /> Je größer der Betrag der Brechkraft der eingesetzten Linse ist, desto stärker ist die Korrektur der Fehlsichtigkeit.

Auch der Dioptrienausgleich, z. B. an Kamerasuchern und Mikroskopen ist nach der Einheit benannt und ermöglicht in vielen Fällen die Nutzung ohne zusätzliche Brille.

Zur Schätzung der Stärke einer benötigten Lesebrille bei Alterssichtigkeit dient folgende Faustformel:

Kehrwert der Entfernung (in m), in der man seine Zeitung lesen möchte
minus
Kehrwert der Entfernung (in m), in der man noch scharf sehen kann
ergibt die Brechkraft der Lesebrille.

Beispiel: Leseentfernung ⅓ m ≙ 3,0 dpt; minimale Sehweite: ½ m ≙ 2,0 dpt; also ist eine Lesebrille von 3,0 dpt − 2,0 dpt = 1,0 dpt (also eine Sammellinse) erforderlich.

Wortherkunft

Das Wort ist eine Übernahme des gleichbedeutenden französischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), das selbst eine Ableitung von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ist. Diese sprachliche Neuschöpfung des 17. Jahrhunderts leitet sich über {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ab, womit ein antikes optisches Gerät zur Höhenmessung bezeichnet wurde,<ref>Wolfgang Pfeifer et al.: Dioptrie. In: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. 1993 (Online-Ansicht [abgerufen am 7. Juli 2023]).</ref> das sich auf {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „hindurch“ und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „sehen werden“ zurückführen lässt.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Dioptrie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references responsive/>

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