Dolon
Dolon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Sohn des Herolds Eumedes,<ref>Homer, Ilias 10,314; in der Bibliotheke des Apollodor, Epitome 4,4 heißt er Eumelos. Vgl. Vergil, Aeneis 12, 346–352</ref> ist eine Gestalt in der griechischen Mythologie.
Er ist in Homers Ilias ein Kundschafter auf Seiten der Trojaner. Charakterisiert wird er als hässlich,<ref>εἶδος κακός: Homer, Ilias 10, 316</ref> schnell<ref>ποδώκης: Homer, Ilias 10,316</ref> und kriegsuntauglich.<ref>imbellem: Ovid, Metamorphosen 13,98</ref> In der letzten Schlacht, in der Troja schon dem Untergang geweiht war, schlich er sich des Nachts, bekleidet mit einem Wolfsfell und einer Iltiskappe,<ref>Homer, Ilias 10,334–335</ref> in das Lager der Griechen, wurde jedoch auf dem Weg dorthin von Odysseus und Diomedes entlarvt, verhört und von Diomedes getötet.<ref>Homer, Ilias 10,455–456; Hyginus, Fabulae 113. Beide töten Dolon: Pseudo-Euripides, Rhesos 591; Odysseus tötet Dolon: Ovid, Metamorphosen 13,242–246</ref> Seine Antworten brachten anschließend auch dem Thraker-König Rhesos den Tod durch Diomedes.<ref>Homer, Ilias 10,494–496</ref>
Der 10. Gesang der Ilias,<ref>Homer, Ilias 10 im Projekt Gutenberg</ref> in dem diese Geschehnisse geschildert werden, heißt darum auch Δολώνεια (Dolonie).
Dolon ist auch der Name eines Sohnes des Priamos.<ref>Hyginus, Fabulae 90</ref>
Einige Autoren (u. a. L. Gernet, R. Girard) haben bei Dolon die mythisierte Figur eines Menschenopfers (pharmakós) gesehen. Dafür bezeichnend sei Gernet zufolge die Beschreibung Dolons als „hässlich“ (so auch bei Euripides’ Troerinnen) und „schnellfüßig“, wie auch die Anschuldigung, er wolle die Leichen berauben.
Der Asteroid (7815) Dolon aus der Gruppe der Jupiter-Trojaner wurde nach ihm benannt.
Literatur
- Ludwig von Sybel: Dolon. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 1195 (Digitalisat).
- Hans von Geisau: Dolon. In: Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1979, Band 2, Sp. 117, ISBN 3-423-05963-X.
Weblinks
Einzelnachweise
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