Hartmut Bagger
Hartmut Bagger (* 17. Juli 1938 in Braunsberg, Ostpreußen; † 26. Januar 2024 in Meckenheim) war ein deutscher General des Heeres der Bundeswehr. Er war von 1994 bis 1996 der 14. Inspekteur des Heeres und von 1996 bis 1999 der 11. Generalinspekteur der Bundeswehr.
Flucht und Jugend
Seine Mutter flüchtete 1945 mit ihm und seinem jüngeren Bruder aus Ostpreußen nach Niedersachsen. Er verbrachte seine Kindheit in der Nähe von Celle. Sein Abitur machte er an einem Gymnasium der Hermannsburger Mission.
Militärische Laufbahn
Ausbildung und erste Kommandos
In 1958 bewarb er sich bei der Bundeswehr. Er wurde als Offizieranwärter der Panzergrenadiertruppe ausgebildet. Zum Leutnant wurde er 1960 ernannt und durchlief Verwendungen als Zugführer und Fernmeldeoffizier beim Panzergrenadierbataillon 82 in Lüneburg sowie als Hörsaal- und Ordonnanzoffizier an der Heeresoffizierschule I in Hannover. Von 1965 bis 1969 diente Bagger als Hauptmann und Kompaniechef im Lüneburger Bataillon. Im Anschluss absolvierte er an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg von 1969 bis 1971 den 12. Generalstabslehrgang Heer, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Danach wurde er, zum Major befördert, nach Neumünster zur Panzerbrigade 18 versetzt als Generalstabsoffizier für Logistik und Operationen (G4, G3). Im Anschluss lehrte er an der Führungsakademie als Dozent für Militärpolitik. Danach absolvierte er in Norfolk, Virginia, einen Armed Forces Staff College Course.
Von 1976 bis 1978 führte er als Oberstleutnant das Panzergrenadierbataillon 51 in Rotenburg an der Fulda. Danach ins Bundesministerium der Verteidigung versetzt diente er bis 1980 als Referent. Vom April 1980 bis zum September 1982 diente Bagger als Oberst und Chef des Stabes der 3. Panzerdivision in Buxtehude unter dem Kommando von Generalmajor Franz-Joachim Freiherr von Rodde. An der Hamburger Führungsakademie war er danach bis 1984 Leiter der Fachgruppe Sicherheitspolitik. Vom 1. Oktober 1984 bis zum April 1988 war er Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 7.
Dienst im Generalsrang
Nach Koblenz versetzt und zum Brigadegeneral ernannt, war er vom 1. April 1988 bis zum 22. November 1990 Chef des Stabes des III. Korps unter dem Kommando von Generalleutnant Helge Hansen. Danach wurde er nach Veitshöchheim versetzt und war als Generalmajor bis März 1992 Kommandeur der 12. Panzerdivision.
Hansen wurde am 1. März 1992 Inspekteur des Heeres und zog Bagger zum 1. April 1992 als sein Stellvertreter nach; Bagger wurde zum Generalleutnant ernannt. Zwei Jahre später wurde Hansen für den NATO-Posten des Oberbefehlshabers der Allied Forces Central Europe designiert und Bagger wurde am 21. März 1994 sein Nachfolger. Er führte die Strukturveränderungen im Zuge der Heeresstruktur V weiter. Dabei befürwortete er die Wehrpflichtigenarmee und betonte, dass sich „die Hälfte des Offiziernachwuchses, [und] fast zwei Drittel der Unteroffiziere“ aus dem Grundwehrdienst der Wehrpflichtigen rekrutiere.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />10 x Hartmut Bagger ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Februar 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.(Focus.de vom 2. April 1994)</ref>
Verteidigungsminister Volker Rühe übergab ihm zwei Jahre später am 8. Februar 1996 unter Ernennung zum General das Amt des Generalinspekteurs. Rühe wollte einen explizit stillen Amtsinhaber, nachdem es mit dem Generalinspekteur Klaus Naumann diverse Differenzen gegeben hatte. Naumann wurde Vorsitzender des NATO-Militärausschusses.<ref>Süddeutsche Zeitung Der General der Truppe, 29. Januar 2024.; abgerufen am 16. Februar 2024.</ref> Bagger wurde zum 31. März 1999 pensioniert.
Privates und Tätigkeiten nach der Dienstzeit
Anschließend wurde Hartmut Bagger Präsident der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, trat von dem Amt aber im Jahr 2000 aufgrund interner Querelen zurück.<ref>Entschuldigung des BMVg nach ARD-Bericht</ref>
Bagger wohnte in Meckenheim, war verheiratet und hatte zwei Söhne. Der Sohn Thomas ist Diplomat. Bagger spielte konzertreif Klavier und trat wiederholt solistisch oder gemeinsam mit Klangkörpern der Bundeswehr auf.
Am 16. Februar 2024 wurde Hartmut Bagger in Meckenheim mit einer Trauerfeier in der Friedenskirche und anschließendem Großen Ehrengeleit gewürdigt. Die Ansprache hielt der amtierende Generalinspekteur Carsten Breuer.<ref>Ein General der Truppe. Bundeswehr, 19. Februar 2024, abgerufen am 15. Mai 2025.</ref>
Ehrungen und Auszeichnungen
- Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
- 1989 Verdienstkreuz am Bande
- 1994: Verdienstkreuz 1. Klasse
- 1998: Großes Verdienstkreuz
- Commander’s Cross of the Legion of Merit (USA)
- Officer’s Cross of the Legion of Merit (USA)
- Commandeur de la Legion d’Honneur (Frankreich)
- Großoffizier des Finnischen Ordens der Weißen Rose
Siehe auch
- Führungsakademie der Bundeswehr/Absolventen
- Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
- Liste der Generale und Admirale der Bundeswehr
Literatur
- Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 1, Adam – Fuhr. Biblio-Verlag, Osnabrück 1998, ISBN 978-3-7648-2492-1, S. 58–59.
Weblinks
- Hartmut Bagger im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- BMVg: Foto Baggers als Generalinspekteur
- Offizielle Biografie des Bundesministeriums der Verteidigung
- General Hartmut Bagger (englisch)
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Adolf Heusinger (1957–1961) | Friedrich Foertsch (1961–1963) | Heinz Trettner (1964–1966) | Ulrich de Maizière (1966–1972) | Armin Zimmermann (1972–1976) | Harald Wust (1976–1978) | Jürgen Brandt (1978–1983) | Wolfgang Altenburg (1983–1986) | Dieter Wellershoff (1986–1991) | Klaus Naumann (1991–1996) | Hartmut Bagger (1996–1999) | Hans-Peter von Kirchbach (1999–2000) | Harald Kujat (2000–2002) | Wolfgang Schneiderhan (2002–2009) | Volker Wieker (2010–2018) | Eberhard Zorn (2018–2023) | Carsten Breuer (seit 2023)
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Hans Röttiger (1956–1960) | Alfred Zerbel (1960–1964) | Ulrich de Maizière (1964–1966) | Josef Moll (1966–1968) | Albert Schnez (1968–1971) | Ernst Ferber (1971–1973) | Horst Hildebrandt (1973–1979) | Johannes Poeppel (1979–1981) | Meinhard Glanz (1981–1984) | Hans-Henning von Sandrart (1984–1987) | Henning von Ondarza (1987–1991) | Jörg Schönbohm (1991–1992) | Helge Hansen (1992–1994) | Hartmut Bagger (1994–1996) | Helmut Willmann (1996–2001) | Gert Gudera (2001–2004) | Hans-Otto Budde (2004–2010) | Werner Freers (2010–2012) | Bruno Kasdorf (2012–2015) | Jörg Vollmer (2015–2020) | Alfons Mais (2020–2025) | Christian Freuding (seit 2025)
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Peter von der Groeben (1957) | Hellmuth Laegeler (1957–1958) | Joachim Schwatlo-Gesterding (1958–1960) | Leo Hepp (1960–1961) | Karl Wilhelm Thilo (1961–1964) | Josef Moll (1965–1966) | Hubert Sonneck (1966–1968) | Karl Schnell (1968) | Hellmut Grashey (1968–1969) | Ernst Ferber (1970–1971) | Siegfried Schulz (1971–1974) | Rüdiger von Reichert (1974–1976) | Rudolf Reichenberger (1977–1979) | Eberhard Burandt (1979–1983) | Heinz Kasch (1983–1986) | Wolfgang Malecha (1986–1988) | Harald Schulz (1988–1992) | Hartmut Bagger (1992–1994) | Winfried Weick (1994–1997) | Edgar Trost (1997–2000) | Gert Gudera (2000–2001) | Manfred Dietrich (2001–2005) | Jürgen Ruwe (2005–2006) | Günter Weiler (2006–2010) | Bruno Kasdorf (2010–2012) | Reinhard Kammerer (2012–2014) | Jörg Vollmer (2014–2015) | Carsten Jacobson (2015–2018) | Johann Langenegger (2018–2023) Harald Gante (seit 2023)
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Kommandeure der 12. Panzerdivision (Bundeswehr)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bagger, Hartmut |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher General und Generalinspekteur der Bundeswehr |
| GEBURTSDATUM | 17. Juli 1938 |
| GEBURTSORT | Braunsberg, Ostpreußen |
| STERBEDATUM | 26. Januar 2024 |
| STERBEORT | Meckenheim |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-06
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Absolvent der Führungsakademie der Bundeswehr
- General (Heer der Bundeswehr)
- Stellvertretender Inspekteur des Heeres (Bundeswehr)
- Inspekteur des Heeres (Bundeswehr)
- Generalinspekteur der Bundeswehr
- Kommandeur der 12. Panzerdivision (Heer der Bundeswehr)
- Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 7 (Heer der Bundeswehr)
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes
- Träger des Ordens Legion of Merit (Kommandeur)
- Träger des Finnischen Ordens der Weißen Rose (Kommandeur 1. Klasse)
- Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur)
- Deutscher
- Geboren 1938
- Gestorben 2024
- Mann