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Michel Portal

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Datei:Trio Michel Portal - Lionel Loueke - Christi Joza Orisha 11.jpg
Michel Portal auf dem INNtöne Jazzfestival 2021

Michel Portal (* 27. November 1935 in Bayonne; † 12. Februar 2026 in Paris<ref>Francis Marmande: Michel Portal, inclassable musicien, du classique au jazz, est mort, Le Monde vom 15. Februar 2026, abgerufen am 15. Februar 2026</ref>) war ein französischer Musiker und Komponist, der Klarinette, Bassklarinette, diverse Saxophone und Bandoneon spielte. Als „Allroundmusiker, der auf vielen stilistischen Hochzeiten tanzt“ (Ekkehard Jost),<ref>Zitiert nach: Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 2: La Barbera – Zwingenberger. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, S. 936</ref> trat er sowohl im Jazz als auch als klassischer Solist sowie mit Ensembles der Neuen Musik hervor. Als Bassklarinettist setzte er wichtige stilistische und technische Impulse.

Leben und Wirken

Datei:Portal Michel domicil dortmund.jpg
Michel Portal im Dortmunder Domicil, März 2010

Portal, der mit baskischer Folklore (sein Großvater leitete eine Blaskapelle) aufwuchs, lernte ab dem sechsten Lebensjahr Klarinette. Während der Schulzeit begeisterte er sich für Jazz, absolvierte aber eine klassische Ausbildung als Klarinettist. Sein Instrumentalstudium am Pariser Konservatorium, wo er auch das Fach Orchesterleitung bei Pierre Dervaux absolvierte, schloss er mit einem ersten Preis 1958 ab. Portal engagierte sich zu Beginn seiner musikalischen Karriere für die Klassische Musik und für die zeitgenössische europäische Konzertmusik. Von 1967 an war er Mitglied des Ensembles Musique Vivante (u. a. wegweisende Interpretationen von Luciano Berio, Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen).

Daneben widmete Portal sich u. a. als Begleiter von Édith Piaf auch der populären Musik. Angestoßen durch ein Konzert Dizzy Gillespies vertiefte er ab Mitte der 1960er Jahre seine Jazzvorliebe; er spielte Bassklarinette und Altsaxophon bei u. a. Jef Gilson, François Tusques, Jean-Luc Ponty und André Hodeir. Später kam noch das Bandoneon hinzu (erstmals zu hören in Mauricio Kagels Exotica). Seit Anfang der 1970er Jahre war er einer der profilierten Vertreter des französischen Free Jazz. Mit dem Komponisten und Posaunisten Vinko Globokar, Jean-Pierre Drouet und Carlos Roqué Alsina war er Mitbegründer des Improvisationsquartetts New Phonic Art.

Portal erweiterte durch internationale musikalische Kontakte sein musikalisches Verständnis. So setzte er seine in den 1960ern begonnene Kooperation mit Joachim Kühn fort, spielte daneben mit Musikern wie Anthony Braxton, Jack DeJohnette, Daniel Humair, Barre Phillips, John Surman, Bernard Lubat, Dave Liebman, Nguyên Lê, Sylvain Luc (Joko, 2006) oder Vernon Reid. In Duos kooperierte er mit dem Akkordeonisten Richard Galliano und dem Pianisten Martial Solal bzw. ab 2009 mit Yaron Herman. Zu hören ist er auch auf dem Album 13 Miniatures for Albert Ayler (2012).

Ab 1975 schrieb Michel Portal zudem zahlreiche Filmmusiken und war weiterhin als Interpret der Neuen Musik und klassischer Klarinettenkonzerte aktiv.

Preise und Auszeichnungen

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Michel Portal im Jazzclub Le Triton, Paris, November 2019

Diskographische Hinweise

Filmografie

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  • 1970: Hoa-Binh
  • 1979: Die geheimnisvolle Sekte (Écoute voir…)
  • 1979: Die Hunde (Les chiens)
  • 1979: Verhängnisvolle Freundschaft (L'adoption)
  • 1980: Ein Blatt Liebe (Un page d'Amour)
  • 1981: Geheimaktion Marseille (L'ombre rouge)
  • 1982: Die Wiederkehr des Martin Guerre (Le retour de Martin Guerre)
  • 1984: Der große Deal (L'ennemi public n° 2)
  • 1986: Max mon amour
  • 1987: Das Licht (Yeelen)
  • 1987: Der Mönch und die Hexe (Le moine et la sorcière)
  • 1988: Der schwarze Milan (Milan noir)
  • 1988: Eine Geschichte über den Wind (Une histoire de vent)
  • 1988: Gefangene (Prisonnières)
  • 1988: Natalia
  • 1988: Mord-Skizzen (En toute innocence)
  • 1989: Der Zug aus Wien (Le train de Vienne)
  • 1989: Wilde Kinder (Les enfants du désordre)
  • 1989: Die toten Fische
  • 1989: Inspektor Lavardin: Der Teufel in der Stadt (Le diable en ville)
  • 1990: Der schwarze Engel (Angels)
  • 1990: Aventure de Catherine C.
  • 1990: Dr. Petiot
  • 1992: Angst (La peur)
  • 1992: Casanovas Rückkehr (Le retour de Casanova)
  • 1992: Die Neue (Poulets à l'amende)
  • 1993: Morgen (Pour demain)
  • 1994: Die Maschine (La machine)
  • 1994: Eugénie Grandet
  • 1996: Der schöne Sommer (Le bel été 1914)
  • 1997: Buud Yam
  • 1998: Monsieur Mobbing (De gré ou de force)
  • 1998: Die Alptraumnacht (Un fait divers)
  • 1999: C’est quoi la vie?
  • 2000: Der ungebetene Gast (La dette)
  • 2000: Aïe
  • 2000: Passionnément
  • 2002: Ein langer Weg in die Freiheit (L’enfant des lumières)
  • 2002: Alles wegen Benjamin! (À cause d’un garçon)
  • 2003: Ein Kind unserer Zeit (Un fils de notre temps)
  • 2005: Die Fabrik brennt (Jusqu’au bout)
  • 2006: Im Bann der Südsee (Les aventuriers des mers du Sud)
  • 2010: Nylons und Zigaretten (Cigarettes et bas nylon)

Zitate

„(Auf die Frage, was für ihn der Unterschied zwischen Jazz und Neuer Musik sei:) „Wenn ich Neue Musik spiele, wohne ich in einem guten Hotel.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Michel Portal: nach: Jazz in Nordrhein-Westfalen seit 1946. S. 327 (hrsg. v. Robert von Zahn)

Ich will kein Stan Getz sein, der sich drei Sklaven nimmt, damit sie ihn – natürlich sehr gut – begleiten. Ich will Musik mit Typen machen, die sich verstehen, die spielen.

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Michel Portal (1973): nach: Konrad Heidkamp: Entspannt in Minneapolis. Der Franzose Michel Portal bringt den Jazz furios zurück nach Amerika. In: Die Zeit. 4. September 2003 (archive.org).

Jazz bietet mir die einzige Möglichkeit, frei zu sein, zu schweben, zu träumen.

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Michel Portal

Lexikographische Einträge

  • Wolf Kampmann (Hrsg.), unter Mitarbeit von Ekkehard Jost: Reclams Jazzlexikon. Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010528-5.
  • Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 2: M–Z. (= rororo-Sachbuch. Band 16513). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16513-9.
  • Ian Carr, Digby Fairweather, Brian Priestley: Rough Guide Jazz. Der ultimative Führer zum Jazz. 1800 Bands und Künstler von den Anfängen bis heute. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2004, ISBN 3-476-01892-X, S. 547.
  • Alain Pâris: Portal, Michel. In: Klassische Musik im 20. Jahrhundert. Instrumentalisten, Sänger, Dirigenten, Orchester, Chöre. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, ISBN 3-423-32501-1, S. 617–618.

Weblinks

Commons: Michel Portal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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