Horst Janson
Horst Janson (* 4. Oktober 1935 in Mainz-Kastel; † 28. Januar 2025 in München<ref name="NDR-20251004" /><ref name="SchwIllu-20250204" />) war ein deutscher Schauspieler.
Leben
Herkunft und Ausbildung
Horst Janson war der Sohn eines Justizbeamten<ref name="Munzinger">Horst Janson im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> und wuchs zunächst in Mainz, dann in Bad Soden und später in Wiesbaden auf. Als Heranwachsender sammelte er erste Schauspielerfahrungen am Schultheater, wo er unter anderem die Hauptrolle in Franz Grillparzers Der Traum ein Leben spielte.<ref name="Munzinger" /> Bereits als Sechzehnjähriger ließ er sich erfolgreich von der Frankfurter Bühnengenossenschaft auf seine Eignung als Schauspieler testen.<ref name="Munzinger" /> Im Jahr 1951 nahm er an der Schauspielschule Genzmer professionellen Unterricht. Zur weiteren Ausbildung ging er mittels eines Stipendiums an das Berliner UFA-Nachwuchsstudio.<ref name="Munzinger" />
Wirken
Janson hatte sein Debüt als professioneller Schauspieler am Staatstheater Wiesbaden in dem Drama Lorenzaccio.<ref name="Munzinger" /> Bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg gab er 1998 den Old Shatterhand und 2001 den Old Firehand. Bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen in Dasing spielte er 2006 den Old Shatterhand in Der Schatz im Silbersee. Von 2007 bis 2009 trat er dort als Old Firehand auf. 2016 war er bei den Bad Hersfelder Festspielen in Dieter Wedels Inszenierung von Arthur Millers Drama Hexenjagd zu sehen.<ref name="hessenschau.de">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Bad Hersfelder Festspiele festlich eröffnet „Hexenjagd“ zum Auftakt.] In: hessenschau.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. Juni 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Zum letzten Mal stand er 2022 für die Theaterfassung der Filmkomödie Bis zum Horizont, dann links! von Bernd Böhlich in der Komödie im Bayerischen Hof auf der Bühne.
Sein Filmdebüt gab Janson 1959 als Morten Schwarzkopf in der Verfilmung des Romans Buddenbrooks von Thomas Mann.<ref>Horst Janson. In: www.steffi-line.de. Abgerufen am 28. Januar 2025.</ref> Einem breiten Publikum wurde er 1968 durch die ARD-Fernsehserie Salto Mortale bekannt, in der er den Trapez-Artisten Sascha Doria spielte. 1970 trat er neben Charles Bronson und Tony Curtis in der englisch-amerikanischen Kinoproduktion Zwei Kerle aus Granit auf. In Erinnerung ist Janson auch durch die Fernsehserie Der Bastian (Drehbuch: Barbara Noack, 1973), in der er die Titelrolle spielte. Zur selben Zeit war er an der Seite von Heidi Brühl in den späten Fortsetzungen der Immenhof-Filme, Die Zwillinge vom Immenhof (1973) und Frühling auf Immenhof (1974), zu sehen. Später wirkte er an einigen englisch-amerikanischen Filmproduktionen mit, unter anderem in Steiner – Das Eiserne Kreuz, 2. Teil an der Seite von Richard Burton und Robert Mitchum und in dem irisch-britischen Kriegsfilm Ausbruch der 28 mit Helmut Griem.<ref>Horst Janson. In: filmportal.de. Abgerufen am 28. Januar 2025.</ref>
Anfang der 1980er Jahre trat Janson als Horst in der Sesamstraße auf. Daneben gehörte er zum Ermittlerteam der TV-Krimiserie Sonderdezernat K1. In der ARD-Fernsehreihe Unter weißen Segeln spielte Janson 2005/2006 einen Kapitän. Im September und November 2008 war er als Pfarrer Lehmann in der ZDF-Telenovela Wege zum Glück zu sehen. Von Dezember 2008 bis Januar 2009 sowie von April bis Mai 2009 spielte er in der ARD-Telenovela Sturm der Liebe die Rolle des Dr. Paul Wielander.<ref>Filmografie Horst Janson. In: fernsehserien.de. 31. März 2023, abgerufen am 28. Januar 2025.</ref> Ebenfalls 2009 spielte Janson den an Demenz erkrankten Jakob in dem Film Eines Tages.
Insgesamt wirkte Janson als Schauspieler zwischen 1959 und 2022 an über 160 Film- und Fernsehproduktionen mit.<ref>Horst Janson († 89). In: OFDb. Abgerufen am 28. Januar 2025.</ref> Laut seiner Website zählte er nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung vom Februar 2002 zu den bekanntesten deutschen Schauspielern.<ref>News. In: Horst Janson. Abgerufen am 1. Januar 2022.</ref>
Gelegentlich war Janson auch als Synchronsprecher tätig.<ref>Horst Janson. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 28. Januar 2025.</ref> Im Jahr 2014 war er Sprecher des Audiobuchs Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen von Heiko Schrang.<ref>Hans Demmel: Anderswelt. Ein Selbstversuch mit rechten Medien, begleitet von Friedrich Küppersbusch. Kunstmann, München 2021, S. 161.</ref>
Privates
Horst Janson war in erster Ehe von 1973 bis 1976 mit der Schauspielerin Monika Lundi verheiratet. Mit ihr nahm er 1975 die von Michael Kunze produzierte Schallplatte Wir wollen es haben auf, eine deutsche Version des Liedes Having My Baby von Paul Anka. Von 1982 bis zu seinem Tod war Janson in zweiter Ehe mit Helgardt Hella Ruthardt verheiratet, mit der er zwei Töchter bekam. Seine 1984 in München geborene Tochter Sarah-Jane Janson wurde ebenfalls Schauspielerin. Janson lebte mit seiner Familie in Grünwald bei München. Wegen folgenschwerer Fehlspekulationen im Immobiliengeschäft Anfang der 2000er Jahre musste er 2011 Privatinsolvenz anmelden.<ref>Pleite in Grünwald. In: sueddeutsche.de. 1. Juni 2011, abgerufen am 29. Januar 2025.</ref>
Krankheit und Tod
Im Juni 2024 erlitt Janson einen Schlaganfall, dem zwei Monate später ein weiterer einschließlich Hirnblutung folgte. Infolge eines hierdurch verursachten Sturzes zog er sich eine Fraktur des Handgelenks zu, bei deren Versorgung es zu einer Infektion mit einem Krankenhauskeim kam, von der er sich nicht mehr erholte.<ref>Michelle Brey, Jennifer Lanzinger: Nach Schlaganfall, Hirnblutung und Krankenhauskeim: Schauspiel-Legende Horst Janson ist tot. In: Frankfurter Rundschau. 30. Januar 2025, abgerufen am 8. Februar 2025.</ref> Janson starb am 28. Januar 2025 im Alter von 89 Jahren auf der Palliativstation der München Klinik Harlaching.<ref name="NDR-20251004">Schauspieler Horst Janson: Titelrolle in „Der Bastian“. In: NDR.de. 4. Oktober 2025, abgerufen am 13. April 2026: „Horst Janson starb am 28. Januar 2025. Er wurde 89 Jahre alt.“</ref><ref name="SchwIllu-20250204">SpotOn: Helgardt Hella Ruthardt über seinen Tod: Witwe von Horst Janson erklärt: «Ich musste ihn loslassen». In: Schweizer Illustrierte. 4. Februar 2025, abgerufen am 13. April 2026: „Auf der Palliativ–Station der München Klinik Harlaching habe Janson das Bewusstsein nicht mehr erlangt. «Wir haben ihm Geschichten erzählt, seinen Kopf gestreichelt, ihn geküsst und gedrückt.»“</ref> Seine Asche wurde in einem Friedwald in der Nähe des Klosters Dietramszell beigesetzt.<ref>Horst Janson findet seine letzte Ruhe in einem Friedwald. In: n-tv.de. 19. Februar 2025, abgerufen am 4. August 2025.</ref>
Filmografie (Auswahl)
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Spielfilme
- 1959: Buddenbrooks
- 1960: Der Teufel hat gut lachen
- 1960: … und noch frech dazu!
- 1960: Das Glas Wasser
- 1961: Das Riesenrad
- 1961: Ruf der Wildgänse
- 1962: Das Mädchen und der Staatsanwalt
- 1962: Tunnel 28 (Escape from East Berlin)
- 1965: Spione unter sich<ref>Filmografie. In: horstjanson.de. Abgerufen am 1. Januar 2022.</ref>
- 1969: Eine Frau sucht Liebe
- 1969: Der Kerl liebt mich – und das soll ich glauben?
- 1970: Ausbruch der 28 (The McKenzie Break)
- 1970: Zwei Kerle aus Granit (You Can’t Win ’Em All)
- 1971: Der Kapitän
- 1971: Hilfe, die Verwandten kommen
- 1971: Zwei wilde Companeros (Viva la muerte… tua!)
- 1971: Das Wiegenlied der Verdammten (Murphy’s War)
- 1972: Providenza! – Mausefalle für zwei schräge Vögel (La vita a volte è molto dura, vero Provvidenza?)
- 1973: Zinksärge für die Goldjungen
- 1973: Crazy – total verrückt
- 1973: Die Zwillinge vom Immenhof
- 1974: Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos – Vampire Hunter)
- 1974: Frühling auf Immenhof
- 1974: Ein toter Taucher nimmt kein Gold
- 1975: Brüll den Teufel an (Shout at the Devil)
- 1976: Taxi 4012 (TV)
- 1979: Steiner – Das Eiserne Kreuz, 2. Teil
- 1982: Wie hätten Sie’s denn gern?
- 1984: Danger – Keine Zeit zum Sterben
- 1984: Die Windsor-Papiere – Königsjagd (TV) (To Catch a King)
- 1993: Tierärztin Christine (TV)
- 2001: Liebe, Tod und viele Kalorien (TV)
- 2004: Die Wittelsbacher
- 2008: Totgesagte leben länger
- 2009: Böseckendorf – Die Nacht, in der ein Dorf verschwand (TV)
- 2009: Schlaflos (TV)
- 2009: Eines Tages
- 2011: Flaschendrehen (TV)
- 2012: Fliegen lernen (TV)
- 2021: Das Privileg – Die Auserwählten (TV)
Fernsehserien und -reihen
- 1964: Sie schreiben mit – Nicht träumen, Marie
- 1965: Sie schreiben mit – Der Besuch
- 1966: Sie schreiben mit – Franziska weiß alles
- 1967: Das Kriminalmuseum: Die rote Maske
- 1968: Sein Traum vom Grand Prix
- 1968: Sie schreiben mit – Dafür gibt’s kein Rezept
- 1967–1969: Landarzt Dr. Brock
- 1969–1972: Salto Mortale (18 Folgen)
- 1970: Sie schreiben mit – Der Job
- 1971: Das Haus am Eaton Place – Eine adäquate Ehe (A Suitable Marriage)
- 1973: Der Bastian (13 Folgen)
- 1974: Hamburg Transit – Eine Sekretärin
- 1974: Härte 10 (6 Folgen)
- 1974: Die großen Detektive
- 1974: Graf Yoster gibt sich die Ehre – Zu hoch hinaus
- 1976: Unter einem Dach – Wanzen
- 1979: Die Protokolle des Herrn M. (13 Folgen)
- 1980–1985: Sesamstraße
- 1981–1982: Sonderdezernat K1 (5 Folgen)
- 1987: Ein Fall für TKKG – Spion auf der Flucht
- 1989–1991: Forsthaus Falkenau
- 1990: Blaues Blut (2 Folgen)
- 1991–1994: Zwei Schlitzohren in Antalya
- 1993: Großstadtrevier – Bodo
- 1993: Rosamunde Pilcher: Stürmische Begegnung
- 1994: Wildbach – Auf Leben und Tod
- 1995: Ein Fall für zwei – Eine offene Rechnung
- 1997: Singles – Besuch aus dem Süden
- 1997: Hallo, Onkel Doc! – Manege frei
- 1997: Küstenwache – Der Lockvogel
- 1999: Die Strandclique – Schlaflos in St. Peter
- 1999: Marienhof
- 2001: Die Wache – Mitten ins Herz
- 2004: In aller Freundschaft – Allein gegen alle
- 2005: Inga Lindström – Der Weg zu dir
- 2005–2006: Unter weißen Segeln
- 2005: Abschiedsvorstellung
- 2005: Odyssee der Herzen
- 2006: Frühlingsgefühle
- 2006: Träume am Horizont
- 2006: Das Traumhotel – Seychellen
- 2006: Die Rosenheim-Cops – Auf Eis gelegt
- 2006: SOKO 5113 – Schwarze Sonne
- 2006: SOKO Rhein-Main – Pretty Woman
- 2007: SOKO Köln – Bremsversagen
- 2007: Die Märchenstunde – Dornröschen – Ab durch die Hecke!
- 2008: Wege zum Glück (2 Folgen)
- 2008: Unser Mann im Süden – Ausgetrickst
- 2008–2009: Sturm der Liebe
- 2009: Um Himmels Willen (2 Folgen)
- 2010: In aller Freundschaft – Geständnisse
- 2012: Der letzte Bulle – Ohne Moos nix los
- 2013: Die Pfefferkörner – Der verschwundene Engel
- 2013: Tatort: Borowski und der Engel
- 2014: Familie Dr. Kleist – Die Sache mit der Liebe
- 2014: Großstadtrevier – Teufelsbrück
- 2016: Der Staatsanwalt – Rheingau blutrot
- 2017: SOKO München – Die Schuld der Väter
- 2018: In aller Freundschaft – Unverblümt
Theater (Auswahl)
- 2002: Warum nicht… (von Murray Schisgal, Komödie am Kurfürstendamm)<ref>Horst Janson in der Komödie am Kudamm auf Männerjagd. In: bz-berlin.de. 14. Mai 2002, abgerufen am 28. Januar 2025.</ref>
- 2016: Hexenjagd (Inszenierung: Dieter Wedel, Bad Hersfelder Festspiele)<ref name="hessenschau.de"/>
- 2019: Kerle im Herbst (von Katrin Wiegand, Komödie Winterhuder Fährhaus)<ref>Joana Ekrutt: Wenn „Kerle im Herbst“ plötzlich über Spermien reden. In: abendblatt.de. 27. April 2019, abgerufen am 29. Januar 2025.</ref>
- 2022: Bis zum Horizont, dann links! (Regie: Ute Willing, Komödie im Bayerischen Hof)<ref>Barbara Hordych: Mit Senioren abheben. In: sueddeutsche.de. 31. Juli 2022, abgerufen am 29. Januar 2025.</ref>
Auszeichnungen
- 1973: Preis der Zeitung Sunday Mail als bester Schauspieler in dem englischen Fernsehspiel The Best of Enemies<ref>Horst Janson. In: Bayerisches Fernsehen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. November 2015; abgerufen am 23. März 2025.</ref> von Christopher Fry
- 1973: Goldener Otto der BRAVO
- 1974: Bambi
- 2019: Ehrendarstellerpreis des Eat My Shorts – Hagener Kurzfilmfestivals
Literatur
- Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 457.
- Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H–L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 202 f.
- Horst Janson: Der 85-jährige, der morgens aufstand und immer noch jung war. List, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2020, ISBN 978-3-471-36032-3.
Weblinks
- Literatur von und über Horst Janson im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb/1
- horst-janson.de (Webarchiv)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Janson, Horst |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 4. Oktober 1935 |
| GEBURTSORT | Mainz-Kastel |
| STERBEDATUM | 28. Januar 2025 |
| STERBEORT | München |