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Stephan Farfler

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Datei:Stefan Farffler wagen.jpg
               Farflers Fahrzeug mit Handkurbelantrieb

Stephan Farfler (* 12. November 1633 in Altdorf bei Nürnberg; † 24. Oktober 1689 in Altdorf oder Nürnberg) war ein Feinmechaniker und Uhrmacher, der sich mehreren Nachrichten zufolge zwei Fahrzeuge mit Handkurbelantrieb baute. Er gilt damit als Erfinder des ersten Rollstuhls der Welt.

Im Alter von drei Jahren erlitt Farfler laut Johann Gabriel Doppelmayr einen Unfall und war danach von der Hüfte an<ref>Martin Droschke: Wer hat’s erfunden? Rollstuhl. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 13. Novemberr.</ref> gelähmt.<ref>Johann Gabriel Doppelmayr, Historische Nachricht Von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern, Nürnberg 1730, S. 302</ref> Andere beschreiben ihn als Menschen mit „verkrüppelten“ Beinen.<ref>Fabian Zilliken: Die Evolution des Fahrrads - Von der Laufmaschine zum "Custom(izing)" Artefakt, 2012, S. 10</ref> 1655 konstruierte er ein dreirädriges Fahrzeug, das er mit Handkurbeln über ein Zahnradgetriebe antrieb. Kurze Zeit darauf baute er sich ein vierrädriges Fahrzeug mit ähnlichem Antrieb.

Datei:Rollstuhl Farfler 1655 S.jpg
1665: Stephan Farfler in seinem handgetriebenen Muskelwagen (Handbike)

Als Vorbild konnten ihm Fahrzeuge dienen, die ab 1649 zuvor ebenfalls in Nürnberg von Hans Hautsch konstruiert worden waren, darunter ein Krankenfahrstuhl und zwei kurbelbetriebene Prunkwagen.

Der Gelehrte Johann Christoph Wagenseil schrieb 1695, dass Farflers Wagen nach dessen Tod in der Nürnberger Stadtbibliothek ausgestellt sei. Er würdigte Farflers Erfindung und ließ kleine Holzmodelle des Wagens für hochgestellte Personen anfertigen.<ref>Johann Christoph Wagenseil: Pera Librorum Iuvenilium, Bd. 2, Nürnberg:Hofmann 1695, S. 358 f. (lateinisch)</ref> Ein Modell des dreirädrigen Wagens befand sich laut Johann Georg Keyßler im Besitz Doppelmayrs.<ref>Johann Georg Keyßler: Neuester Reisen durch Deutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweiz, Italien und Lothringen Zweyte Abtheilung, Hannover:Förster, 1740/41, S. 1391</ref> Das Handbuch der Erfindungen nennt Farfler einen „berühmten Uhrmacher“.<ref>Gabriel Christoph Benjamin Busch: Handbuch der Erfindungen, 12. Teil, Eisenach, 4. Auflage 1822, S. 258</ref> Das Original des Wagens wurde noch im 18. Jahrhundert in Nürnberg gezeigt.<ref>Ernst Mummenhoff: Der Handwerker in der deutschen Vergangenheit, E. Diederichs 1901, Abb. 36. Faksimile-Nachdruck ohne Angabe der Vorlage und mit neuer Autoren- und Titelangabe Horst Zimmer: Geschichte des deutschen Handwerks, Mannheim 2005, ISBN 3-938622-17-2, S. 37 f. mit Abb. 36</ref>

Literatur

  • Johann Christoph Wagenseil: Pera Librorum Iuvenilium, Bd. 2. Hofmann, Nürnberg 1695, S. 358 f. (lateinisch).
  • Johann Gabriel Doppelmayr: Historische Nachricht Von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern, Teil 2. Monath, Nürnberg 1730 (darin Vita Farflers: S. 302 f. und Abbildungen der beiden Gefährte: Tab. IV, Abb. 3 und 4).
  • Fabian Zilliken: Die Evolution des Fahrrads – Von der Laufmaschine zum „Custom(izing)“ Artefakt. Examensarbeit. Grin-Verlag 2012, ISBN 978-3-656-25861-2.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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