Hulfter
Die Hulfter (spätere Varianten Halfter, oder Holster) bezeichnet ursprünglich eine Decke oder einen Behälter am Reitsattel.
Etymologie
Die Hulfter war ursprünglich ein Begriff für eine Decke oder ein Behältnis, meist am Sattel eines Pferdes. Ab dem 16. Jahrhundert ist der Begriff Hulfter als Behälter für Pistolen nachgewiesen. Ab dem 17. Jahrhundert ist der Begriff Pistolenhalfter nachgewiesen.<ref name="GrimmHulfter" /><ref name="GrimmHalfter" /> Der Begriff Holster für Pistolenbehälter war ab dem 18. Jahrhundert bekannt. Im Niedersächsischen wurde der Begriff auch für Reisesack, Ranzen und auch für Rücken verwendet.<ref name="AdelungHolster" /><ref name="HeinVoWö" />
Bedeutung als Behälter für Feuerwaffen
Hulfter wurden meist an beiden Seiten des Vorderzwiesels (z. B. an einem Bocksattel) angebracht. Sie wurden typischerweise aus Leder gefertigt. Teils wurden die Schusswaffen mit Hilfe von Holfterkappen aus Stoff oder Leder abgedeckt und so vor Witterungseinflüssen geschützt. Die Art der Anbringung ermöglicht ein leichtes und schnelles Ziehen der Waffen.<ref>Tobias Schönauer, Daniel Hohrath: Formen des Krieges. 1600-1815. In: Kataloge des Bayerischen Armeemuseums. Band 19. Bayerisches Armeemuseum, Ingolstadt 2019, S. 67.</ref> Entsprechende Hulfter hielten sich bis in das frühe 19. Jahrhundert hinein.<ref>Axel Gelbhaar: Mittelalterliches und frühneuzeitliches Reit- und Fahrzubehör aus dem Besitz der Kunstsammlungen der Veste Coburg. In: Documenta Hippologica. Darstellungen und Quellen zur Geschichte des Pferdes. Olms Presse, Hildesheim 1997, S. 211–214.</ref>
„Schwere Hulfter“ werden von Boeheim als Behältnisse für „lange Faustrohre“ genannt, die dort als Übergangsformen zu Arkebusen und zu Karabinern genannt werden. Diese schweren Hulfter wurden an der rechten Seite von Sätteln am rückwärtigen Sattelbogen (Zwiesel) befestigt.<ref>Boeheim: Handbuch der Waffenkunde. S. 487.</ref> Pistolen hatten im Verlauf ihrer Entwicklungsgeschichte mehrere Synonyme, die als Faustrohr, Faustbüchse, Fäustling, im 16. und 17. Jahrhundert auch Puffer, bekannt sind.<ref>Boeheim: Handbuch der Waffenkunde. S. 482–487.</ref>
Andere Bedeutungen
Weitere nicht mehr gebräuchliche Wortbedeutungen sind die Bezeichnung für einen Ranzen sowie Holftermuschel für die Steckmuscheln.<ref name="HeinVoWö" />
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3826202120 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GrimmHulfter"> Vorlage:Deutsches Wörterbuch </ref> <ref name="GrimmHalfter"> Vorlage:Deutsches Wörterbuch </ref> <ref name="AdelungHolster"> Vorlage:Adelung-1793 </ref> <ref name="HeinVoWö"> Otto Friedrich Theodor Heinsius: Vollständiges Wörterbuch. der deutschen Sprache mit Bezeichnung der Aussprache und Betonung für die Geschäfts- und Lesewelt. Band 2. R. Sammler, Wien 1840, S. 408 (Heinsius: Vollständiges Wörterbuch in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> </references>