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Leitpfosten

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StVO-Zeichen 620-41 und 620-40 in Deutschland
Datei:Zeichen 620-41 - Leitpfosten (links), StVO 1992.svg Datei:Zeichen 620-40 - Leitpfosten (rechts), StVO 1992.svg
links, hinten rechts, vorn
Signale 631 und 630 der SSV in der Schweiz
Datei:CH-Markierung-631-Leitpfosten-links.svg Datei:CH-Markierung-630-Leitpfosten-rechts.svg
links, hinten rechts, vorn
Leitpflock gemäß § 57 der StVO 1960 in Österreich
Datei:Leitpflock-B16 4333.JPG Datei:Leitpflock mit Schneestange.jpg
links, hinten rechts, vorn

Ein Leitpfosten (in Österreich Leitpflock, umgangssprachlich auch Begrenzungspfahl oder Straßenbegrenzungspfeiler) ist eine Verkehrseinrichtung, die der Abgrenzung der Fahrbahn und einem besseren Erkennen deren Verlaufs dient. Die deutsche StVO benennt in Anlage 4 zu § 43 den Leitpfosten als Zeichen 620. In Österreich ist der Einsatz im § 57 StVO geregelt.

Beschaffenheit

Datei:Rheinfelden Ottwangen - Schneezeichen.jpg
Leitpfosten
Datei:Aufsatzleitpfosten 1.JPG
Aufsatzleitpfosten mit verschiedenen Halterungen zur Anbringung an Schutzplanken
Datei:Rheinfelden Ottwangen - Wildwarner.jpg
Leitpfosten mit Wildwarnreflektor an einer Landstraße in Mecklenburg

In vielen Fällen bestehen Leitpfosten heute aus Kunststoff, es gibt aber auch Varianten aus Holz, Beton und Stahlblech. Neben dem Korpus machen vor allem die beidseitig angebrachten Reflektoren die Wirkung des Leitpfostens aus.

So wird in Österreich ein Leitpfosten-Modell verwendet, das u. a. eine Farbensymbolik aufweist, bei der vorn bzw. rechts ein roter rechteckiger Reflektor und hinten bzw. links ein weißer rechteckiger Reflektor montiert sind. Diese Reflektoren symbolisieren auf der rechten Seite die Heckleuchten der vorausfahrenden Fahrzeuge, auf der linken Seite die Scheinwerfer der entgegenkommenden Fahrzeuge.

Das in Deutschland und in ähnlicher Form auch in vielen anderen europäischen Ländern verwendete Modell besteht aus einem 12 Zentimeter breiten und über dem Fahrbahnrand m hohen hohlen dreieckigen Kunststoffkorpus, der oben zur Fahrbahn hin abgeschrägt ist, einer parallel dazu angebrachten 25 cm breiten Binde aus schwarzer Kunststofffolie (Tageskennzeichen) und den in ihr eingelassenen Reflektoren (vorn bzw. rechts ein rechteckiger Reflektor, weiß; hinten bzw. links zwei kleinere runde Reflektoren, weiß), die das Nachtkennzeichen (Reflexzeichen) darstellen.<ref>Henning Natzschka: Strassenbau: Entwurf und Bautechnik. 2. Auflage. Teubner, Stuttgart 2003, ISBN 3-519-15256-8, S. 363 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 5. Januar 2017]).</ref> Der deutsche Leitpfosten in seiner heutigen Form wurde im März 1957 in der Bundesrepublik eingeführt.<ref>Hinweise für die Anordnung und Ausführung von senkrechten Leiteinrichtungen (HLB). Abschnitt 5: Leitpfosten. (Allgemeines Rundschreiben Straßenbau vom 16. März 1957, geändert durch Rundschreiben vom 6. Februar 1992). In: fragdenstaat.de. Abgerufen am 23. November 2025.</ref> Ein sehr ähnlicher Leitpfosten wurde mit der am 1. Juli 1974 verbindlich gewordenen TGL 12096/05 in der DDR eingeführt.<ref>TGL 12 096/05 (Anlagen des Straßenverkehrs – Leiteinrichtungen – Leitpfosten), Dezember 1973</ref> Noch vor dem geplanten Inkrafttreten einer Neuausgabe der TGL 12096/05 vom Juni 1989, die eine leichte Veränderung an den Leitpfosten vorsah und am 1. Februar 1990 gültig werden sollte, wurde diese für nichtig erklärt, da die DDR von den Ereignissen der Wende überrollt wurde.

In der Schweiz werden auf Autobahnen ohne Gegenverkehr links quadratische weiße Reflektoren verwendet. Der Korpus der Leitpfosten ist in der Schweiz abgerundet.

Bei Straßeneinmündungen erhalten die Eckleitpfosten gelbe Reflektoren. Ebenso erhalten zur Fahrbahn einspringende Abschnitte Leitpfosten mit gelben Reflektoren.

Die 1974 in der DDR eingeführten Leitpfosten waren weitgehend identisch mit den bereits seit 1957 in der Bundesrepublik verwendeten Pfosten. Der einzige Unterschied war, dass man in Kurven die Leitpfosten der Kurvenaußenseite mit roten Reflektoren bestückte und auch die Binde bei diesen Pfosten rot statt schwarz ausgeführt wurde. Die Vorgaben beider Länder sahen vor, dass die Leitpfosten unter anderem auch aus Beton gegossen sein konnten. In der Bundesrepublik wurde jedoch relativ früh damit begonnen, Leitpfosten hauptsächlich aus Kunststoff herzustellen.

Funktion

Besonders bei Nebel, Schnee und Dunkelheit leisten Leitpfosten einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Bei Strecken mit vermehrter Wildwechselgefahr werden häufig rote, blaue oder blau-weiße Wildwarnreflektoren an den Leitpfosten angebracht. Sie lenken in der Dämmerung oder in der Nacht das Scheinwerferlicht in den seitlichen Straßenraum und verursachen zusätzlich eine breite Streuung. Das Wild nimmt die unruhigen Lichtstrahlen wahr und scheut zurück.

In Deutschland verweisen längliche orangefarbene statt weiße Reflektoren auf eine Ausfahrt oder eine Einmündung am rechten Fahrbahnrand. Hierbei kann es sich um einmündende Straßen oder auch Einfahrten (z. B. zu Bauernhöfen) handeln. In solchen Fällen steht direkt vor und nach der Einmündung je ein Leitpfosten mit orangefarbenen Reflektoren, sodass Autofahrer schon von Weitem erkennen können, wo bzw. zwischen welchen beiden Leitpfosten sich die Einmündung befindet.

An Leitpfosten kann ein kleiner schwarzer Pfeil angebracht sein, der in Richtung der nächsten Notrufsäule weist. In schneereichen Gebieten werden im Winter Schneezeichen aufgestellt. Sie übernehmen die Funktion der Leitpfosten bei großer Schneehöhe oder bei Schneeverwehungen. Leitpfosten dienen in einigen Teilen Deutschlands auch als Kilometersteine bzw. Stationszeichen. Dann sind auf der rechten Seite die Kilometerzahl und die Straßennummer sowie manchmal auch die Abschnittsnummer der Kilometrierung angebracht.

Herstellung

Moderne Leitpfosten für deutsche Straßen werden aus Niederdruck-Polyethylen mit Spritzgießtechnik, Extrusionstechnik oder Blastechnik hergestellt. Leitpfosten bestehen aus dem Leitpfosten-Körper, der Kappe und Reflektoren (Mehrkammer- oder Glasperlen-Reflektoren). Leitpfosten-Körper können hohl oder mit Profilkernen stabilisiert aufgestellt werden.<ref>Fertigungsverfahren. Abgerufen am 28. Oktober 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Aufstellung

Leitpfosten sind in Deutschland 50 Zentimeter von der äußersten befestigten Kante der Straßenoberfläche und in der Regel im Längsabstand in der Geraden und der Ebene von 50 Meter<ref>StVO Anlage 4: Verkehrseinrichtungen. Abgerufen am 28. Oktober 2021.</ref> (in Österreich 33 Meter) aufgestellt. In engen Kurven und auf unübersichtlichen Kuppen je nach Radius bzw. Halbmesser stehen die Leitpfosten in geringerem Abstand. Als Faustregel gilt: Auf jeder Straßenseite sollen – in Krümmungen unter 200 Meter Halbmesser auf der Kurvenaußenseite – immer mindestens fünf Leitpfosten sichtbar sein.

Bei mehrstreifigen Straßen mit geteilter Fahrbahn, beispielsweise Autobahnen, sind nur auf der rechten Seite jeder Fahrbahn Leitpfosten aufgestellt.

Weitere Länder

Leitpfosten in verschiedenen Ländern
Land Bild
PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen Datei:Słupek U-1a.png
OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Datei:Leitpflock-B16 4333.JPG
TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien Datei:CZ-Z11 Směrové sloupky.jpg
ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien Datei:Italian traffic signs - delineatori di margine - doppio senso.svg

Geschichte

Vorlage:Hinweisbaustein Für Landstraßen wurden in der Bundesrepublik bis in die 1960er Jahre schwarz-weiß gestrichene Leitpflöcke als Fahrbahnbegrenzung verwendet. Eher und parallel dazu waren seit Beginn des modernen Verkehrswesens Leitsteine (Prellsteine) bekannt, die vereinzelt heute noch anzutreffen sind und mit dem Aufkommen der Leitpfosten rasch verdrängt wurden. Die neuen Leitpfosten entstanden gemäß den 1957 aufgestellten neuen Richtlinien. Maßgebend in der Entwicklung war dabei die Firma Kunzelmann in Unteralpfen, die über Jahre ein sinnreiches Patent entwickelte, das bis heute verwendet wird. Ein anderes serienmäßig zu produzierendes System, wobei die Leitpfosten nach einem „Stehaufmännchen“-Prinzip funktionierten, konnte nicht umgesetzt werden.<ref>Hans Matt-Willmatt: Leitpfosten zur Sicherung der Straßen. In: Schöne Heimat am Hochrhein Bilder von den Menschen und ihrer Arbeit im Landkreis Waldshut. 1967, S. 88–90</ref> Die hölzernen Leitpflöcke waren insbesondere im ländlichen Raum der Bundesrepublik noch bis in die 1970er Jahre nicht gänzlich verschwunden und werden auch heute noch vereinzelt eingesetzt.

Literatur

  • Urs Willie Wepf: Leitplanke und Leitpfosten als Mittel der Unfallverhütung. (Untersuchung), Veröffentlicht von Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung, 1964

Weblinks

Wiktionary: Leitpfosten – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Leitpfosten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein